Jastarnia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jastarnia
Wappen von Jastarnia
Jastarnia (Polen)
Jastarnia
Jastarnia
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Puck
Fläche: 8 km²
Geographische Lage: 54° 42′ N, 18° 40′ O54.718.666666666667Koordinaten: 54° 42′ 0″ N, 18° 40′ 0″ O
Einwohner: 3938
(30. Jun. 2012)[1]
Postleitzahl: 84-140 und 84-141
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GPU
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 216: Hel–Władysławowo-Reda
Schienenweg: Reda–Hel
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Einwohner: 3938
(30. Jun. 2012)[2]
Gemeindenummer (GUS): 2211021
Verwaltung (Stand: 2010)
Bürgermeister: Tyberiusz Narkowicz
Adresse: ul. Portowa 4
84-140 Jastarnia
Webpräsenz: www.jastarnia.pl

Jastarnia [jaˈstarɲa] (deutsch Heisternest) ist eine Stadt und ein Badeort in der Mitte der Halbinsel Hel (auch Putziger Nehrung genannt), die die Danziger Bucht von der Ostsee trennt. Jastarnia hat etwa 4000 Einwohner und liegt in der Wojewodschaft Pommern in Polen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Ursprünglich ging Jastarnia aus zwei Siedlungen hervor, aus dem heutigen so genannten Jastarnia Pucka / Putziger Heisternest und aus Bór / Danziger Heisternest. Das Danziger Heisternest wurde von Protestanten bewohnt, während die Bewohner von Putziger Heisternest katholisch waren und kaschubisch sprachen. Noch heute sollen sich die Dialekte in den Ortsteilen unterscheiden lassen.

Der Bau der Bahnstrecke Reda–Hel im Jahr 1922 und ein eigener Hafen machten Jastarnia innerhalb kurzer Zeit zu einem beliebten Seebad.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

  • Fischerhäuschen im Zentrum des Ortes
  • Fischerhütte (polnisch: Chata rybacka) in der ulica Rynkowa 10
  • Fischermuseum (polnisch: Muzeum rybackie) in der ulica Mickiewicza
  • neobarocke Kirche von 1931 mit einer Kanzel in Form eines Fischerbootes
  • Leuchtturm

Gmina [Bearbeiten]

Zur Gemeinde Jastarnia gehören folgende Ortschaften:

polnischer Name kaschubischer Name deutscher Name (bis 1920 und 1939-45)
Jastarnia Jastarniô Heisternest
Jurata Jurata Jurata (1939-45 Helaheide)
Kuźnica Kùsfeld Kußfeld
Syberia Sëberiô

Jurata [Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Jurata etablierte sich als Badeort, als eine Terraingesellschaft 1923 ein 180 ha umfassendes Stück Kiefernwaldes an der Putziger Wiek pachtete, um dort ein Ferienanlage zu errichten. Die Gesellschaft ließ Hotels und Ferienbungalows (Ganzdachhäuschen) bauen. Die Lage mit ausreichend Schatten unter Kiefern aber auch mit dem sonnigen Südstrand zur Wiek mit ihrer flach abfallenden Küste sind ideal zum Baden, zumal die Wiek sich schneller erwärmt und ruhiger liegt als die offene Ostsee. Jurata entwickelte sich schnell zu einem beliebten und exklusiven Badeort für betuchte Urlauber. Auch heute noch ist es ein Badeort mit hohem Standard.

Nach der deutschen Eroberung des westlichen Polens 1939 und der Annexion Pommerellens musste die Gesellschaft den Betrieb einstellen und ihre Anlagen wurden enteignet. Die Wehrmacht übernahm die Ferienbungalows Juratas als Offizierserholungsheim und vermietete sie an die Familien Wehrmachtsangehöriger. Der Hotelbetrieb blieb eingestellt. Im Zuge der Germanisierung der Ortsnamen erhielt Jurata den unhistorischen vor 1920 unbekannten deutschen Namen Hela-Heide, der sich im alltäglichen Gebrauch selbst der deutschsprachigen Einwohner und Urlauber nicht durchsetzte.

Auch nach dem Krieg erlangten die ursprünglichen Inhaber ihr Eigentum an der Anlage nicht zurück, sondern das polnische Militär nutzte sie als Ferienanlage für Mitglieder der Streitkräfte. Heute ist die Anlage wieder zivil genutzt. Die ehemalige Ferienvilla der Präsidenten der Zweiten Republik Polen und ein weiteres der ursprünglichen Holzhäuser sind erhalten und Schautafeln erklären die Geschichte der Anlage. Die in den 1970-ern errichteten mehrstöckigen Gebäude mit Ferienappartements sind z.T. schon renoviert und die Appartements teils privatisiert.

Verkehr [Bearbeiten]

Trotz der exponierten Lage ist Jastarnia über die Bahnstrecke Reda–Hel an das polnische Eisenbahnnetz angeschlossen. Personenzugverbindungen nach Gdynia gibt es nahezu stündlich.

Der Ort ist über einen Radweg zu erreichen, der die gesamte Halbinsel Hel erschließt.

Städtepartnerschaften [Bearbeiten]

Bildergalerie [Bearbeiten]

Fußnoten [Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2012. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 1. Februar 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2012. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 1. Februar 2013.