Konjic

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Konjic
Коњиц

Wappen von Konjic

Konjic (Bosnien und Herzegowina)
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Basisdaten
Staat: Bosnien und Herzegowina
Entität: Föderation
Kanton: Herzegowina-Neretva
Koordinaten: 43° 39′ N, 17° 58′ O43.65444444444417.9625379Koordinaten: 43° 39′ 16″ N, 17° 57′ 45″ O
Höhe: 379 m. i. J.
Fläche: 1.169 km²
Einwohner: 26.381 (2013)
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: +387 (0) 36
Postleitzahl: 88400
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Bürgermeister: Emir Bubalo (SDA)
Webpräsenz:
Blick auf den Fluss Neretva

Konjic (serbisch-kyrillisch Коњиц; deutsch veraltet Konitz) ist eine Verbandsgemeinde in Bosnien und Herzegowina, in der Föderation Bosnien-Herzegowina.

Geografie[Bearbeiten]

Konjic liegt im nordöstlichen Teil des Kantons Herzegowina-Neretva, rund 40 km südwestlich von Sarajevo. Der Ort Konjic liegt an dem Fluss Neretva, wenige Kilometer oberhalb des Sees Jablaničko jezero.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort lag an einem römischen Verkehrsweg, im Mittelalter an der Verbindung von Zentralbosnien nach Dubrovnik.

Konjic befindet sich an der Bahnstrecke Sarajevo–Ploče der Eisenbahnen der Föderation Bosnien und Herzegowina. Durch die Stadt verläuft zudem die Magistralstraße M-17 und soll perspektivisch an die Autobahn A1 angeschlossen werden. Beide Verkehrswege werden dem Paneuropäischen Verkehrskorridor Vc zugerechnet.

Ortsteile[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Konjic zählen insgesamt 151 Ortsteile, nämlich Argud, Bale, Bare, Barmiš, Bijela, Bjelovčina, Blace, Blučići, Borci, Boždarevići, Bradina, Brđani, Budišnja Ravan, Bukovica, Bukovlje, Bulatovići, Bušćak, Buturović Polje, Cerići, Crni Vrh, Čelebići, Čelina, Česim, Čičevo, Čuhovići, Dobričevići, Dolovi, Doljani, Donja Vratna Gora, Donje Selo, Donje Višnjevice, Donji Čažanj, Donji Gradac, Donji Nevizdraci, Donji Prijeslop, Došćica, Dubočani, Dubravice, Dudle, Dužani, Džajići, Džanići, Džepi, Falanovo Brdo, Gakići, Galjevo, Glavatičevo, Gobelovina, Gorani, Goransko Polje, Gorica, Gornja Vratna Gora, Gornje Višnjevice, Gornji Čažanj, Gornji Gradac, Gornji Nevizdraci, Gostovići, Grabovci, Gradeljina, Grušča, Hasanovići, Herići, Homatlije, Homolje, Hondići, Idbar, Jasenik, Javorik, Jezero, Ježeprosina, Jošanica, Kale, Kanjina, Kašići, Konjic, Kostajnica, Koto, Krajkovići, Kralupi, Krtići, Krupac, Krušćica, Kula, Lađanica, Lisičići, Lokva, Luka, Lukomir, Lukšije, Ljesovina, Ljubuča, Ljuta, Mladeškovići, Mokro, Mrkosovice, Obrenovac, Obri, Odžaci, Orahovica, Orlište, Oteležani, Ovčari, Pačerani, Parsovići, Plavuzi, Podhum, Podorašac, Pokojište, Polje Bijela, Požetva, Prevlje, Radešine, Raotići, Rasvar, Razići, Redžići, Repovci, Repovica, Ribari, Ribići, Seljani, Seonica, Sitnik, Slavkovići, Solakova Kula, Sopot, Spiljani, Stojkovići, Strgonice, Studenčica, Sultići, Svijenča, Šunji, Tinje, Tovarnica, Treboje, Trešnjevica, Trusina, Tuhobići, Turija, Ugošće, Veluša, Vinište, Vrbljani, Vrci, Vrdolje, Zabrđani, Zabrđe, Zagorice, Zaslivlje und Zukići.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stari most (Alte Brücke) in Konjic

Zahlreiche Sehenswürdigkeiten sind erhalten geblieben:

  • In der Altstadt gibt es eine Brücke über die Neretva, deren Fundamente aus der Römerzeit herrühren. Das heute Stari most (Alte Brücke) genannte Bauwerk war ursprünglich 1682 in der Zeit des osmanischen Sultans Mehmed IV. errichtet worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie schwer beschädigt und zwischen 2006 und 2009 wieder aufgebaut.[1]
  • Weiterhin gibt es einige Moscheen, wie etwa die Tekijska džamija und die Repovačka džamija aus dem Jahre 1623.
  • In Konjic sind auch ein bedeutendes Franziskanerkloster, in seiner heutigen Form aus dem 19. Jahrhundert, und eine serbisch-orthodoxe Kirche zu sehen, sowie einige Bogumilen-Gräber (Stećci).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort hieß früher Neretva. Die Gegend hatte für die Jugoslawische Volksarmee (JNA) strategisch hohe Bedeutung wegen der verschiedenen unterirdischen Bollwerke, wie beispielsweise die Igman Waffen- und Munitionsfabrik, die Kaserne der JNA in Ljuta, das Lagerhaus und die Kaserne in Čelebići, das Kommunikations- und Telekommunikationszentrum in Zlatar sowie dem Ausweichsführungbunker der JNA, genannt „Objekat D-0“.

Während des Bosnienkrieges befand sich in der Gemeinde das Internierungslager Čelebići. Während des Krieges wurden im nahegelegenen Trusina im April 1993 22 Kroaten von der bosniakischen Einheit Zulfikar, die der bosnischen Armee angehörte, gefangen genommen und ermordet.[2] Davon waren 18 Zivilisten, darunter 2 Kinder, und vier Soldaten.

Seit dem 27. Mai 2011 findet im Führungsbunker die erste Kunst Biennale von Bosnien und Herzegowina statt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 1991 hatte die Gemeinde Konjic insgesamt 43.878 Einwohner, darunter:

  • Bosniaken: 23.815 (54,3 %)
  • Kroaten: 11.513 (26,2 %)
  • Serben: 6.620 (15,1 %)
  • Andere: 1.930 (4,4 %)

In der eigentlichen Stadt Konjic wohnten 13.729 Menschen, davon bezeichneten sich 6697 als Muslime (48,8 %), 3036 als Kroaten (22,1 %), 2536 als Serben (18,5 %) und 1195 als Jugoslawen (8,7 %). Von den 151 zur Gemeinde gehörigen Ortschaften waren 91 mehrheitlich von Muslimen bewohnt, 40 hatten eine kroatische und 17 eine serbische Bevölkerungsmehrheit. Die Ortschaften Rasvar und Česim waren unbewohnt.

Im Bosnienkrieg wurden mehrere Dörfer völlig zerstört. Heute stellen die Bosniaken die Mehrheit der Einwohner in der Gemeinde. Die Gesamteinwohnerzahl ist bis zur Volkszählung 2013 auf etwa 26.000 gesunken.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Konjic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Svečano otvaranje Starog mosta u Konjicu. www.studentskioglasi.ba, 16. Juni 2009
  2. Deutsche Welle:Erstmals Kriegsverbrecherin in Bosnien verurteilt