Jay & the Americans

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Jay & the Americans war eine US-amerikanische Doo-Wop-Gesangsgruppe, die ursprünglich 1959 in New York als Harbor-Lites gegründet wurde. Jay Traynor hatte zuvor mit den The Mystics gesungen. Jerry Leiber und Mike Stoller entdeckten die Band 1961 bei einem Vorspiel und so bekamen sie im selben Jahr einen Schallplatten-Vertrag bei United Artists Records (einem Tochterunternehmen der Filmgesellschaft United Artists). Im Herbst 1961 erschien unter dem neuen Bandnamen mit Tonight aus der West Side Story ihre erste Single.

Beschreibung[Bearbeiten]

Nachdem 1962 mit David Black ein neuer Sänger eintrat, gelangen etliche Erfolge. Die zweite Single She cried erreichte 1962 eine Nummer-5-Platzierung in den US-Charts. Nach wechselnder Besetzung erreichten sie mit Come a little bit closer einen beachtlichen Platz 3 im Jahre 1963, gefolgt von Let’s lock the door (Platz 11) und Think of the good times im Jahre 1965.

Nach Cara mia (Platz 4) begannen sie erfolgreich Oldies zu covern, Some enchanted evening, u. a. von Perry Como, Frank Sinatra, Bing Crosby und The Temptations interpretiert, erreichte Platz 13, gefolgt von Neil Diamonds erstem Songwriter-Erfolg Sunday and me (Platz 18) und Roy Orbisons Crying (Platz 25) sowie einer Cover-Version von This magic moment der Drifters, die mit einer Platz-6-Positionierung sogar erfolgreicher als das Original war.

Anders als in den Vereinigten Staaten war der Gesangsgruppe in Deutschland weniger Erfolg beschieden, die Single Cara Mia erreichte als einzige in Deutschland eine Platzierung in den Singles-Charts und erreichte dort lediglich Platz 30.[1]

In den 1970er Jahren wurde es dann insgesamt ruhiger um die Gruppe, Walking in the rain erreichte in den US-Charts Platz 19. Zwei Band-Mitglieder, die 1969 dazugestoßenen Donald Fagen und Walter Becker, gründeten daraufhin die ebenfalls erfolgreiche Band Steely Dan.

Die letzte Hitparaden-Notierung stammt aus dem Jahr 1970, danach zerfiel die Gruppe. Im Jahr 2002 wurde sie in die Vocal Group Hall of Fame aufgenommen.

Mitglieder[Bearbeiten]

  • John „Jay“ Traynor (* 30. März 1943 in Albany, New York, † 2. Januar 2014 in Tampa/Florida an Leberkrebs; Leadgesang), ersetzt von
    • David „Jay“ Black (* 2. November 1938 in New York)
  • Sandy Yaguda "Deane" (* 31. Januar 1940 in New York)
  • Howard Kershenbaum („Howie Kane“) (* 6. Juni 1940 in New York)
  • Marty Sanders (* 28. Februar 1940 in New York)
  • Kenny Rosenberg („Kenny Vance“) (* 9. Dezember 1943 in New York)

Singles (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Tonight, 1961
  • She cried, 1962 (USA Platz 5)
  • Only in America, 1963 (USA Platz 25)
  • Come dance with me, 1963 (USA Platz 76)
  • Come A Little Bit Closer, 1964 (USA Platz 3)
  • Let’s lock the door, 1964 (USA Platz 11)
  • Think of the good times, 1965 (USA Platz 57)
  • Cara mia, 1965 (USA Platz 4)
  • Some enchanted evening, 1965 (USA Platz 13)
  • Sunday and me, 1965 (USA Platz 18)
  • Why can’t you bring me home, 1966 (USA Platz 63)
  • Crying, 1966 (USA Platz 25)
  • Livin’ above your head, 1966 (USA Platz 76)
  • He’s raining in my sunshine, 1966 (USA Platz 90)
  • This magic Moment, 1968 (USA Platz 6)
  • When you dance, 1969
  • Hushabye, 1969 (USA Platz 62)
  • Walkin’ in the rain, 1969 (USA Platz 19)
  • Capture the moment, 1970 (USA Platz 57)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ehnert, Günter (Hrsg.): Hit Bilanz. Deutsche Chart Singles 1956-1980. Hamburg: Taurus Press, 1990, S. 107

Literatur[Bearbeiten]

  • Stambler, Irwin: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. 3. überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, S. 327f – ISBN 0-312-02573-4
  • Warner, Jay: The Billboard Book Of American Singing Groups. A History 1940-1990. New York City / New York: Billboard Books, 1992, S. 399-401