James Gandolfini

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James Gandolfini auf dem Toronto International Film Festival (2011)
Gandolfini im Jahr 2007

James Joseph Gandolfini Jr. (* 18. September 1961 in Westwood, New Jersey; † 19. Juni 2013 in Rom, Italien[1][2]) war ein US-amerikanischer Schauspieler italienischer Abstammung, der durch die Hauptrolle in der Serie Die Sopranos weltbekannt wurde[3].

Leben[Bearbeiten]

Gandolfini wurde 1961 in Westwood als Sohn der italienischen Einwanderer Santa und James Gandolfini Sr geboren.

Er wuchs in Park Ridge, New Jersey auf und besuchte bis 1979 die Park Ridge High School. An der Rutgers University machte Gandolfini den Bachelor of Arts in Kommunikation. Vor seiner Arbeit als Schauspieler arbeitete er als Barkeeper und Clubmanager. Er begann seine Karriere am New Yorker Broadway mit dem Theaterstück A Streetcar Named Desire von Tennessee Williams, in dem auch Alec Baldwin mitspielte. In der Folgezeit spielte er häufig zwielichtige, gewalttätige Charaktere. Tony Scott gab Gandolfini 1993 die Nebenrolle eines sadistischen Mafiakillers in True Romance. Auch 1995 und 1996 spielte er in Schnappt Shorty und Nicht schuldig an der Seite namhafter Kollegen Mafia-Enforcer. Für seine Leistung in Nicht schuldig lobte ihn Kritiker Roger Ebert[4]. In der Fernsehserie Die Sopranos, in der er die Hauptrolle als Familienoberhaupt der Mafia-Familie spielte, gelang ihm der Durchbruch. Dort verdiente er zum Schluss als Hauptdarsteller pro Episode 1.000.000 US-Dollar und gewann etliche Fernsehpreise.[5]

Privatleben[Bearbeiten]

Gandolfini und seine erste Frau, Marcy Wudarski, ließen sich im Dezember 2002 scheiden. Sie haben einen Sohn (* 2000).[6]

Am 30. August 2008, nach zwei Jahren Beziehung, heiratete er das ehemalige Model Deborah Lin in ihrem Heimatstaat Hawaii.[7] Am 10. Oktober 2012 wurde ihre gemeinsame Tochter in Los Angeles geboren.[8]

Tod[Bearbeiten]

Gandolfini starb am 19. Juni 2013 im Alter von 51 Jahren während eines Kurzurlaubs in Rom. Er hatte geplant, am 22. Juni 2013 nach Sizilien zu reisen, um dort eine Auszeichnung beim Taormina Film Fest zu empfangen. Nach einer Sightseeingtour bei sehr starker Hitze fand ihn sein 13-jähriger Sohn um ca. 10 Uhr Ortszeit bewusstlos im Badezimmer auf. Er informierte daraufhin die Hotelrezeption, die einen Rettungswagen rief. Nachdem Gandolfini um 10:40 Uhr Ortszeit im Krankenhaus ankam, wurde er um 11:00 Uhr für tot erklärt.[9] Eine Autopsie bestätigte, dass er an einem Herzinfarkt starb.[10] Seine Beerdigung fand am 27. Juni in New York statt.[11] Nach seinem Testament wurde seinem Sohn ein großer Teil seines geschätzten Vermögens von ca. 70 Millionen Dollar zugeschrieben. Zudem teilten sich seine Tochter, seine Witwe sowie seine Schwestern und Nichten das Erbe.[12]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Schauspieler[Bearbeiten]

Produzent[Bearbeiten]

  • 2008: Alive Day Memories: Home from Iraq (Dokumentarfilm)
  • 2010: Wartorn: 1861–2010 (Dokumentarfilm)
  • 2012: Hemingway & Gellhorn (Dokumentarfilm)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Diverse Rollen[Bearbeiten]

Für seine Rolle als Tony Soprano[Bearbeiten]

  • Er war zwischen 1999 und 2007 sechsmal für den bedeutenden US-amerikanischen Fernsehpreis Emmy in der Kategorie Primetime Emmy Award for Outstanding Lead Actor in a Drama Series (Primetime Emmy für den herausragenden Hauptdarsteller einer Fernsehserie) nominiert. Gandolfini gewann ihn dreimal.
  • Zwischen 1999 und 2002 war er viermal für den Golden Globe Award in der Kategorie Best Actor – Television Series Drama (bester Darsteller in einer Fernsehserie) nominiert und gewann ihn einmal.
  • Für den Screen Actors Guild Award war er in der Kategorie Outstanding Performance by a Male Actor in a Drama Series (Herausragende schauspielerische Leistung in einer Fernsehserie) siebenmal nominiert und gewann die Trophäe dreimal, womit er aktuell Rekordhalter ist. Das Ensemble der Sopranos war siebenmal für den Screen Actors Guild-Award in der Kategorie Outstanding Performance by an Ensemble in a Drama Series (Herausragende schauspielerische Leistung eines Ensembles in einer Fernsehserie) nominiert und gewann zweimal.

Für die Produktion von Dokumentarfilmen[Bearbeiten]

  • 2008: Alive Day Memories: Home from Iraq
  • 2008: Nominiert – Primetime Emmy Award für eine hervorragende Dokumentation
  • 2010: Wartorn: 1861–2010
  • 2010: RISM Award for Best Documentary Program – Mental Health
  • 2012: Hemingway & Gellhorn
  • 2012: Nominiert – Primetime Emmy Award für eine herausragende Miniserie

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: James Gandolfini – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nikki Finke, Nellie Andreeva: R.I.P. James Gandolfini. In: Deadline. PMC, 19. Juni 2013, abgerufen am 20. Juni 2013 (englisch).
  2. Cynthia Littleton: James Gandolfini Dead at 51. In: Variety. PMC, 19. Juni 2013, abgerufen am 20. Juni 2013 (englisch).
  3. Nachruf in Der Spiegel
  4. http://www.rogerebert.com/reviews/the-juror-1996
  5. Lea Goldman, Kiri Blakeley: Cast of The Sopranos. In: Forbes Magazine. Forbes Inc., 15. Juni 2006, abgerufen am 20. Juni 2013 (englisch).
  6. http://www.telegraph.co.uk/news/celebritynews/10133250/James-Gandolfini-discovered-by-13-year-old-son.html
  7. http://www.dailymail.co.uk/tvshowbiz/article-1051089/Sopranos-Godfather-James-Gandolfini-marries-model-fianc-e-Hawaii.html
  8. FAZ/dpa: Nachruf
  9. http://www.channel24.co.za/TV/News/James-Gandolfini-died-of-cardiac-arrest-20130620
  10. http://archive.is/20130624234408/news.yahoo.com/gandolfini-autopsy-confirms-heart-attack-cause-death-source-092303001.html
  11. http://www.myfoxny.com/story/22662946/funeral-for-james-gandolfini-scheduled-for-thursday
  12. http://www.usatoday.com/story/life/people/2013/07/03/james-gandolfini-leaves-70-million-estate/2485851/