Liberal Democrats

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Liberal Democrats
Liberaldemokraten
Logo
Parteiführer Nick Clegg
Partei­führer Nick Clegg
Gründung 3. März 1988
Gründungs­ort London
Haupt­sitz 4 Cowley Street
London, SW1P 3NB
Jugend­organisation Liberal Youth
Aus­richtung Liberalismus, Linksliberalismus, Libertarismus
Farbe(n) Gelb
Parlamentsmandate
57/650
Mitglieder­zahl 42.501 (Januar 2013)[1]
Internationale Verbindungen Liberale Internationale (LI)
Europaabgeordnete
1/73
Europapartei ALDE-Partei
EP-Fraktion ALDE
Website www.libdems.org.uk

Die Liberal Democrats [ˈlɪbəɹəɫ ˈdeməkɹæts] (deutsch: Liberaldemokraten) sind eine liberale Partei im Vereinigten Königreich. Sie gingen 1988 aus der Vereinigung von Liberal Party und Social Democratic Party hervor. Derzeitiger Parteiführer ist seit 2007 Nick Clegg. Die Partei ist seit 2010 erstmals Regierungspartei.

Auf europäischer Ebene sind die Liberal Democrats Mitglied der Europapartei Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa. Im Europäischen Parlament sind sie mit einem Abgeordneten vertreten, welcher der ALDE-Fraktion, der viertgrößten Fraktion im Europäischen Parlament, angehört.

Geschichte[Bearbeiten]

Das britische Mehrheitswahlrecht bewirkt, dass kleinere Parteien im Unterhaus unterrepräsentiert sind. Deshalb schlossen sich 1988 die beiden kleineren Parteien in der Mitte des politischen Spektrums, die Liberal Party und die Social Democratic Party, zusammen, nachdem sie bei den Unterhauswahlen 1983 und 1987 bereits eine Wahlallianz gebildet hatten. Die damit verbundene Hoffnung, mit der Conservative Party und der Labour Party gleichzuziehen, erfüllte sich nicht. Allerdings stellen die Liberal Democrats mehrere kommunale Regierungen und waren bis 2007 in Schottland an der Regierungskoalition mit der Labour Party beteiligt. Bei einer Meinungsumfrage kurz vor den am 6. Mai 2010 stattfindenden Parlamentswahlen lagen die Liberaldemokraten mit 32 Prozent erstmals in Führung - ein Plus von zwölf Prozentpunkten.[2]

Ursprünglich hofften die Liberal Democrats, die in den 1980er Jahren noch eher sozialistische Labour Party als zweitstärkste Kraft ablösen zu können. Unter John Smith und Tony Blair rückte die Arbeitspartei allerdings mehr in die politische Mitte und somit in die Nähe der Liberal Democrats, deren Strategie nunmehr die Ablösung der Konservativen, die sich in den letzten Jahren im politischen Spektrum eher nach rechts bewegt haben, als stärkste Oppositionspartei war. Die Konzentration auf die aussichtsreichsten Wahlkreise führte bei den Unterhauswahlen 1997, 2001 und 2005 zu einer deutlichen Steigerung der Zahl der Mandate für die Liberal Democrats, die eine Änderung des Wahlrechts anstreben, die ihnen eine Zahl von Unterhaussitzen entsprechend ihrem landesweiten Stimmanteil sichern soll. Bei den Wahlen am 5. Mai 2005 erreichten die Liberaldemokraten mit 62 Mandaten das beste Ergebnis seit 1923. Im Mai 2010 gewannen sie bei den Unterhauswahlen 57 Sitze.

Die Partei ist seit den Unterhauswahlen 2010 als Koalitionspartner an der Regierung unter Premierminister David Cameron (Conservative Party) beteiligt und stellt fünf Minister im Kabinett.

Ziele[Bearbeiten]

Innenpolitisch treten sie für eine Stärkung der unter der Labour-Regierung im Rahmen der Terrorismus- und Verbrechensbekämpfung eingeschränkten Bürgerrechte und eine Verbesserung der Leistungen des öffentlichen Dienstes ein. In diesem Zusammenhang sind für die Liberal Democrats zur Finanzierung auch Steuererhöhungen in Betracht zu ziehen – ein Thema, bei dem sie sich von den beiden anderen großen Parteien unterscheiden. Politiker der Liberal Democrats kritisieren dabei das Verhalten von Conservative Party und Labour Party, gleichzeitig allgemeine Abgabensenkungen und keine Verschlechterung der öffentlichen Leistungen zu versprechen, als Finte. Die Liberal Democrats sind die proeuropäischste der drei großen britischen Parteien. Außenpolitisch befürworten die Liberal Democrats den Verzicht auf Atomwaffen und lehnten im Gegensatz zur Labour und Conservative Party den Irakkrieg ab. In ihrem Parteiprogramm zur Wahl 2005 setzten sie einen Schwerpunkt auf den Umweltschutz.

Parteiführer[Bearbeiten]

Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
1 David Steel
Robert Maclennan
3. März 1988 16. Juli 1988
2 Paddy Ashdown 16. Juli 1988 9. August 1999
3 Charles Kennedy 9. August 1999 7. Januar 2006
4 Sir Menzies Campbell 2. März 2006 15. Oktober 2007
Vince Cable 15. Oktober 2007 18. Dezember 2007
5 Nick Clegg 18. Dezember 2007 Amtsinhaber

Literatur[Bearbeiten]

  • Roy Douglas: Liberals: The History of the Liberal and Liberal Democrat Parties. Hambledon & London, London 2005, ISBN 1-85285-353-0
  • Fisher, Justin, British political parties, Hall 1996
  • Garner, Robert, British political parties today, New York 1998
  • MacIver, Don, The Liberal Democrats, Hall 1996
  • Norton, Philip, The British Polity, London 2001
  • Schröder, Hans-Christoph, Englische Geschichte, München 2000

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBroadside fired at BBC over its militant mess. In: dailymail.co.uk. 27. Januar 2013, abgerufen am 3. Mai 2013.
  2. Umfrage: Britische Liberaldemokraten erstmals voran, ORF online vom 18. April 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Liberal Democrats – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien