Janus Cornarius

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Cornarius

Janus Cornarius (auch: Cornarus, eigentlich Simon Haynpol; * 1500 in Zwickau; † 16. März 1558 in Jena) war ein deutscher Humanist, Arzt, Autor, Philologe, Übersetzer und Hochschullehrer.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Cornarus immatrikulierte sich zunächst 1517 Universität Leipzig, betrieb vorwiegend medizinische Studien und erwarb am 13. September 1518 bei Petrus Mosellanus den Grad eines Baccalaureus. Am 30. Mai 1519 wechselte er an die Universität Wittenberg und erlangte am 24. Januar 1521 den Grad eines Magister artium. Im selben Jahr übernahm er an der philosophischen Fakultät eine Professur für lateinische und griechische Grammatik. Am 9. Dezember 1523 erwarb er sich das Lizentiat der Medizin und wurde in den Senat der medizinischen Fakultät aufgenommen. Dabei machte er sich einen Namen durch klare Übersetzungen der griechischen Autoren in die lateinische Sprache, besonders auf dem medizinischen Gebiet. Bald verließ er jedoch die Wittenberger Fakultät und begann ein stetiges Reiseleben.

Nachdem Cornarius in Italien zum Doktor der Medizin promoviert wurde, reiste und lehrte unter anderem in den Niederlanden, wo er mit Erasmus von Rotterdam zusammentraf, ferner in Frankreich, England und Livland (Baltikum). Von 1542 bis 1546 war er Professor in Marburg (Lahn) und ging 1557 an die neugegründete (protestantische) Jenaer Universität, wo er der erste Dekan der medizinischen Fakultät wurde. Als wichtiger Vertreter der philologischen Heilkunde übersetzte er zahlreiche altgriechische Handschriften in die lateinische Sprache. Damit trug er fast das gesamte medizinische Wissen seiner Zeit zusammen und machte es für die Ausbildung der Studenten nutzbar.

Demgemäß hatten seine Werke großen Einfluss auf die damalige Medizin, die sich vor allem auf die antiken Autoritäten Galen und Hippokrates stützte, sowie auf die mittelalterlichen Gelehrten Avicenna und Averroes. Zeitgenössische Gelehrter wie Vesal oder Paracelsus fanden weniger Beachtung, wohl hingegen das Studium der Botanik und ihrer Heilkräuter.

Ein großer Teil von Cornarius’ Publikationen wurde in Basel gedruckt, wo er sich mit Erasmus befreundet hatte. Zur Philosophie trug Cornarius eine Übersetzung des Aristoteles-Kommentars von Pachymeres bei, die in einer Gesamtausgabe mit Schriften eines Platonikers 1553 in Paris erschien.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Scheible: Melanchthons Briefwechsel (MBW) Personen 11
  • Hans Theodor Koch: Die Wittenberger Medizinische Fakultät (1502–1652). Ein biobibliographischer Überblick. In: Stefan Oehmig: Medizin und Sozialwesen in Mitteldeutschland zur Reformationszeit. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2007, ISBN 978-3-374-02437-7
  • E. Herzog: Zwei alte Physikat-Bestallungen aus den Jahren 1523 und 1546. In: Vereinte deutsche Zeitschrift für die Staats-Arzneikunde 3 (1848), S. 194–200
  • August HirschCornarius, Janus. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 4, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 481.

Weblinks[Bearbeiten]