Ite, missa est

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ite, missa est (lat. für „Gehet hin, es ist die Aussendung!“ - „missa“ ist vermutlich spätlateinisch für „missio“[1]) lautet der Entlassungsruf des Diakons oder des Zelebranten am Ende der Heiligen Messe. Dieser Ruf zeigt an, dass die gottesdienstliche Versammlung beendet ist. Die Gläubigen antworten darauf mit: Deo gratias („Dank sei Gott!“).

Geschichte[Bearbeiten]

Bis zur Reform der Liturgie im Zuge des Zweiten Vaticanums war es in der katholischen Kirche üblich, dass der Schlusssegen auf den Entlassungsruf folgte. Anschließend trug der Priester das Schlussevangelium, den Prolog des Johannesevangeliums vor.

In Messen ohne Gloria wurde das Ite, missa est durch das aus der fränkisch-gallischen Liturgie stammende Benedicamus Domino („Lasset uns preisen den Herrn!“) ersetzt; in Gedächtnismessen durch den Ruf Requiescant in pace („Sie mögen ruhen in Frieden!“).

In der Osteroktav wurde dem Ruf Ite, missa est und der Antwort ein zweifaches Halleluja beigefügt.

Gegenwart[Bearbeiten]

Im Messbuch der römisch-katholischen Kirche wird in der ordentlichen Form des römischen Ritus' der Segen vor dem Entlassungsruf gespendet. Dieser lautet im lateinischen Amt Ite, missa est. – Deo gratias.. Im deutschen Messbuch nach antiochenisch-byzantinischem Vorbild „Gehet hin in Frieden“, worauf die Gemeinde antwortet: „Dank sei Gott, dem Herrn!“. Der zweifache Hallelujaruf kann, wenn der Entlassungsruf gesungen wird, in der gesamten Osterzeit verwendet werden.

Durch das Motu proprio Summorum Pontificum Papst Benedikts XVI. über die außerordentliche Form des römischen Ritus' sind die Besonderheiten des Missale Romanum in der Ausgabe von 1962 wieder für den gottesdienstlichen Gebrauch zugelassen.

In den meisten altkatholischen Kirchen geht der Entlassungsruf weiterhin dem Schlusssegen voraus. Lediglich die altkatholische Kirche in Deutschland hat sich die Neuerung zu eigen gemacht, jedoch die Antwort leicht abgewandelt. Sie lautet hier: „Preis und Dank sei unserem Gott!“.

Vertonungen[Bearbeiten]

Da das „Ite, missa est“ nicht einem Chor, sondern einem einzelnen Sänger zukommt, eignete es sich nicht zur Vertonung im Rahmen einer polyphonen Messe. Die Antwort „Deo gratias“ wurde in einigen frühen Messen verschiedentlich polyphon vertont, beispielsweise von Guillaume de Machaut in seiner Messe de Nostre Dame. Schon aufgrund der Kürze des Texts fehlen sowohl der Entlassungsruf als auch die Antwort jedoch in fast allen Messvertonungen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Catholic Encyclopedia auf CatholiCity: Ite missa est (englisch)