Jenny Tonge

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Jennifer Tonge

Jennifer Louise Tonge (* 19. Februar 1941), seit 2005 Baroness, ist eine Politikerin im Vereinigten Königreich. Sie war von 1997 bis 2005 Liberaldemokratisches Parlamentsmitglied (MP) für den 1997 geschaffenen Londoner Wahlbezirk Richmond Park. Seit dem 23. Juni 2005 ist sie Mitglied auf Lebenszeit im House of Lords.

Politische Karriere[Bearbeiten]

Von 1981 bis 1990 war Tonge Beigeordnete des London Borough of Richmond upon Thames-Wahlbezirks der Richmond Park einschloss. Sie leitete vier Jahre den Sozialausschuss. Nach der Parlamentswahl von 1997, in der sie einen Unterhaussitz gewann, war sie Sprecherin ihrer Partei für Internationale Entwicklung.

2002 fragte sie Tony Blair im Rahmen einer Debatte um Kreationismus und Evolution, ob dieser "glücklich damit sei, das beides zusammen an staatlichen Schulen gelehrt wird."[1]

Vom Parteivorsitzenden Charles Kennedy wurde sie im Januar 2004 als Sprecherin abgelöst nachdem sie geäußert hatte, dass sie verstehen könne, wenn Palästinenser Selbstmordattentäter werden und dass sie als solcher selbst einer wäre. Eine Entschuldigung lehnte sie ab. [2] Tonge unterstützte einige pro-palästinensische Aktivisten und MP's, die eine zweiminütige Schweigeminute zum Gedenken an den von Israel getöteten Hamas-Führer Scheich Ahmad Yasin abhielten. Für die Ehrung eines Terroristen wurde sie deshalb in der Presse angegriffen, besonders von Melanie Phillips, einer Journalistin, die für Daily Mail und Jewish Chronicle schreibt.[3]

Jenny Tonge verlor 2004 eine Tochter durch Stromunfall und zog sich im Mai während der Britische Unterhauswahlen 2005 zurück um ihre Enkel zu unterstützen. Ihren Sitz übernahm Susan Kramer.

Seit dem 23. Juni 2005 ist sie Baronesse Tonge von Kew des London Borough of Richmond upon Thames und damit auf Lebenszeit den Peer im britischen Oberhaus.

Anfang 2006 griff sie im britischen Oberhaus die Gana und Gwi-San der Kalahari an, die versuchten in „der Steinzeit zu verharren“ und „die Regierung Botswanas erpressen“, indem sie sich weigerten ihr Land zu verlassen. [4] Diesen Schluss zog sie aus einer Reise nach Botswana 2002, die von Debswana bezahlt wurde,[5] einem Joint-Venture-Unternehmen zwischen De Beers und der botswanischen Regierung, dem die Schürfrechte für Diamanten im San-Siedlungsgebiet in der Kalahari gehört.

Im September 2006 sagte Tonge in einer Rede an der Universität Edinburgh während eines Meetings am Rande einer Parteikonferenz, dass die „pro-israelische Lobby die westliche Welt umklammert halte, besonders finanziell“ und „wohl auch unsere Partei. Amerikanische Forschungen bestätigten, dass die israelische Lobby einen disproportionalen Einfluss auf die US-Außenpolitik hat.“ Dabei bezog sie sich auf die Publikation des Politologen John Maersheimer, The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy.

Angeführt vom Erzbischof von Canterbury George Leonard Carey bildete sich daraufhin eine parteiübergreifende Gruppe der Lords, die äußerte, dass Tonge's Kommentare „unverantwortlich und unpassend“ seien und die „klassische anti-jüdische Konspirations-Theorie beleben“ würden. Die Parteiführung und das Chief Whip-Büro des House of Lords beschlossen daraufhin „Empfehlungen“, wie mit Jenny Tonge zu verfahren sei und übermittelten ihr diese. Das Board of Deputies of British Jews hofft auf Parteiausschluss.[6]

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.epolitix.com/EN/News/200203/359F0E2D-C62A-4A69-A45B-C33A5CFBFDA3.htm
  2. http://news.bbc.co.uk/1/hi/uk_politics/3421669.stm
  3. http://www.melaniephillips.com/diary/archives/000443.html
  4. http://www.parliament.the-stationery-office.co.uk/pa/ld199697/ldhansrd/pdvn/lds06/text/60313-23.htm#60313-23_unstar0
  5. http://www.parliament.the-stationery-office.co.uk/pa/ld199697/ldhansrd/pdvn/lds06/text/60313-26.htm
  6. http://fr.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1162378505591&pagename=JPost%2FJPArticle%2FPrinter

Weblinks[Bearbeiten]