kein mensch ist illegal

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Kein mensch ist illegal (kmii) ist ein bundesweites Netzwerk antirassistischer Gruppen und Kirchenasyl-Initiativen, das sich für Ausländer ohne Aufenthaltsberechtigung in Deutschland und/oder von Abschiebung bedrohte Migranten einsetzt. Das Netzwerk begann mit Kampagnen und politischen Veranstaltungen, um auf die Situation von Flüchtlingen in Deutschland aufmerksam zu machen.

Slogan[Bearbeiten]

Der Slogan meint, das illegale Handeln der illegalen Einwanderer sei legitim, denn jeder Mensch solle selbst entscheiden können, wo er am besten lebt.[1]

Der politische Slogan „Kein Mensch ist illegal“ ist ein verbreiteter Slogan der Aktivisten in Sachen „Sans papiers“ und wird z. B. in der Schweiz von Solidarité sans frontières und der Bleiberechtsbewegung[2] sowie in Österreich in der Debatte um den Asylfall Familie Zogaj aufgegriffen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Netzwerk wurde 1997 auf der documenta X in Kassel gegründet. In wenigen Wochen schlossen sich mehr als 200 Gruppen und Organisationen sowie tausende von Einzelpersonen einem Appell an, Flüchtlinge und Migranten unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus „bei der Ein- oder Weiterreise zu unterstützen, Migranten Arbeit und „Papiere“ zu verschaffen, medizinische Versorgung, Schule und Ausbildung, Unterkunft und materielles Überleben zu gewährleisten.“

Politische Praxis[Bearbeiten]

kmii startete nach dem Tod von Aamir Ageeb die deportation.class-Kampagne, die Fluggesellschaften ins Fadenkreuz nahm, die sich an Abschiebungen beteiligten. Die 2001 zusammen mit Libertad! durchgeführte Online-Demonstration war der Höhepunkt dieser Kampagne.

Heute arbeitet kmii zu Arbeit und Migration und thematisiert die Zusammenhänge von Ökonomie und Rassismus. Die Organisation fordert „einen allgemeinen und gleichberechtigten Zugang zu allen Rechten, ob mit oder ohne Papiere.“[1] Ziel ist es, Menschen ohne Papiere zu beraten, ihnen praktische Hilfe zu vermitteln und Öffentlichkeit über deren Situation zu erzeugen.[1]

In Verfassungsschutzberichten werden kein mensch ist illegal und deportation.class wegen ihrer Nähe zu mutmaßlich linksextremistischen „Zusammenhängen“ erwähnt.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • AutorInnenkollektiv (2000): Ohne Papiere in Europa. Illegalisierung der Migration. Selbstorganisation und Unterstützungsprojekte in Europa. VLA ISBN 3-924737-49-5
  • cross the border (Hg.) (1999): kein mensch ist illegal. Ein Handbuch zu einer Kampagne. ID-Verlag ISBN 3-89408-087-6
  • Gerda Heck: ›Illegale Einwanderung‹. Eine umkämpfte Konstruktion in Deutschland und den USA. Edition DISS Band 17. Münster 2008. ISBN 978-3-89771-746-6 (Interview heiseonline 10. November 2008)

Filme[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Über uns, kmii-koeln.de
  2. http://www.bleiberecht.ch/
  3. Verfassungsschutzbehörde NRW über kein mensch ist illegal und deportation.class