Jägersburg

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Dieser Artikel behandelt den Ortsteil der Stadt Homburg, weitere Bedeutungen unter Jägersburg (Begriffsklärung).

49.3713897.321667273Koordinaten: 49° 22′ 17″ N, 7° 19′ 18″ O

Jägersburg
Stadt Homburg
Wappen der ehemaligen Gemeinde Jägersburg
Höhe: 273 m ü. NN
Einwohner: 3319 (1. Jan. 2008)
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66424
Vorwahl: 06841
Jägersburg (Saarland)
Jägersburg

Lage von Jägersburg in Saarland

Gustavsburg in Jägersburg
Schloßweiher mit Gustavsburg
Die Gustavsburg von der Schloßstraße aus gesehen.
Der Spickelweiher im Jägersburger Wald ist der einzige Weiher des Ortes, der über den Glan entwässert.
Der Brückweiher mit seinen Freizeitanlagen ist die Hauptattraktion Jägersburgs

Jägersburg ist ein Stadtteil der saarländischen Kreisstadt Homburg im Saarpfalz-Kreis. Im örtlichen Dialekt wird der Ort Järschborch oder Jächersburch genannt. Die bis Ende 1973 eigenständige im Landkreis Homburg gelegene Gemeinde besitzt heute den Status eines Gemeindebezirks mit eigenem Ortsvorsteher und Ortsrat, der allerdings den Stadtrat nur beratend unterstützt.

Geographie[Bearbeiten]

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Neben dem Hauptort Jägersburg gehören Altbreitenfelderhof und Websweiler zu Jägersburg.

Altbreitenfelderhof[Bearbeiten]

(lokal Brärefeld oder Brädefeld)

142 Einwohner (Stand: 1. Januar 2008) leben in der Siedlung am nördlichen Rand des Saarpfalz-Kreises.

Der Altbreitenfelderhof wurde 1710 erstmals urkundlich erwähnt. Bis 1957 hatte Altbreitenfelderhof eine eigene Schule, das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt. Die Schulglocke steht noch im ehemaligen Schulhof und läutet täglich um 11 Uhr. In der Dorfmitte gibt es eine Gaststätte und einen Reitstall. Am Ortsrand liegt ein kleiner Friedhof.

Mit der Buslinie 505 der RSW besteht eine Verbindung über Jägersburg nach Homburg bzw. in die andere Richtung über Höchen nach Bexbach. Der Saarland-Rundwanderweg führt an Altbreitenfelderhof vorbei rund um das gesamte Bundesland. Bis in die 1960er Jahre gab es in Altbreitenfelderhof neun Vollerwerbsbauern sowie einige Nebenerwerbsbauern. Zur Zeit (2010) gibt es nur noch einen landwirtschaftlichen Betrieb.

Aussiedlerhöfe

Zum Altbreitenfelderhof gehören zwei Aussiedlerhöfe:

  • Neubreitenfelderhof (lokal Neihof): Im Jahre 1763 verpachtete Herzog Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken das Ödland zwischen dem Altbreitenfelderhof und Waldmohr an Jacob Ringeisen. Der Pächter erbaute auf eigene Kosten das Hofgut. Seit dem Tod des letzten Besitzers ist der Hof unbewohnt. Das zum Hof gehörende Land wurde an die umliegenden Bauern verpachtet.
  • Websweilerhof: Hinter dem Hauptort Richtung Websweiler liegt der 92 ha große Websweilerhof. Auf einem Teil seines Geländes befindet sich der Golfplatz Websweilerhof.

Websweiler[Bearbeiten]

(lokal Webbswiller)

Erste geschichtliche Spuren fanden sich in Websweiler aus der Römerzeit. Vermutlich stand damals in der Nähe des Hofes eine Villa rustica. Im 12. Jahrhundert siedelten sich im heutigen Websweiler Mönche an. Eine Urkunde von 1152 belegt eine Außenstelle des Klosters Wadgassen in „Woppenswilre“ (Websweiler). Der Hof brannte vermutlich um 1635 völlig ab, wird aber 1702 wieder erwähnt.

1895 wurde auf 100 ha des Hofgutes eine „Kolonie“ für Bergleute der Gruben Frankenholz und Nordfeld errichtet. Im Volksmund der benachbarten Orte hat sich bis heute das Wort „Kolonie“ für Websweiler erhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich in der „Kolonie“ Websweiler hauptsächlich wieder Bergleute der benachbarten Grube Frankenholz an, was einen Anstieg der Einwohnerzahl zur Folge hatte. Websweiler hat 292 Einwohner (Stand: 1. Januar 2008). Der Ort verfügt über einen Schützenverein und einen eigenen Friedhof.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Jägersburg entstand während der zweiten fränkischen Besiedlung um 750 auf den Resten einer keltischen Siedlung als Hattweiler in der Nähe der heutigen Stadt Homburg (seinen Heutigen Namen erhielt Jägersburg erst 1749). Zahlreiche Hügelgräber in den Wäldern um den Ort zeugen von früheren Siedlungsstätten.

In den Resten der Wasserburg Hattweiler, die Herzog Gustav Samuel Leopold von dem schwedischen Architekten Jonas Erikson Sundahl zum Jagdschloss Gustavsburg umbauen ließ, befindet sich das heutige Burg- und Schlossmuseum Jägersburg. Erste Erwähnung fand die Burg Anno 1272 mit den Burgherren Berthelo (Bartholomaeus) de Hetwilre und seiner Ehefrau (uxor) Salmine, Tochter des Conrad genannt Colbe de Butreville. In der Folgezeit wechselte die Burg häufig den Besitzer und viele klangvolle Namen tauchen in den Annalen auf.

Der wittelsbacher Herzog Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken baute von 1752 bis 1756 das Jagdschloss Schloss Jägersburg unweit der alten Burg. Das frühklassizistische Schloss diente mit seinen weitläufigen Parkanlagen der Jagdleidenschaft des Herzoges. Es wurde 1793 von den Franzosen und Bauern restlos zerstört.

Das berühmte Regiment Royal Deux-Ponts, das von Herzog Christian IV. im Auftrag des Königs von Frankreich aufgestellt wurde, begann seine Rekrutierung in den Jägerkasernen des Jagdschlosses. Das Regiment zeichnete sich in der Schlacht von Yorktown (USA) aus, ging während der Revolution in französischen Besitz über und wurde nach einigen Umbenennungen im Jahre 2000 aufgelöst.

Im Rahmen der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform wurde am 1. Januar 1974 die bis dahin eigenständige Gemeinde Jägersburg der Stadt Homburg zugeordnet und ist seitdem ein Stadtteil und ein Gemeindebezirk.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Ort liegt inmitten ausgedehnter Waldungen, die noch zu den Ausläufern des Pfälzerwaldes gehören, und ist bekannt durch seine vielen Weiher. Die gesamte Umgebung des Ortes dient als Naherholungsgebiet, das jährlich von vielen Besuchern aus dem Saarland und der angrenzenden Westpfalz besucht wird. Neben den Weihern sind weitere Attraktionen der Abenteuerpark Homburg – ein Kletterpark mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen am Brückweiher – sowie das Arboretum, in dem seltene Hölzer wachsen.

Wasserscheide[Bearbeiten]

Durch den Ort verläuft die Wasserscheide zwischen Erbach/Blies und Glan/Nahe.

Jugendzeltplatz Herrgottshübel[Bearbeiten]

Am nordöstlichen Ortsrand Richtung Altbreitenfelderhof liegt der 1969 gegründete Jugendzeltplatz Herrgottshübel. Dieser wird von dem Jägersburger Pfadfinder e.V (von der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg) betrieben. Auf ihm treffen sich jährlich viele Jugendgruppen aus dem In- und Ausland zu den traditionellen Zeltlagern. Von den Einheimischen wird der Herrgottshübel auch liebevoll „Ichelsburch“ (Igelsburg) genannt.[2]

Verkehr[Bearbeiten]

An der aufgegebenen Strecke der Glantalbahn gibt es den alten Bahnhof, der bereits Mitte der 1950er Jahre als Personenbahnhof aufgegeben wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Drumm: Das Dorf Jägersburg und seine Jagdschlösser. Verlag der Gemeinde Jägersburg, Jägersburg 1954.
  • Joachim Conrad, Stefan Flesch (Hrsg.): Burgen und Schlösser an der Saar. Minerva-Verlag Thinnes & Nolte, Saarbrücken 1988, ISBN 3-477-00078-1.
  • Ulrich Vicari: Von Hattwilre bis Jägersburg. Die Geschichte eines Dorfes der Saarpfalz bis 1800. Mit Urkundensammlung bis 1599. Eigenverlag, Jägersburg 1989.
  • Ralf Schneider: Schlösser und Landsitze der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken in den Oberämtern Zweibrücken und Homburg im 18. Jahrhundert. Architektur, Intérieur, Gartenkunst. Eigenverlag, Rottenburg 2003.
  • Helmut Steitz: 100 Jahre Websweiler. Eigenverlag, Homburg 1995.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jägersburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 803.
  2. Homepage des Jugendzeltplatzes Herrgottshübel