Jean Baptiste Feilner

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Dunkelbraunes Revers einer Carte de Visite des Hoffotografen in Oldenburg, „Inh. J. B. Feilner & A. Mohaupt“
„Herr Gastvogel“; Melange mit einer Zeichnung eines noch unidentifizierten Künstlers als Carte de Visite (CDV), um 1895
Revers einer Bremer CDV mit Darstellung der Auszeichnungen
Porträt des Braunschweiger Lehrers Konrad Koch, der 1874 das Fußballspiel in Deutschland einführte
Werbeanzeige in: "Braunschweigisches Adreß-Buch für das Jahr 1894"
Atelierfotografie „Unser Kronprinz“ (Wilhelm von Preußen (1882–1951)) als Ansichtskarte mit Blindstempeln „Jean Baptiste Feilner Hofphotograph Bonn“ und „1901“

Jean Baptiste Feilner († 1912)[1] war ein vielfach ausgezeichneter, selbständiger Fotograf mit Ateliers in verschiedenen deutschen Städten[2] sowie Verleger von Ansichtskarten.[3]

Leben[Bearbeiten]

Jean Baptiste Feilner, der bereits 1868 mit einem „Ehrenpreis“ ausgezeichnet wurde,[4] übernahm 1869 in Bremen das Atelier seines Vaters, des Daguerreotypisten Johann Eberhard Feilner, und führte dessen Firma bis 1896 weiter.[1]

1878 berichtete die Photographische Korrespondenz von einer „Cabinet-Photographie von Jean Baptiste Feilner in Bremen. Copirt durch eine neue Abtönungsvignette, verfertigt von JB Feilner & Grienwaldt in Bremen.“[5] 1883 berichtete auch die Chemiker-Zeitung über das neue Verfahren,[6] und im Jahr darauf folgten 1884 Details im Technisch-chemisches Jahrbuch.[7]

Neben den seinerzeit überall begehrten Porträt-Aufnahmen in Form einer Carte de visite oder der größeren Kabinettfotografie schuf Feilner auch Architekturaufnahmen, so etwa eine von 1888 vom Alten Graben in Emden, die sich heute im Bildarchiv der Ostfriesischen Landschaften findet.[8] Im selben Jahr schuf Feilner 1888 eine der frühesten Aufnahmen der Neuen Kirche in Emden, die mehr als ein Jahrhundert später - im Besitz des Ostfriesischen Landesmuseums Emden - zum „Kunstwerk des Monats Februar 2003“ gewählt wurde.[9] 1899 berichtete das Repertorium für Kunstwissenschaft von Walter de Gruyter & Co. über die Fotografien Feilners vom „Chorportal der Stadtkirche und namentlich das Renteiportal (Hofapotheke) zu Jever“.[10]

Spätestens 1892, nach zahlreichen anderen, zum Teil internationalen Prämierungen, war Jean Baptiste Feilner ausgezeichnet worden mit dem Titel des Hof-Photographen „Sr. Königl. Hoheit d. Erbgrossherzogs von Oldenburg“,[4] Peter II..

Ebenfalls 1892 hatte Feilner bereits etliche Filialen in unterschiedlichen Orten eröffnet, die er teilweise gemeinsam mit anderen Inhabern betrieb, in Oldenburg beispielsweise mit „A. Mohaupt“.[11] Aufwendige Lithografien für die Kartonträger seiner Carte de Visite für verschiedene Ortschaften ließ Feilner bei Haake & Albers in Frankfurt herstellen.[11][12]

Spätestens ab 1898 gab Feilner eigene Ansichtskarten heraus; bekannt ist beispielsweise eine circa 22 x 32 cm große „Postkarte“ aus jenem Jahr als Fotomontage aus Theatergebäude und insgesamt 40 Hofschauspielern und- spielerinnen auf einem hölzernen Träger.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Arbeiten Jean Baptiste Feilners wurden laut Eigenauskunft auf der Rückseite einer seiner Carte des Visite „prämiirt auf 14 Ausstellungen“,[13]; nach dem Ehrenpreis 1868[4]

sowie in

Bekannte Ateliers[Bearbeiten]

Während ein Bremer Atelier des Vaters noch unter der Adresse Große Weidestrasse 9 nachgewiesen ist,[15] betrieb Jean Baptiste ein frühes Atelier in Bremen in der Straße Am Wall 158.[16] Neben einem Atelier in der Obernstraße 48[17] sind auch diejenigen am Getreidemarkt 3 und in der Mariahilferstraße 1b bekannt.[1] Um 1892 betrieb Feilner folgende Ateliers:[4]

Um 1895 lässt sich neben Oldenburg, Jever und Borkum noch ein Atelier in Wittmund belegen.[11]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jean Baptiste Feilner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Fritz Kempe: Daguerreotypie in Deutschland... (siehe Literatur)
  2. siehe beispielsweise diese Rückseite einer Carte de Visite
  3. a b Udo Elerd: Gruss aus Oldenburg. Frühe Ansichtskarten aus der Sammlung des Stadtmuseums, aus Anlass der Ausstellung im Stadtmuseum Oldenburg vom 17. Januar - 21. Februar 1988, Hrsg.: Stadt Oldenburg, Der Oberstadtdirektor, Ausstellung und Katalog, Oldenburg: Isensee, 1988, ISBN 3-920557-76-X, Snippet-Ansicht
  4. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w Revers Hannover, handschriftlich datiert 1892
  5. Photographische Gesellschaft in Wien: Photographische Korrespondenz: Zeitschrift für wissenschaftliche undangewandte Photographie und die gesamte Reproduktionstechnik, Band 15, S. 174; Snippet
  6. Walther Adolf Roth: Chemiker-Zeitung, Band 7, Verlag der Chemiker-Zeitung, 1883, S. 840; Snippet
  7. Rudolf Biedermann: Technisch-chemisches Jahrbuch, 1882–1883, Band 5, Julius Springer, 1884, S. 513; Snippet
  8. Detlef Hoffmann, Jens Thiele: Lichtbilder, Lichtspiele: Anfänge der Fotografie und des Kinos in Ostfriesland, Begleitbuch zur Wanderausstellung (in Emden: Landesmuseum-Rathausfestsaal, 2.5. - 23.5.1989 ... Nienburg: Museum Nienburg, 15.10. - 12.11.1989), Marburg: Jonas-Verlag für Kunst und Literatur, 1989, ISBN 3-922561-84-5, S. 59 u.ö.; Snippet-Ansicht
  9. a b Menno Dirks M. A.: KUNSTWERK DES MONATS FEBRUAR 2003 (2) Emden. Neue Kirche
  10. Repertorium für kunstwissenschaft, Band 21, Walter de Gruyter & Co, 1899, S. 206 u.ö.
  11. a b c siehe beispielsweise für Hannover bei Commons
  12. a b Revers im Jugendstil einer CDV aus Bonn
  13. a b c d e f Revers einer CDV aus Koblenz
  14. Wilhelm Knapp: Photographische Chronik des Photographischen Vereins zu Berlin, Band 12, 1905, S. 391; online als Snippet-Ansicht
  15. Revers dieser Fotografie
  16. Rückseite dieser Fotografie
  17. National Trust of Australia (Tasmania): Carte de Visite - page 1 of 26 pages
  18. Verkehrsverein Braunschweig (Hrsg.): Historischer Führer durch die Stadt Braunschweig, Bremen: Salzwasser-Verlag, 2010, ISBN 978-3-86195-346-3, S. 60; online über Google-Bücher
  19. Dorfbürgerverein Sandelermöns und Umgebung e.V: 20. - Dörpslü - auf sandelerburg.de