Isländische Küstenwache

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Gösch der Isländischen Küstenwache
Die Thor (Þór) – das Flaggschiff der Isländischen Küstenwache seit 2011

Die Ursprünge der Isländischen Küstenwache (Landhelgisgæsla Íslands oder Landhelgisgæslan) können bis ins Jahr 1859 zurückverfolgt werden, als die Korvette Ørnen mit Patrouillen in isländischen Gewässern begann. Im Jahre 1906 kam das erste eigens für diesen Zweck gebaute Patrouillenboot Islands Falk nach Island. Die Verteidigung des eigenen Hoheitsgebietes auf See begann ungefähr 1920. Offiziell wurde die Isländische Küstenwache am 1. Juli 1926 gegründet. Eine entscheidende Rolle spielte die Isländische Küstenwache in der Zeit der Kabeljaukriege mit England zwischen 1958 und 1975 um Fischereirechte in den Gewässern um Island.

Problem Küstensicherung[Bearbeiten]

Über Jahre hatte Island die Fischereizonen rund um die Insel vergrößert und als NATO-Mitglied von den Vereinigten Staaten überwachen lassen. 2006 wurde der Stützpunkt Keflavík geschlossen, nachdem die Amerikaner von Island abzogen. Mit dem Rückzug der Amerikaner ist das Land für die Küstensicherung selbst verantwortlich, was Island vor große Probleme stellt, da die vorhandenen Kräfte der Landhelgisgæslan gering sind. Zuletzt hatte die unabhängige 85th Group als Teil der United States European Command die Iceland Defense Force (IDF) gebildet und stand unter dem Kommando des USAF-Colonels Philip Gibbons. Ihm waren sieben Geschwader mit rund 700 amerikanischen und mehr als 700 isländischen Zivilbeschäftigten unterstellt. Die kampfstarke Komponente der 85th Operations Squadron mit McDonnell Douglas F-15, F-18, Lockheed HC-130, Orion und Boeing KC-135 konnte nicht gleichwertig ersetzt werden. Die Aufgaben der 56th Rescue Squadron der Amerikaner mit luftbetankungsfähigen Sikorsky HH-60G Pavehawk-Helikoptern, die bis dato permanent im Nordatlantik stationiert war, um Rettungs- (SAR) und Kampfrettungseinsätze (CSAR) zu fliegen, muss seitdem die Landhelgisgæslan übernehmen.

Geschichte und Ausstattung[Bearbeiten]

Hubschrauber TF-LIF, ein Aérospatiale AS 332 Super Puma

1954 übernahm die Landhelgisgæslan ein früheres Flugboot der United States Navy, eine Consolidated PBY-6A Catalina, das 1962 von einer mit Radar und Suchscheinwerfern ausgestatteten Douglas C-54 Skymaster abgelöst wurde. Ab 1969 erledigten zwei Flugboote Grumman HU-16C Albatros deren Aufgaben. Eine frühere Fokker F-27-200 von All Nippon Airways löste diese 1972 ab, bevor 1976 die fabrikneue heutige Überwachungsmaschine TF-SYN des gleichen Fokker-Typs angeschafft wurde. 1985 und 1986 folgten dann die ersten beiden Helikopter Aérospatiale AS 350B Ecureuil (TF-GRO) und AS 365N Dauphin (TF-SIF). 1995 wurde noch ein Aérospatiale AS 332L2 Super Puma beschafft. Zum Arsenal gehören derzeit noch drei bewaffnete Küstenwachboote der 1100-Tonnen-Klasse mit Flugdeck und Hangar sowie ein Wachboot mit 54 BRT. Aktuell benötigt Island drei Helikopter der Super-Puma-Klasse, die über ordentliche Ausschreibungen in den nächsten Jahren beschafft werden sollen. Zwischenzeitlich sollen zwei gecharterte oder geleaste Maschinen die von den Amerikanern hinterlassene Lücke ausfüllen. Dazu wurde bereits grünes Licht für die Verdoppelung des Personalbestandes des „Air Wing“ der isländischen Küstenwache gegeben. Trotz komplizierter Wetterbedingungen wird stets geflogen, wenn Menschenleben in Gefahr sind und mangels anderer Rettungsorganisationen auch bei Auto- oder Snowmobil-Unfällen auf Straßen und Eisgletschern. Auch Außenlastflüge gehören zur Routine der Hubschrauberpiloten, genau wie das Winschen von fahrenden Schiffen.

Aufgaben[Bearbeiten]

Wichtigste Aufgabe ist aber der Schutz der Fischereigrenzen. So hatte z. B. Mitte Juni 2006 die Landhelgisgæslan mit Hilfe eines Aufklärungshelikopters und einer Entermannschaft einen Trawler der Färöer-Inseln aufgebracht, der in der isländischen Fischereizone auf Fang war.

Siehe auch[Bearbeiten]

Schiffe der Isländischen Küstenwache:

Weblinks[Bearbeiten]