Iwan Abramowitsch Morosow

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Walentin Alexandrowitsch Serow: Bildnis Iwan Morosow, 1910, Tretjakow-Galerie, Moskau
Paul Cézanne: Porträt der Mme Cézanne im Gewächshaus, 1891–1892, von Morosow 1910 über Ambroise Vollard erworben, heute im Metropolitan Museum of Art, New York

Iwan Abramowitsch Morosow (russisch Иван Абрамович Морозов; * 27. Novemberjul./ 9. Dezember 1871greg. in Moskau; † 22. Juni 1921 bei Karlsbad) war ein russischer Kunstsammler. Er besaß neben seinem Landsmann Sergei Schtschukin eine der größten Kollektionen französischer Avantgarde-Kunst vor dem Ersten Weltkrieg in Russland.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Morosows Familie gehörte zur russischen Oberschicht. Deshalb konnte er auch am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich studieren. Nach der Ausbildung übernahm er die Textilwerke seines Vaters. Morosow begann, Arbeiten junger russischer Künstler zu sammeln. Doch ab dem Jahr 1907 sammelte er auch französische Kunst, die er in den bekannten Pariser Galerien Bernheim-Jeune, Durand-Ruel und Vollard erwarb, um seine umgebaute Villa zu dekorieren. Er sammelte vor allem Impressionisten, Fauvisten wie Henri Matisse und André Derain sowie Werke der Künstlergruppe Nabis. Deren Mitbegründer, Maurice Denis, schmückte ab 1907 den Musiksaal seines Moskauer Stadthauses mit dem Zyklus Geschichte der Psyche aus, und Aristide Maillol schuf für den Saal vier Bronzefiguren. Besonders stolz war Morosow auf seine 18 Gemälde von Paul Cézanne. Bald besaß er die größte Kollektion von Werken französischer Avantgarde in Russland.

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs und der Oktoberrevolution endete Morosows Sammeltätigkeit zwangsläufig. 1918 wurde seine Sammlung verstaatlicht und gemeinsam mit Sergei Schtschukins Sammlung als „Museen für moderne westliche Malerei“ geführt. Die Morosows verließen Russland. 1921 starb Iwan Morosow auf einer Reise nach Karlsbad.

Im Jahr 1948 wurden die Sammlungen von Schtschukin und Morosow auf das Puschkin-Museum in Moskau und auf das Eremitage-Museum in Sankt Petersburg verteilt.[1][2][3]

Ausstellungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Kostenewitsch: Russische Sammler französischer Kunst. Die Familienclans der Schtschukin und Morosow. In: Morosow und Schtschukin – die russischen Sammler. Monet bis Picasso. (Ausstellungskatalog) DuMont, Köln 1993, ISBN 3-7701-3144-4. S. 35–150, darin S. 83–120: Die Morosows.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Moskaus Mäzene der Moderne, Focus, 21. Juni 1993
  2. Biografie von Morosow auf den Ausstellungsseiten von "Russia!" im Guggenheim Museum
  3. Staatliches A. S. Puschkin-Museum für bildende Künste (Moskau)