Jürgen Schreiber (Journalist)

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Jürgen Schreiber (* 30. Januar 1947 in Heilbronn) ist ein deutscher Reporter und Investigativjournalist.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Seit über 30 Jahren ist Schreiber Reporter. Tätig war er in dieser Zeit hauptsächlich für die Stuttgarter Zeitung und die Frankfurter Rundschau. Als Autor vertreten war er zudem mehrfach in den Zeitschriften GEO, Sports, Merian und dem Zeit-Magazin. Daneben gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der inzwischen eingestellten Wochenzeitung Die Woche. Als Reporter war er auch zeitweilig beim SZ-Magazin. Seit 1999 arbeitet er für den Berliner Tagesspiegel und ist seit 2001 als dessen Chefreporter tätig. Im Zusammenhang mit dem Fall Gäfgen hat er die Folterandrohung gegenüber dem damals Beschuldigten Magnus Gäfgen aufgedeckt.[1]

2005 veröffentlichte Schreiber das Buch Ein Maler aus Deutschland, welches das Familiendrama des international bekannten deutschen Malers Gerhard Richter aufdeckte. Schreiber enthüllte darin, dass Richters in einem berühmten Portrait Tante Marianne gemalte Tante Marianne Schönfelder nicht nur von NS-Ärzten umgebracht wurde, sondern dass sein eigener Schwiegervater, Prof. Dr. Heinrich Eufinger, (ohne Wissen Gerhard Richters) als Obersturmbannführer der SS bei der Sterilisierung geistig Behinderter eine maßgebliche Rolle spielte.

Ein Buch über die gemeinsamen Frankfurter Jahre mit Joschka Fischer ist Anfang September 2007 erschienen. Sein Buch über Monika Ertl von 2009 erhielt gemischte Kritiken.[2]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stefan Koldehoff: Kunstwerk, Dokument, Epitaph. (Rez. zu Jürgen Schreiber: Ein Maler aus Deutschland, 2005). In: Süddeutsche Zeitung (München), 21. Juni 2006, S. 11.
  • Burkhard Müller: Die Grautöne der Blumenwiese. Investigative Kunstbetrachtung: Jürgen Schreiber liest die Familienbilder Gerhard Richters wie einen politischen Kriminalroman. In: Süddeutsche Zeitung, 18. Oktober 2005, S. V3/22.
  • Sebastian Preuss: Der Maler, das Opfer und der Täter. Jürgen Schreiber findet in Gerhard Richters frühen Bildern die Geheimnisse einer deutschen Familiengeschichte. In: Berliner Zeitung, 18. Oktober 2005, S. 26.
  • Ernst Hohenthal: A family secret in the public domain. New revelations about Gerhard Richter's Herr Heyde. In: Christies's Magazine Vol. XXIII. No. 5, November 2006, New York und London, ISSN 0266-1217.
  • Eduard Beaucamp: Wie ein Requiem vom Ende der einer humanen Welt. Atemlose Spannung: Jürgen Schreibers brillante Biographie des Malers Gerhard Richter. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19. Oktober 2005.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Siehe auch: Selbstanzeige
  2. Z.B. sehr negativ: Erich Hackl: In allen Punkten schuldig - Rezension von Sie starb wie Che Guevara. In: „Die Wochenzeitung“, 18. Juni 2009.