Kameradschaft Walter Spangenberg

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Die Kameradschaft Walter Spangenberg war eine rechtsextremistische Gruppierung in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kameradschaft firmierte auch unter dem Label „Freies Netz Köln“. Die Gruppe wurde vom Innenministerium von NRW am 8. Mai 2012 verboten.[1]

Unmittelbar nach dem Verbot durchsuchte die Polizei in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zeitgleich die Wohnungen und Haftzellen von 14 Kameradschaftsmitgliedern in Bocholt, Bonn, Dortmund, Erftstadt, Frankenthal, Frechen, Koblenz, Köln und Wöllstein; sie beschlagnahmte das Vermögen sowie Embleme der Kameradschaft. Die Behörden ermittelten gegen den Anführer der Kameradschaft Axel Reitz. Reitz arbeitete eng mit zwei führenden Kameradschaftsmitgliedern der kriminellen Vereinigung Aktionsbüro Mittelrhein zusammen.[2]

Grundlage für das Verbot nach dem Vereinsgesetz ist die von der Kameradschaft betriebene Glorifizierung des Nationalsozialismus und die Ablehnung der Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland. Eine weitere Tätigkeit und das Zeigen der Vereinsembleme ist damit ebenso untersagt wie die Bildung von Ersatzorganisationen.

Namenspatron[Bearbeiten]

Walter Spangenberg war ein Kölner SA-Mann, der am 25. Februar 1933 im Straßenkampf mit Kommunisten getötet wurde. Die NSDAP erklärte ihn zum „Blutzeugen der Bewegung“.[3] An die nationalsozialistische Verklärung anknüpfend ehrten die Kölner Neonazis ihren Namenspatron als „Blutzeugen“ – zuletzt im Februar 2012 mit einem „Heldengedenken“ auf dem Melaten-Friedhof.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Innenminister verbietet rechtsradikale Kameradschaft Walter Spangenberg um Neonazi Axel Reitz., WAZ, 10. Mai 2012
  2. Rechte Kameradschaft Walter Spangenberg verboten, Frankfurter Rundschau, 10. Mai 2012
  3. Fritz Bilz, Ulrich Eumann: Der Fall Winterberg-Spangenberg und der Kampf um die Deutungshoheit, in: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins 79/2008, S. 139-175; Online (PDF; 220 kB)
  4. Hintergrundinfos SA-Mann Walter Spangenberg, Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln, 10. Mai 2012