Jerzy Montag

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Jerzy Montag (2009)

Jerzy Montag [ˈjεʒɨ] (* 13. Februar 1947 in Katowice, Polen) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen).

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Jerzy Montag ist der Sohn eines jüdischen Vaters, der in den 1950er Jahren in die Bundesrepublik Deutschland einwanderte,[1] und einer katholischen Mutter. In einem Interview bezeichnete er sich „als einen Menschen, der den Werten der Aufklärung und des Humanismus verpflichtet ist“ und fuhr fort: „Ich bin nicht religiös gebunden und gehöre keiner Glaubensrichtung an.“[2]

Nach dem Abitur 1966 am Mollgymnasium in Mannheim absolvierte Montag ein Studium der Soziologie, Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft in Heidelberg, Mannheim und München, welches er 1973 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Nach Ableistung des Referendariats bestand er 1975 auch das zweite Staatsexamen. Montag ist seitdem als selbständiger Rechtsanwalt tätig. Er ist Fachanwalt für Strafrecht.

Der Schwerpunkt seiner Tätigkeiten liegt im Bereich der Rechtspolitik, der europäischen Justiz- und Innenpolitik sowie der Förderung der deutsch-israelischen Beziehungen und der Bekämpfung des Rechtsextremismus. Montag ist Mitglied im Deutschen Anwaltverein, der Initiative bayerischer Strafverteidigerinnen und Strafverteidiger, des Republikanischen Anwältinnen- und Anwaltsverein und des Bund Naturschutz.

Jerzy Montag ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Partei[Bearbeiten]

Montag ist seit 1986 Mitglied bei den Grünen und war von 1998 bis 2002 Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Bayern.

Abgeordneter[Bearbeiten]

Von 2002 bis 2013 war er Mitglied des Deutschen Bundestages und Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen für Rechtspolitik. Montag war in der 15. Wahlperiode Obmann der Grünen im Visa-Untersuchungsausschuss und war seit 2005 Obmann im Rechtsausschuss und rechtspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Er war Vorsitzender der Deutsch-israelischen Parlamentariergruppe.[1]

Montag war stets über die Landesliste Bayern in den Bundestag eingezogen. Sein Wahlkreis war München-Süd, wo er bei der Bundestagswahl 2009 13,3 Prozent der Erststimmen erzielte.

Im 18. Deutschen Bundestag (ab 22. Oktober 2013) ist Montag nicht mehr Abgeordneter, da er auf Platz 16 der Landesliste Bayern von Bündnis 90/Die Grünen kandidierte[3] und nur die ersten neun bayerischen Kandidaten in den Bundestag über die Landesliste einzogen.[4]

Sonderermittler[Bearbeiten]

Am 6. Oktober 2014 wurde Montag als Sonderermittler des Parlamentarischen Kontrollgremiums in Sachen NSU und des V-Manns „Corelli” benannt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jerzy Montag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Jerzy Montag – in den Nachrichten

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Friedlich bleiben: Bundestagswahl, die Grünen und Israel. In: Jüdische Allgemeine. Nr. 37, 10. September 2009, S. 8
  2. Mariam Lau: Religionsfreiheit: Grüner für Volksabstimmung über Beschneidung. In: Die Zeit. 18. Oktober 2012
  3. Wahlbewerber Bayern. Bundeswahlleiter, 2013, abgerufen am 23. Oktober 2013.
  4. Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. In: bundestag.de. Abgerufen am 23. Oktober 2013.