Lopud

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Insel Lopud
Lopud (Kroatien)
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42.68333333333317.95Koordinaten: 42° 41′ 0″ N, 17° 57′ 0″ O
Basisdaten
Meer: Adriatisches Meer
Staat: Kroatische Flagge Kroatien
Gespanschaft: Wappen der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva Dubrovnik-Neretva
Fläche: 4,63 km²
Küstenlänge: 11,5 km
Einwohner: 220 (2001)
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km²
Größte Ortschaft: Lopud
Höchster Punkt: Polačica (216 m)
Insolation: 2.584 h  (108 Tage)
Croatia - Elafit Islands - Lopud.PNG
Detaillierte Karte von Lopud

Die Insel Lopud liegt nordwestlich der Stadt Dubrovnik und ist ein Teil der Elaphiten. Die Inseln ab Dubrovnik Richtung Norden heißen Daksa, Koločep, Sv Andrija, Lopud, Ruda, Šipan, Jakljan, Tajan und Olipa. Die meisten dieser Inseln sind sehr klein und unbewohnt.

Die Inseln Koločep, Lopud und Šipan sind die einzigen bewohnten Inseln, Lopud ist die mittlere. Sie hat eine Fläche von 4,63 km², der höchste Punkt Polačica liegt bei 216 Metern. Momentan hat Lopud etwa 220 Einwohner. In der Bucht an der Nordwestseite mit Blick auf Šipan liegt das Dorf Lopud. Zwischen zwei Hügeln führt ein Pfad vorbei zur Bucht “Šunj” auf die andere Seite der Insel.

Die Nordostseite der Insel ist durch Felsen und steile Klippen nur schwer zugänglich. Die Insel hat eine 11,5 km lange Küstenlinie, wovon 1,2 km aus Sandstrand bestehen. Auch im Dorf am Hafen gibt es einen Sandstrand. Da die Insel mit jährlich mehr als 2584 Stunden Sonne über eigene Süßwasserbrunnen verfügt, ist sie mit viel Grün, Bäumen, Sträuchern, Pflanzen und vielen Palmen bewachsen. Bekannt ist der Park, ehemaliger Garten einer Villa aus dem 19. Jahrhundert, in der Pflanzen aus der ganzen Welt gesammelt wurden, u.a. auch Bambussorten und verschiedene Kakteen, aber auch außerhalb des Parks gibt es grüne Stellen mit Bougainville, Palmen und Zypressen. Verschiedene griechische, römische und altslawische Bauten und Ruinen weisen darauf hin, dass die Insel schon sehr lange bewohnt ist.

Lopud ist schon seit einem Jahrhundert ein bekannter Badeort. Anfang des vorigen Jahrhunderts entdeckte der österreichische Adel bereits die Insel. Davor siedelten hier schon die Bewohner Venedigs und die Nachbarn Dubrovniks.

Man kann auf verschiedene Arten die Insel besuchen. Viermal täglich fährt das Linienschiff "Postira" die Insel an. Viele Tagesbesucher kommen aus Dubrovnik zum Wochenende an die Sandstrände. Ausflugsschiffe laufen aus verschiedenen Orten an oder pendeln von anderen Inseln herüber.

Auf der Insel gibt es mit Ausnahme einiger Fahrräder, Motorroller und Elektrobuggies keinen Verkehr.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Wappen der Viscontis

Im Jahre 1098 strandete der Mailänder Kreuzfahrer und Patrizier Ottotone Visconti auf der Insel. Während eines schweren Sturmes legte er, der Legende nach das Gelübde ab, wenn er rettendes Land erreichen würde dort 100 Gotteshäuser zu erbauen. Daher gibt es auf Lopud zahlreiche Kapellen, Kirchen und auch Andachtssteine. Die am höchsten Punkt gelegene Kirche ziert das bekannte Wappen der Familie Visconti. Da es aus dem 11 Jhd. stammen soll, ist es das älteste Wappen der Viscontis, mit dieser eigenartigen Darstellung. Ende des 20. Jahrhunderts wollte die mailändische Adelsfamilie das Wappen erwerben, aber die Bürger von Lopud, waren trotz hohem Gebotes, an dem Handel nicht interessiert, daraufhin verklagte die Familie Visconti Ende des letzten Jahrhunderts Lopud vor dem europäischen Gerichtshof auf Herausgabe des Wappens und verlor diesen Prozess. Daher befindet sich das Wappen immer noch auf der kleinen Insel. Der in der Nähe der Kirche gelegene Oststrand hiess lange Bišun und dieses Wort leitet sich der Vermutung der Inselbewohner nach, vom italienischen Wort für Schlange (Biscione) ab. Heute wird dieser Strand Šunj genannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Vincenz Lisičar, Lopud. Eine historische und zeitgenössische Darstellung. Ins Deutsche übersetzt von Christoph Knie, Dubrovnik (Eigenverlag des Verfassers) 1932
  • Aida Cvjetković, Elaphiten. Inseln der Hirsche, Zagreb 1998 (Bibliothek Tourismus und Kulturerbe 9) ISBN 953-6570-45-9 [in den Details unzuverlässig und z.T. veraltet].
  • Bodo Müller, Kroatische Küste. Dubrovnik – Elaphiten – Süd-Dalmatien, Bielefeld 2007 (Edition Maritim) 2007, ISBN 3-89225-577-6

Weblinks[Bearbeiten]