Karola Wille

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Karola Wille, geb. Lorenz (* 22. März 1959 in Karl-Marx-Stadt) ist eine deutsche Juristin. Sie ist seit dem 1. November 2011 Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und war dort seit 1996 Juristische Direktorin.

Leben[Bearbeiten]

Von 1965 bis 1973 besuchte Wille eine Polytechnische Oberschule in Karl-Marx-Stadt, anschließend von 1973 bis 1977 die EOS Karl Marx, die sie mit dem Abitur abschloss. Mit 18 Jahren wurde sie Mitglied der SED.[1] Anschließend nahm sie ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität in Jena auf und promovierte dort 1986 mit einer Arbeit über „Rechtsverkehr in Strafsachen zwischen den sozialistischen Staaten“ zum Dr. jur. Ihr Ehemann war als Militärstaatsanwalt der DDR tätig.[2] An der Universität in Leipzig arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin und erlangte die Lehrbefähigung („facultas docendi“) in Medienrecht. Nach der Wende setzte sie von 1991 bis 1993 ihre juristische Ausbildung an der Fernuniversität in Hagen fort. 1991 war sie kurzzeitig Justiziarin beim Rat der Stadt Leipzig, bevor sie im gleichen Jahr 1. Referentin in der Juristischen Direktion des MDR wurde. Hier wurde sie 1993 Stellvertreterin des Juristischen Direktors und seit dem 1. November 1996 Juristische Direktorin.

2002 bekam sie von der Universität Leipzig die Honorarprofessur für Medienrecht.[3] Im Zuge der Umgestaltung des MDR wurde sie am 7. Oktober 2011 vom Verwaltungsrat einstimmig als Nachfolgerin des zurückgetretenen Intendanten Udo Reiter nominiert und am 23. Oktober mit der deutlichen Mehrheit von 32 von 39 Stimmen in dieses Amt gewählt, das sie am 1. November antrat.

Karola Wille übernahm im Jahr 2012 die Schirmherrschaft für das von Studenten organisierte Medienforum Mittweida [4]. Wille wurde am 12. Februar 2014 auf der konstituierenden Sitzung zur stellvertretenden Vorsitzenden des FFA-Verwaltungsrats gewählt und ist damit Stellvertreterin von Bernd Neumann.[5]

Wille ist geschieden und hat eine Tochter.

Schriften[Bearbeiten]

  • Der Rechtsverkehr in Strafsachen zwischen der DDR und anderen sozialistischen Staaten unter besonderer Berücksichtigung der Übernahme der Strafverfolgung, Jena, Univ., Diss., 1986
  • Die Regelungen der Strafgesetzbücher der europäischen sozialistischen Staaten zum räumlichen und personellen Geltungsbereich der Strafgesetze : sowie ausgewählte normative strafrechtliche und strafprozessuale Bestimmungen der Rechtsverkehrsverträge der ersten sowie zweiten Generation zwischen der DDR und den anderen sozialistischen Staaten. Synopt. Vergleich, Jena, 1984

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Vorzüge des Sozialismus ... BZ 11. Oktober 2011
  2. Wille oder Hilder Der Tagesspiegel vom 23. August 2011
  3. Biographie von Karola Wille auf der Seite des MDR abgerufen 8. Oktober 2011
  4. Karola Wille übernimmt Schirmherrschaft beim Medienforum Mittweida 2012
  5. FFA Filmförderungsanstalt Aktuelle FFA Pressemitteilungen vom 12. Februar 2014: Staatsminister a. D. Bernd Neumann zum neuen Vorsitzenden des FFA-Verwaltungsrats gewählt, abgerufen am 13. Februar 2014