Josef Deimer

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Josef Deimer

Josef Deimer (* 29. Mai 1936 in Landshut) ist ein deutscher Landes- und Kommunalpolitiker der CSU. Er war 35 Jahre Oberbürgermeister von Landshut.

Der Diplom-Ingenieur (FH) war 1966 bis 1970 Abgeordneter im Bayerischen Landtag, zwischen 1982 und 1999 Mitglied des Bayerischen Senats und vom 1. Januar 1970 bis 31. Dezember 2004 und damit zunächst der jüngste und dann der dienstälteste Oberbürgermeister in der Bundesrepublik. Seit 1975 war er Vorsitzender des Bayerischen Städtetags, seit 1994 auch stellvertretender Präsident des Deutschen Städtetages.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Als Quer- und Vordenker profilierte sich der CSU-Politiker auf der Grundlage der christlichen Soziallehre. Die unmittelbare Nachbarschaft zu den Kernkraftwerken Isar I und Isar II bestärkte ihn in seiner Überzeugung: „Für mich ist es eine ethische Frage: Wir können nicht Tausende von Generationen mit der Bewahrung von Plutonium beschäftigen.“ So bezeichnete er auch die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf als unrentabel, lange bevor die Energiewirtschaft selbst das Projekt kappte.

Für seine Zivilcourage erhielt er 1989 die Münchner Ludwig-Thoma-Medaille für Zivilcourage in der Öffentlichkeit, kurz bevor Thomas nationalkonservative Haltung, seine antisemitischen Parolen und antisozialistische Polemik bekannt wurde [1] woraufhin 1990 die Vergabe der Medaille eingestellt wurde. Gewürdigt wurde er als „ein Politiker von der Art, nach der alle Welt ruft – bürgernah, mutig, ein eigenständiger und konsequenter Verfechter moralisch begründeter Überzeugung.“

In der CSU galt er als Rebell. Der aufmüpfige OB und Senator legte sich mit Ministerpräsidenten und Ministern an, wenn es galt, Landshut als Kleinod gotischer Baukunst zur Musterstadt zu entwickeln. Seine Glaubwürdigkeit als Politiker unterstreichen seine Wahlergebnisse. Sechsmal erhielt er mit Stimmenanteilen bis zu 83,6 % Prozent gegen jeweils mehrere Gegenkandidaten das Vertrauen der Bürger. Beispielhaft vertrat er 30 Jahre die Sorgen und Nöte der bayerischen und deutschen Städte als Vorsitzender des bayerischen Städtetages. Am 1. Januar 2005 ging er nach 35 Dienstjahren als OB in den Ruhestand. Am 1. Juni 2006 wurde Josef Deimer zum Ehrenbürger der Stadt Landshut ernannt. Zwei Jahre später wurde der Hofberg-Tunnel zur Verkehrsberuhigung der historischen Altstadt, den er erkämpft hat, nach ihm zum Josef-Deimer-Tunnel umbenannt.

Aufgaben und Verpflichtungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1966–1970: Stimmkreisabgeordneter im Bayerischen Landtag
  • 1970–1974: Präsidium (Landesschriftführer) der CSU
  • 1970–2004: Oberbürgermeister der Stadt Landshut
  • 1973–2005: Ehrenamtlicher 1. Vorsitzender des Regionalen Planungsverbandes Landshut
  • 1975–2005: Ehrenamtlicher 1. Vorsitzender des Bayerischen Städtetages
  • 1979–2014: Präsident des Bayerischen Volkshochschulverbandes
  • 1982–1999: Mitglied des Bayerischen Senats
  • 1984–2005: Mitglied des Präsidiums des Deutschen Städtetages
  • 1989–1993: Mitglied des Exekutivausschusses des Weltverbandes der Kommunen (I.U.L.A.)
  • 1994–2005: Stellvertreter des Präsidenten des Deutschen Städtetages
  • 1980–1982 und 1998–2007: Mitglied des Rundfunkrats im Bayerischen Rundfunk
  • Mitglied im Kuratorium der Akademie für Politische Bildung Tutzing

Ehrungen und Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Ehrungen (international)[Bearbeiten]

Veröffentlichungen und Beiträge (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13494808.html