Jacopo della Quercia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Abbildung des Jacopo della Quercia in Le vite dei più eccellenti pittori, scultori e architetti des Giorgio Vasari
Teil des Hochreliefs der Fonte Gaia (1409–1419) in Siena (1868 von Tito Sarrocchi erstellte Kopie)
Der Fienile von Santa Maria della Scala in Siena mit den Originalteilen des Fonte Gaia von Jacopo della Quercia

Jacopo della Quercia (* um 1374 oder 1367 in Quercegrossa, Gemeinde Castelnuovo Berardenga bei Siena; † 20. Oktober 1438 in Siena) war ein berühmter italienischer Bildhauer der Frührenaissance.

Leben[Bearbeiten]

Jacopo della Quercia wird wegen seiner an der Antike geschulten Durchbildung des menschlichen Körpers als Wegbereiter der Renaissance bezeichnet und gilt als der bedeutendste Sieneser Bildhauer. Er wirkte vor allem in Siena, Bologna und Lucca.

Im Jahre 1401 nahm er an dem florentiner Wettbewerb zur Gestaltung des Nordportals des Baptisterium San Giovanni teil und unterlag gegen Lorenzo Ghiberti. Ab 1425 gestaltete er die Reliefs am Hauptportal der Basilika San Petronio in Bologna.

Er wurde als Sohn des Holzbildhauers und Goldschmieds Piero di Angelo (auch: Petro Agnolo, bzw. Piero d’Angelo di Guarneri[1]) geboren. Er hatte mindestens einen Bruder, Priamo. Über sein Leben ist sonst nur wenig bekannt, gesichert sind neben seinen Hauptwirkungsstätten Aufenthalte in Florenz, Mailand, Venedig und Verona. Zu seinen Schülern gehörte Antonio Federighi.

Zu seinen wichtigsten Werken gehörte die Ausgestaltung des Brunnens Fonte Gaia am Piazza del Campo in Siena. Die Figuren wurden Mitte des 19. Jahrhunderts von Tito Sarrocchi originalgetreu ersetzt, die Originale befinden sich heute im Museum von Santa Maria della Scala im Raum Fienile.

Giorgio Vasari verfasste im zweiten Band von Le vite eine Biographie von della Quercia. Begraben wurde er im ersten Kreuzgang der Kirche Sant’Agostino in Siena.[2]

Hauptwerke[Bearbeiten]

  • Hochreliefs der Fonte Gaia (1409–1419) auf der Piazza del Campo in Siena
  • Grab der Ilaria del Carretto (1406) im Dom von Lucca
  • Taufbrunnen von San Giovanni (ab 1417)
  • Reliefs am Hauptportal der Basilika San Petronio in Bologna (seit 1425)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jacopo della Quercia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dizionario Biografico degli Italiani (DBI)
  2. Peter Anselm Riedl, Max Seidel (Hrsg.): Die Kirchen von Siena. Band 1,1 (Abbadia all’Arco–S. Biagio), Bruckmann Verlag, München 1985, ISBN 3-7654-1941-9, S. 54 (Sechstes Grab der ersten Reihe)