John Crowley

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter John Crowley (Begriffsklärung) aufgeführt.
John Crowley (2007)

John Crowley (* 1. Dezember 1942 in Presque Isle, Maine) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction- und Fantasy-Autor, Produzent und Drehbuchautor für Dokumentarfilme, sowie Dozent an der Yale University.

Er studierte an der Indiana University und arbeitet ebenfalls als Drehbuchautor für Dokumentarfilme. Sein bekanntestes Werk ist der Roman Little, Big (erschienen 1981), welcher mit dem World Fantasy Award als bester Roman ausgezeichnet wurde.

Leben[Bearbeiten]

John Crowley wurde 1942 in Presque Isle in Maine geboren. Sein Vater war Luftwaffenoffizier. Crowley wuchs in Vermont, Kentucky und Indiana auf. Er besuchte eine High School und eine Universität in Indiana. Nachdem er die Universität abgeschlossen hatte, zog er nach New York, um dort Filme zu drehen, was er bis heute tut. Seinen ersten Roman veröffentlichte er 1975, seit 1993 unterrichtet er an der Yale University.

Werk[Bearbeiten]

Crowleys erste veröffentlichte Romane waren Science-Fiction: The Deep (Roman) (1975) und Beasts (1976). Engine Summer (1979) wurde 1980 für den American Book Award nominiert, außerdem wurde er in David Pringles 100 Best Science Fiction Novels aufgenommen.

1981 erschien Little, Big, ein Roman, von dem Ursula K. Le Guin sagte, dass es nach einer Neudefinition von Fantasy rufe („calls for a redefinition of fantasy“).

1980 begann Crowley damit, einen vierbändigen Roman namens Ægypt zu schreiben. Die einzelnen Teile der Reihe nannte er The Solitudes (ursprünglich: Ægypt), Love & Sleep, Dæmonomania, und Endless Things. Das Werk wurde im Jahr 2007 veröffentlicht.

Weitere Romane von John Crowley sind The Translator und Lord Byron’s Novel: The Evening Land, ein Buch, das selbst einen fiktiven Roman enthält. Eine Erzählung namens The Girlhood of Shakespeare’s Heroines erschien 2002.

Crowleys Kurzgeschichten sind in drei Bänden erschienen: Novelty (inklusive der Erzählung Great Work of Time, für die Crowley den World Fantasy Award erhielt), Antiquities und Novelties & Souvenirs. Eine Sammlung seiner Aufsätze und Buchbesprechungen kam 2007 unter dem Titel In Other Words auf den Markt.

1989 gründeten Crowley und seine Frau Laurie Block das Unternehmen Straight Ahead Pictures, um Produktionen über amerikanische Geschichte und Kultur für Film, Funk und Internet herzustellen. Crowley schreibt außerdem Drehbücher für Kurzfilme und Dokumentationen. Sein Werk erhielt mehrfach verschiedene Preise und wurde auf Filmfestivals wie dem New York Film Festival oder der Berlinale aufgeführt. Seine Drehbücher umfassen Werke wie The World of Tomorrow (über die Weltausstellung 1939), The Hindenburg und FIT: Episodes in the History of the Body (über die amerikanische Fitnesskultur, zusammen mit Laurie Block).[1]

Eine Brieffreundschaft mit dem Literaturkritiker Harold Bloom führte dazu, dass Crowley seit 1993 Kurse an der Yale University über Utopische Literatur, fiktives Schreiben und Drehbuchschreiben hält.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bibliografie[Bearbeiten]

Romane[Bearbeiten]

Ægypt - Ägypten[Bearbeiten]

Einzelromane[Bearbeiten]

  • The Deep, Doubleday (New York, NY), 1975, In der Tiefe, Heyne (München), 1981, ISBN 3-453-30723-2
  • Beasts, Doubleday (New York, NY), 1976, Geschöpfe, Heyne (München), 1980, ISBN 3-453-30604-X
  • Engine Summer, Doubleday (New York, NY), 1979, Maschinensommer, Heyne (München), 1982, ISBN 3-453-31162-0
  • Little, Big, Bantam (New York, NY), 1981, Little big oder das Parlament der Feen, Fischer (Frankfurt am Main), 1984, ISBN 3-492-26517-0
  • Great Work of Time, 1991
  • The Translator, William Morrow (New York, NY), 2002
  • Lord Byron's Novel: The Evening Land, William Morrow (New York, NY), 2005
  • The Girlhood of Shakespeare’s Heroines, 2005
  • Conversation Hearts, 2008
  • Four Freedoms, 2009

Kurzgeschichten[Bearbeiten]

  • Antiquities, 1977
  • Where Spirits Gat Them Home, 1978, erneut veröffentlicht unter dem Titel „Her Bounty to the Dead“
  • The Reason for the Visit, 1980
  • The Green Child, 1981
  • Novelty, 1983
  • Snow, 1985
  • The Nightingale Sings at Night, 1989
  • Great Work of Time (Erzählung, ursprünglich veröffentlicht in Novelty, 1989), Bantam (New York, NY), 1991
  • In Blue, 1989
  • Missolonghi 1824, 1990
  • Exogamy, 1993
  • Gone, 1996
  • Lost and Abandoned, 1997
  • An Earthly Mother Sits and Sings, 2000
  • The War Between the Objects and the Subjects, 2002
  • The Girlhood of Shakespeare’s Heroines (Erzählung, ursprünglich 2002 veröffentlicht), Subterranean Press (Burton, MI), 2005
  • Little Yeses, Little Nos, 2005

Sammlungen[Bearbeiten]

  • Novelty, Bantam (New York, NY), 1989
  • Beasts/Engine Summer/Little Big, QPBC (New York, NY), 1991
  • Antiquities: Seven Stories, Incunabula (Seattle, WA), 1993
  • Three Novels, Bantam (New York, NY), 1994
  • Novelties and Souvenirs: Collected Short Fiction, Perennial (New York, NY), 2004

Drehbücher[Bearbeiten]

  • The World of Tomorrow, 1984
  • Are We Winning Mommy? America & the Cold War, (1986), dt. Gewinnen wir, Mama? - Amerika und der kalte Krieg
  • Fit: Episodes in the History of the Body, 1990, mit Laurie Block

Sachbücher[Bearbeiten]

  • In Other Words, Subterranean Press (Burton, MI), 2007

Hörbücher[Bearbeiten]

  • Ægypt, Blackstone Audiobooks (Ashton, OR), 2007

Kritik[Bearbeiten]

„Vergleiche zwischen Engine Summer und Davy von Edgar Pangborn drängen sich auf und wurden schon an anderer Stelle gezogen. Sie sind insofern zutreffend, als das Buch von einem ebenso tief empfundenen Humanismus geprägt ist wie Pangborns Werk, und doch ist Engine Summer etwas anderes, Neues, dafür sorgt allein schon Crowleys meisterliches stilistisches Einfühlungsvermögen, und sein schriftstellerisches Talent, das die meisten seiner Kollegen weit hinter sich läßt… ein ausgefallenes, einzigartiges Buch, das man gelesen haben sollte.“

Joachim Körber über Maschinensommer[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Crowley – Senior Lecturer in English, Creative Writing
  2. Vgl. Heyne Science Fiction Magazin # 10, hrsg. von Wolfgang Jeschke, München 1984, ISBN 3-453-31048-9, S. 272 ff.

Weblinks[Bearbeiten]