Charles Kennedy

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Dieser Artikel befasst sich mit dem britischen Politiker Charles Kennedy. Für den US-amerikanischen Politiker siehe Charles A. Kennedy.
Charles Kennedy

Charles Kennedy (* 25. November 1959 in Inverness) war vom 9. August 1999 bis 7. Januar 2006 der Vorsitzende der Liberal Democrats, der drittstärksten Partei Großbritanniens. Bei den Unterhauswahlen vom 5. Mai 2005 trat er gegen den amtierenden Premierminister Tony Blair von der Labour Party und den Vorsitzenden der Konservativen Partei, Michael Howard, an. Trotz Stimmen- und Sitzgewinnen für seine Partei gelang es ihm nicht, eine weitere absolute Mehrheit für die Labour Party zu verhindern. Seine Liberaldemokraten blieben innerhalb der britischen Parteienlandschaft die drittgrößte Partei. Kennedy trat am 7. Januar 2006 zurück, nachdem er unter Druck geraten war, weil er sich öffentlich zu seinen Alkoholproblemen bekannt hatte.

Leben[Bearbeiten]

Charles Kennedy erlangte seinen Schulabschluss an der Lochaber High School und studierte danach Politikwissenschaften und Philosophie an der University of Glasgow. Dort begann er, politisch aktiv zu werden. Er war dort Präsident der Glasgow University Union und geriet ins Rampenlicht, da diese als letzte Organisation ihrer Art keine Frauen als Mitglieder zuließ; widerstrebend ließ er nach starkem öffentlichen Druck diese Regelung abschaffen. Kurze Zeit später wurde er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei SDP.

Danach arbeitete er für die BBC Highland als Journalist und erhielt nach einiger Zeit ein Forschungsstipendium, das ihn an die Indiana University in den Vereinigten Staaten brachte.

Politische Karriere[Bearbeiten]

Während er sich noch in den USA aufhielt, wurde Kennedy von seiner Partei als Kandidat für den Wahlkreis von Ross, Cromarty und Skye nominiert. Diesen gewann er bei den Wahlen von 1983 und zog als jüngster Abgeordneter ins Unterhaus ein. Seinen Sitz verteidigte er in vier weiteren Unterhauswahlen.

Ende der 80er Jahre vereinigten sich die SDP und die Liberalen, die schon vorher eine Allianz gebildet hatten, zu einer neuen Partei, die zunächst Social and Liberal Democratic Party hieß und später in Liberal Democrats umbenannt wurde. Er übte für die Partei verschiedene Funktionen im Parlament aus. Er war zudem von 1990 bis 1994 Parteivorsitzender.

Parteivorsitz[Bearbeiten]

Nach dem Rücktritt Paddy Ashdowns wurde Charles Kennedy am 9. August 1999 bei drei Gegenkandidaten zum neuen Vorsitzenden der Liberaldemokraten gewählt. Kennedy wird im Vergleich zu seinem Vorgänger ein eher zurückhaltender Führungsstil attestiert. Auch wenn er gelegentlich als Leichtgewicht abgetan wird, bescheinigen ihm Meinungsumfragen eine positive Bewertung als Parteivorsitzender und potenzieller Premierminister bei vielen Briten.

Auch Kennedy strebt den Durchbruch seiner Partei und den Aufstieg zur zweitstärksten Kraft im Parlament an. Bei der ersten Unterhauswahl unter seiner Führung gewannen die Liberaldemokraten 1,5 Prozent der Wählerstimmen hinzu und erlangten 18,5 Prozent sowie 52 Parlamentssitze. Aufgrund des britischen Wahlsystems konzentrieren die Liberaldemokraten ihre Strategie auf den Gewinn aussichtsreicher Wahlkreise, vor allem solcher, die von den Konservativen gehalten werden. Doch versucht seine Partei auch, von Stimmen unzufriedener Labour-Anhänger zu profitieren, insbesondere von Gegnern des Irakkriegs. Bei einigen Nachwahlen war seine Partei erfolgreich.

Bei den Unterhauswahlen am 5. Mai 2005 gelang es ihm, den Stimmenanteil seiner Partei um mehr als drei Prozent zu steigern und einige Sitze für die Liberaldemokraten hinzuzugewinnen. Dennoch blieb seine Partei hinter der Labour Party und den konservativen Tories deutlich abgeschlagen die dritte Kraft im politischen System des Vereinigten Königreichs. Das Ziel einer Regierungsbeteiligung konnte wegen der erneuten absoluten Mehrheit der Labour Party unter Premierminister Tony Blair nicht erreicht werden.

Am 7. Januar 2006 gab Kennedy bekannt, bei den bevorstehenden Neuwahlen nicht mehr für den Parteivorsitz kandidieren zu wollen, nachdem er wegen seines Eingeständnisses, Alkoholprobleme zu haben, unter innerparteilichen Druck geraten war. Sein Nachfolger wurde Sir Walter Menzies Campbell.

Privatleben[Bearbeiten]

Charles Kennedy heiratete im Juli 2002 Sarah Gurling. 2005 wurde ihr Sohn geboren.

In Berichten über den schlechten Gesundheitszustand Kennedys während der Irak- und Haushaltsdebatten 2003 wurden Alkoholprobleme vermutet, was sich aber als weitgehend haltlos herausstellte. Um weiteren Spekulationen zuvorzukommen, gibt Kennedy in einer Pressekonferenz am 5. Januar 2006 zu, dass er seit 18 Monaten eine Alkoholentziehungskur mache.

Weblinks[Bearbeiten]