Juan de Mariana

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Juan de Mariana

Juan de Mariana, auch Johannes Mariana bzw. Ioannes Mariana(* 2. April 1536 in Talavera de la Reina; † 17. Februar 1624 in Toledo) war ein spanischer Jesuit, Historiker und Staatstheoretiker.

Leben[Bearbeiten]

Mariana studierte an der angesehenen Universität Alcalá und trat im Alter von 17 Jahren dem Jesuitenorden bei. Er ging 1561 als Lehrer der Theologie nach Rom, wo Robert Bellarmin seine Vorlesungen besuchte. 1564-69 lebte er in Sizilien. Von 1569 bis 1574 hatte Mariana einen Lehrstuhl für Theologie in Paris inne, allerdings zwang ihn eine Krankheit zur Rückkehr nach Spanien. Er ließ sich in Toledo nieder und widmete sich der Schriftstellerei. Seine „Geschichte Spaniens“ in lateinischer Sprache erschien 1592. Das Buch feierte die Größe Spaniens und war so erfolgreich, dass Mariana später noch die Regierungszeiten von Karl V., Philipp II. und Philipp III. bearbeitete und das Werk ins Spanische übersetzte. Marianas Name ist allerdings wohl noch besser bekannt durch sein Werk „De rege et regis institutione“ (1598), eine Schrift über den Ursprung und die Natur des Staates, in der er sich für das Recht von Rebellen aussprach, einen tyrannischen Fürsten zu stürzen. Die Gunpowder Plot (engl. für „Schießpulververschwörung“) in England und der Mord an Heinrich IV. von Frankreich wurden später für Taten gehalten, die von den Jesuiten inspiriert waren, als deren maßgebender Sprecher Mariana galt. Claudio Aquaviva, der General des Ordens, verurteilte jedoch Marianas Ansichten, und die letzten Lebensjahre des Autors waren durch die Überprüfung seiner Schriften von der Inquisition überschattet.

Schriften[Bearbeiten]

  • De monetae mutatione, dt.: Über die Münzveränderung, 1609, aus dem Lateinischen und mit Einzelerklärungen versehen von Josef Falzberger; Manutius-Verlag, Heidelberg 1996 ISBN 3-925678-55-7
  • De rege et regis institutione, Toledo 1599; Neudruck: Scientia-Verlag, Aalen 1969 ISBN 3-511-00543-4

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]