Ite, missa est

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Ite, missa est (lat. Gehet hin, es ist Entlassung) lautet der Entlassungsruf des Diakons oder des Zelebranten am Ende der Heiligen Messe. Die Gläubigen antworten mit Deo gratias (Dank sei Gott). Mit dieser Formel endet die gottesdienstliche Versammlung.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Formel ist eine der ältesten überlieferten liturgischen Formeln in lateinischer Sprache. Die im klassischen Latein ungebräuchliche spätlateinische Wortform „missa“ ist in Analogie zu collecta oder ascensa als „Entlassung“ zu deuten.[1]

Römische Liturgie[Bearbeiten]

Bis zur Reform der Liturgie im Zuge des Zweiten Vaticanums folgte in der katholischen Kirche auf den Entlassungsruf noch der Schlusssegen. Anschließend trug der Priester das Schlussevangelium, den Prolog des Johannesevangeliums vor. Dies wird auch heute dort so gehalten, wo der außerordentliche Form des römischen Ritus gefeiert wird.

In der ordentlichen Form des römischen Ritus' wird der Segen vor dem Entlassungsruf gespendet. Dieser lautet im lateinischen Amt: Ite, missa est. – Deo gratias.. In der Osteroktav wird dem Ruf Ite, missa est und der Antwort ein zweifaches Halleluja beigefügt.

In Messen ohne Gloria wurde das Ite, missa est durch das aus der fränkisch-gallischen Liturgie stammende Benedicamus Domino („Lasset uns preisen den Herrn!“) ersetzt; in Gedächtnismessen durch den Ruf Requiescant in pace („Sie mögen ruhen in Frieden!“).

Deutschsprachige Liturgie[Bearbeiten]

In deutschsprachigen Messen lautet der Ruf nach antiochenisch-byzantinischem Vorbild „Gehet hin in Frieden“, worauf die Gemeinde antwortet: „Dank sei Gott, dem Herrn!“. Der zweifache Hallelujaruf kann, wenn der Entlassungsruf gesungen wird, in der gesamten Osterzeit verwendet werden.

Altkatholische Liturgie[Bearbeiten]

In den meisten altkatholischen Kirchen geht der Entlassungsruf weiterhin dem Schlusssegen voraus. Lediglich die altkatholische Kirche in Deutschland hat sich die Neuerung zu eigen gemacht, jedoch die Antwort leicht abgewandelt. Sie lautet hier: „Preis und Dank sei unserem Gott!“.

Vertonungen[Bearbeiten]

Da das „Ite, missa est“ nicht dem Chor, sondern einem einzelnen Sänger zukommt, eignete es sich nicht zur Vertonung in einer mehrstimmigen Messe. Nur die Antwort „Deo gratias“ wurde in einigen frühen Messen verschiedentlich polyphon vertont, beispielsweise von Guillaume de Machaut in seiner Messe de Nostre Dame. Schon aufgrund der Kürze des Texts fehlen sowohl der Entlassungsruf als auch die Antwort jedoch in fast allen Messvertonungen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Catholic Encyclopedia auf CatholiCity: Ite missa est (englisch)