Katarina Kosača-Kotromanić

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Katarina Kosača-Kotromanić (* 1424 in Blagaj bei Mostar; † 25. Oktober 1478 in Rom), Tochter von Stjepan Vukčić Kosača und Jelena Balšić, war die vorletzte Königin von Bosnien.[1]

Katarina ist eine Selige der römisch-katholischen Kirche. Ihr Gedenktag, der 25. Oktober eines Jahres, wird vor allem von den Kroaten in Bosnien und Herzegowina feierlich begangen. Als Verehrung für ihre Königin tragen die Frauen von Kraljeva Sutjeska und Vareš noch heute traditionell ein schwarzes Kopftuch.

Leben[Bearbeiten]

Mit ihrem Mann Stjepan Tomaš Kotromanić, dem letzten König von Bosnien, hatte sie zwei Kinder, den Sohn Šimun und die Tochter Katarina. Bis zum Ende des bosnischen Königreiches residierte sie in Kraljeva Sutjeska. Im Jahre 1463 unterwarf sich ihr Mann dem Osmanischen Reich. Nach seiner Hinrichtung 1463 in Ključ durch die Osmanen floh Königin Katarina nach Rom. Ihre beiden Kinder gerieten in türkische Gefangenschaft.

Auf ihrer Flucht kam Königin Katarina nach Kupres. Dort sammelte sie nochmals Streitkräfte für den Kampf gegen die Osmanen. In dieser Zeit ließ sie die Kirche der Heiligen Dreieinigkeit im Ort Vrila (heute Otinovci) erbauen. Nach kurzer Zeit musste Katarina auch von Kupres über Konjic und Ston nach Dubrovnik flüchten. Dort hinterließ sie den Säbel von Stjepan Tomaš Kotromanić mit der Bitte, diesen für ihren Sohn Šimun aufzubewahren, bis er aus der Gefangenschaft befreit werde, damit er mit dem Säbel seines Vaters in der Hand seine Erblande von den Osmanen befreien könne.

Als die Stadt Dubrovnik ebenfalls in Gefahr geriet, Teil des Osmanischen Reiches zu werden, verließ die Königin die Stadt und kam nach Rom. Dort wirkte sie bis zu ihrem Tod für die Befreiung ihres Königreichs. Ihr Bruder Fürst Vlatar Pećanač ertrank 1469 in der Adria. Seine Frau und seine Töchter flüchteten und wurden von den Osmanen gefangen.

Ohne ihre Absetzung als Königin je anerkannt zu haben, starb Katarina Kosača-Kotromanić am 25. Oktober 1478 in Rom. Ihr Leichnam ruht in der römischen Kirche Santa Maria in Aracoeli. In ihrem Testament hinterließ sie Bosnien ihren Kindern, falls diese zum römisch-katholischen Glauben zurückkehrten; andernfalls solle ihr Land an den Heiligen Stuhl, also den Vatikan fallen.

Stammliste[Bearbeiten]

Genealogie nach Schwennicke (direkte Linie)[Bearbeiten]

1. Vuk (Wolf) aus dem Hause Kosača

2. Hranja Vuković (Kosača), Großvojvode (Großherzog) von Bosnien, Patarene (Pataria), 1378, ∞ Anka, † nach 1410
3. Vukać Hranić, Knez (Fürst), 1404/20 erblicher Patrizier von Ragusa (Dubrovnik), 1423 Patrizier von Venedig, † VI. 1432, ∞ Katarina Tasch (?)
4. Stefan Vuksić Kosača, Knez von Drina, Großvojvode des Bosnischen Reiches, Herr von Zahumlje und Primorje (Litorale), 1435/48 unter türkischer Oberherrschaft, 16. IX./17. X. 1448 Herceg od Svetoga Save (Dux Sancti Savae, Herzog vom Heiligen Sava), 1448 von Ungarn anerkannt, 1463 Herzegowina bis auf Narenta und Castelnuovo (Herceg Novi) an die Türken verloren, erblicher Patrizier von Ragusa, 1423/11. XI. 1455 Patrizier von Venedig, Patarene * 1405, † 22./23. V. 1466; I.∞ XI./XII. 1424 Jelena Balša, r./k., 1451/53 verstoßen, dann versöhnt, † X. 1453, Tochter des Herzogs Balša (III) von Zeta; II.∞ III. 1455 Varvara (Barbara), † VI. 1459, filia Ducis Payro (del Balzo); III.∞ vor 1460 Cecilia, Deutsche aus Barlet, 1466 in die Heimat, † nach 1474
Tochter aus erster Ehe mit Jelena Balša:
5. Katarina (Kosača), Erbin des Königreichs Bosnien in partibus infidelium, * als Patarenin 1424, † (r./k.) Rom 25. X. 1478, ∞ April 1448 Stefan Tomaž, 1443/1461 König von Bosnien (Kotromaniden, Kotromanići), † 10. VII. 1461

Katarinas Bruder Vlatko heiratete vor 2. III. 1455 N. von Cilli, Tochter des Grafen Friedrich von Cilli aus der Verbindung mit Veronika von Desenic (Veronika Deseniška).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Franz Babinger: Mehmed der Eroberer und seine Zeit : Weltenstürmer einer Zeitenwende. F. Bruckmann, 1953.