Liberal Democrats
| Liberal Democrats Liberaldemokraten |
|
| Parteiführer | Nick Clegg |
| Gründung | 3. März 1988 |
| Gründungsort | London |
| Hauptsitz | 4 Cowley Street London, SW1P 3NB |
| Jugendorganisation | Liberal Youth |
| Ausrichtung | Liberalismus, Linksliberalismus, Libertarismus |
| Farbe(n) | Gelb |
| Parlamentsmandate |
57/650
|
| Mitgliederzahl | 42.501 (Januar 2013)[1] |
| Internationale Verbindungen | Liberale Internationale (LI) |
| Europaabgeordnete |
12/73
|
| Europapartei | ALDE-Partei |
| EP-Fraktion | ALDE |
| Website | www.libdems.org.uk |
Die Liberal Democrats [ˈlɪbəɹəɫ ˈdeməkɹæts] (deutsch: Liberaldemokraten) sind eine liberale Partei im Vereinigten Königreich. Sie gingen 1988 aus der Vereinigung von Liberal Party und Social Democratic Party hervor. Derzeitiger Parteiführer ist seit 2007 Nick Clegg. Die Partei ist seit 2010 erstmals Regierungspartei.
Auf europäischer Ebene sind die Liberal Democrats Mitglied der Europapartei Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa. Im Europäischen Parlament stellen sie nach der deutschen FDP die zweitgrößte Landesgruppe der liberalen ALDE-Fraktion, der drittgrößten Fraktion im Europäischen Parlament.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte[Bearbeiten]
Das britische Mehrheitswahlrecht bewirkt, dass kleinere Parteien im Unterhaus unterrepräsentiert sind. Deshalb schlossen sich 1988 die beiden kleineren Parteien in der Mitte des politischen Spektrums, die Liberal Party und die Social Democratic Party, zusammen, nachdem sie bei den Unterhauswahlen 1983 und 1987 bereits eine Wahlallianz gebildet hatten. Die damit verbundene Hoffnung, mit der Conservative Party und der Labour Party gleichzuziehen, erfüllte sich nicht. Allerdings stellen die Liberal Democrats mehrere kommunale Regierungen und waren bis 2007 in Schottland an der Regierungskoalition mit der Labour Party beteiligt. Bei einer Meinungsumfrage kurz vor den am 6. Mai 2010 stattfindenden Parlamentswahlen lagen die Liberaldemokraten mit 32 Prozent erstmals in Führung - ein Plus von zwölf Prozentpunkten.[2]
Ursprünglich hofften die Liberal Democrats, die in den 1980er Jahren noch eher sozialistische Labour Party als zweitstärkste Kraft ablösen zu können. Unter John Smith und Tony Blair rückte die Arbeitspartei allerdings mehr in die politische Mitte und somit in die Nähe der Liberal Democrats, deren Strategie nunmehr die Ablösung der Konservativen, die sich in den letzten Jahren im politischen Spektrum eher nach rechts bewegt haben, als stärkste Oppositionspartei war. Die Konzentration auf die aussichtsreichsten Wahlkreise führte bei den Unterhauswahlen 1997, 2001 und 2005 zu einer deutlichen Steigerung der Zahl der Mandate für die Liberal Democrats, die eine Änderung des Wahlrechts anstreben, die ihnen eine Zahl von Unterhaussitzen entsprechend ihrem landesweiten Stimmanteil sichern soll. Bei den Wahlen am 5. Mai 2005 erreichten die Liberaldemokraten mit 62 Mandaten das beste Ergebnis seit 1923. Im Mai 2010 gewannen sie bei den Unterhauswahlen 57 Sitze.
Die Partei ist seit den Unterhauswahlen 2010 als Koalitionspartner an der Regierung unter Premierminister David Cameron (Conservative Party) beteiligt und stellt fünf Minister im Kabinett.
Ziele[Bearbeiten]
Innenpolitisch treten sie für eine Stärkung der unter der Labour-Regierung im Rahmen der Terrorismus- und Verbrechensbekämpfung eingeschränkten Bürgerrechte und eine Verbesserung der Leistungen des öffentlichen Dienstes ein. In diesem Zusammenhang sind für die Liberal Democrats zur Finanzierung auch Steuererhöhungen in Betracht zu ziehen – ein Thema, bei dem sie sich von den beiden anderen großen Parteien unterscheiden. Politiker der Liberal Democrats kritisieren dabei das Verhalten von Conservative Party und Labour Party, gleichzeitig allgemeine Abgabensenkungen und keine Verschlechterung der öffentlichen Leistungen zu versprechen, als Finte. Die Liberal Democrats sind die proeuropäischste der drei großen britischen Parteien. Außenpolitisch befürworten die Liberal Democrats den Verzicht auf Atomwaffen und lehnten im Gegensatz zur Labour und Conservative Party den Irakkrieg ab. In ihrem Parteiprogramm zur Wahl 2005 setzten sie einen Schwerpunkt auf den Umweltschutz.
Parteiführer[Bearbeiten]
| Beginn der Amtszeit | Ende der Amtszeit | ||
|---|---|---|---|
| 1 | David Steel Robert Maclennan |
3. März 1988 | 16. Juli 1988 |
| 2 | Paddy Ashdown | 16. Juli 1988 | 9. August 1999 |
| 3 | Charles Kennedy | 9. August 1999 | 7. Januar 2006 |
| 4 | Sir Menzies Campbell | 2. März 2006 | 15. Oktober 2007 |
| Vince Cable | 15. Oktober 2007 | 18. Dezember 2007 | |
| 5 | Nick Clegg | 18. Dezember 2007 | Amtsinhaber |
Literatur[Bearbeiten]
- Roy Douglas: Liberals: The History of the Liberal and Liberal Democrat Parties. Hambledon & London, London 2005, ISBN 1-85285-353-0
- Fisher, Justin, British political parties, Hall 1996
- Garner, Robert, British political parties today, New York 1998
- MacIver, Don, The Liberal Democrats, Hall 1996
- Norton, Philip, The British Polity, London 2001
- Schröder, Hans-Christoph, Englische Geschichte, München 2000
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Broadside fired at BBC over its militant mess. In: dailymail.co.uk. 27. Januar 2013, abgerufen am 3. Mai 2013.
- ↑ Umfrage: Britische Liberaldemokraten erstmals voran, ORF online vom 18. April 2010
Weblinks[Bearbeiten]
Partit Liberal (Andorra) · Armenische Allnationale Bewegung (Armenien) · Müsavat Partiyası (Aserbaidschan) · Open Vlaamse Liberalen en Democraten (Belgien) · Mouvement Réformateur (Belgien) · Liberalno demokratska stranka (Bosnien und Herzegovina) · Bewegung für Rechte und Freiheiten (Bulgarien) · Nationale Bewegung für Stabilität und Fortschritt (Bulgarien) · Venstre (Dänemark) · Det Radikale Venstre (Dänemark) · Freie Demokratische Partei (Deutschland) · Estnische Reformpartei (Estland) · Estnische Zentrumspartei (Estland) · Finnische Zentrumspartei (Finnland) · Schwedische Volkspartei (Finnland) · Republikanische Partei Georgiens (Georgien) · Unser Georgien – Freie Demokraten (Georgien) · Fianna Fáil (Irland) · Italia dei Valori (Italien) · Radicali Italiani (Italien) · Aleanca Kosova e Re (Kosovo) · Partia Liberale e Kosoves (Kosovo) · Kroatische Sozial‑Liberale Partei (Kroatien) · Kroatische Volksparte – Liberaldemokraten (Kroatien) · Istrische Demokratische Versammlung (Kroatien) ·; Liberale und Zentrumsunion (Litauen) · Bewegung der Liberalen (Litauen) · Darbo partija (Litauen) · Demokratesch Partei (Luxemburg) · Liberalna Partija na Makedonija (Mazedonien) · Liberalno‑Demokatska Partija (Mazedonien) · Partidul Liberal (Moldawien) · Democraten 66 (Niederlande) · Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (Niederlande) · Venstre (Norwegen) · Liberales Forum (Österreich) · Partia Demokratyczna – demokraci.pl (Polen) · Partidul National Liberal (Rumänien) · Jabloko (Russland) · Demokratische Volksunion (Russland) · Volkspartei der Liberalen (Schweden) · Zentrumspartei (Schweden) · FDP.Die Liberalen (Schweiz) · Liberalno-demokratska partija (Serbien) · Sloboda a Solidarita (Slowakei) · Liberaldemokratie Sloweniens (Slowenien) · Zares (Slowenien) · Državljanska lista (Slowenien) · Convergència Democràtica de Catalunya (Spanien) · Centro Liberal Democrático (Spanien) · LIDEM – liberální demokraté (Tschechien) · Bund Freier Demokraten (Ungarn) · Liberal Democrats (Vereinigtes Königreich) · Enomeni Dimokrates (Zypern)