King Kong und die weiße Frau

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Filmdaten
Deutscher Titel King Kong und die weiße Frau
Originaltitel King Kong
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1933
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe FSK 6 (ehem. 16 und 12)
Stab
Regie Merian C. Cooper
Ernest B. Schoedsack
Drehbuch James Ashmore Creelman
Ruth Rose
Produktion Merian C. Cooper
Ernest B. Schoedsack
David O. Selznick
Musik Max Steiner
Bernhard Kaun
Kamera Edward Linden
J. O. Taylor
Vernon L. Walker
Schnitt Ted Cheesman
Besetzung

King Kong und die weiße Frau ist ein in Schwarzweiß gedrehter US-amerikanischer Abenteuer-, Horror- und Fantasyfilm der Regisseure Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack aus dem Jahr 1933. Die Hauptrollen spielten Fay Wray, Robert Armstrong und Bruce Cabot. Der Film ist eine Produktion der Filmgesellschaft RKO. Der mittlerweile weltbekannte und in der Popkultur verewigte Riesenaffe King Kong hatte hier seinen ersten Auftritt. Vor allem für seine Stop-Motion-Tricktechnik, die von Willis O’Brien umgesetzt wurde, erhält der Film bis heute große Beachtung.

Handlung[Bearbeiten]

Regisseur Carl Denham und seine Filmcrew reisen auf dem Frachter „Venture“ zur entlegenen Insel „Skull Island“. Auf der in keiner Karte verzeichneten, nur durch wenige Überlieferungen bekannten Insel will er seinen nächsten Film drehen. Denhams Hauptdarstellerin ist seine Neuentdeckung Ann Darrow.

Bei der Landung gerät die Besatzung in eine Zeremonie der Inselbewohner, deren Dorf durch eine hohe Mauer vom Rest der Insel getrennt ist. Vor dem Tor der Mauer soll gerade eine junge Frau dem lokalen Inselgott „Kong“ geopfert werden. Als Denham die Szene filmen will, werden sie entdeckt. Die Insulaner fordern die Herausgabe der platinblonden Ann. Zwar gelingt der Mannschaft die Flucht, doch in der folgenden Nacht wird Ann von den Eingeborenen vom Schiff entführt und zur Opfergabe Kongs erkoren.

Ann wird auf der landesinneren Seite der Mauer an einem Altar festgebunden, dann rufen die Inselbewohner ihren Gott Kong herbei. Aus dem Dschungel taucht ein Riesenaffe auf, löst Anns Fesseln und nimmt sie mit sich. Die Besatzung der „Venture“, die Anns Abwesenheit bemerkt hat, trifft zu spät ein. Denham stellt einen Rettungstrupp zusammen. Kong bringt Ann in seine Höhle; auf ihrem Weg beschützt er sie vor diversen Gefahren wie Dinosauriern und Riesenschlangen. Der Rettungstrupp wird auf seinem Marsch durch den Dschungel bis auf zwei Mann komplett aufgerieben. John Driscoll, der Erste Offizier der „Venture“, rettet Ann in einem günstigen Augenblick, als Kong durch einen Kampf mit einem Flugsaurier abgelenkt ist. Kong verfolgt sie, durchbricht das Tor der Mauer und veranstaltet unter den Eingeborenen ein Massaker. Es gelingt Carl Denham aber, Kong mit Gasbomben zu betäuben und nach New York zu verfrachten.

Als „King Kong“ wird Kong in einem Theater am Broadway dem zahlenden Publikum als „achtes Weltwunder“ präsentiert. Bei der Premiere wird er vom Blitzlichtgewitter der Fotografen so sehr aufgebracht, dass er seine Fesseln sprengt und auf der Suche nach Ann durch New York zieht. Auf seinem Weg tötet er zahlreiche Menschen, wirft mit Autos um sich und lässt eine Hochbahn entgleisen.

Kong findet Ann und John versteckt in einem Apartment, bringt Ann erneut in seine Gewalt und flieht mit ihr auf die Spitze des Empire State Buildings. Dort wird er von einer Staffel Doppeldecker des United States Army Air Corps angegriffen. Von Maschinengewehrgarben tödlich verwundet, stürzt er in die Tiefe. Den ihn umringenden Reportern erklärt Denham, nicht die Kugeln hätten Kong zur Strecke gebracht: „It was beauty killed the beast.“ („Schönheit hat die Bestie getötet.“)

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Hintergrund[Bearbeiten]

Produktion und Konzeption[Bearbeiten]

Das produzierende Filmstudio waren die RKO Pictures.

Jean Harlow lehnte die weibliche Hauptrolle in King Kong ab. Angeblich gewann Regisseur Cooper Fay Wray mit den berühmt gewordenen Worten „You will have the tallest, darkest leading man in Hollywood“ (etwa: „Du wirst mit dem höchstgewachsenen, dunkelhaarigsten Hauptdarsteller in Hollywood arbeiten“) für die Hauptrolle.

Bevor der Film seinen endgültigen Namen King Kong erhielt, spielten die Filmemacher mit Alternativen wie The Beast, The Ape, King Ape und Kong.

King Kong ist außerdem der erste Tonfilm, in dem auch Dialogszenen mit Musik unterlegt wurden. Max Steiner gilt daher als Vater der Filmmusik.

Der Film musste nach einer Testvorführung neu geschnitten werden. Bei der Verfolgung durch den Dschungel gab es eine Szene, in der Kong die Männer in eine Schlucht wirft, wo sie von Spinnen gefressen werden. Diese Szene wurde nur einmal vor einem Testpublikum gezeigt, das entsetzt reagierte. Die Szene wurde danach geschnitten und ist bis heute verschollen. Es existieren nur noch drei Fotos davon. Aufgrund der Zensurgesetze wurden 1938 auch Szenen herausgekürzt: eine Szene, in der Kong der Frau die Kleider vom Leib pflückt und ihre Brüste kitzelt, so wie weitere Szenen in denen Kong auf der Insel Menschen tötet, indem er sie zertrampelt oder zerbeißt. Diese Kürzungen ließen den Affen wesentlich freundlicher wirken. Die gekürzte Fassung kam 1952 in die deutschen Kinos. Erst 1969 wurde die Originalfassung restauriert und die fehlenden elf Minuten wieder eingefügt.[1]

Kong ist in fast jeder Szene von unterschiedlicher Größe, dies aber mit voller Absicht, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Für die Modelle wurden unter anderem Felle von ungeborenen Lämmern verwendet. Die meisten Dinosaurier hatte Willis O'Brien schon für das Filmprojekt „Lost Island“ gebaut, das jedoch nicht realisiert wurde.

Das riesige hölzerne Tor von Skull Island wurde auf denkwürdige Weise wiederverwendet: Es wurde im Dezember 1938 für Vom Winde verweht (als Teil des Depots von Atlanta) niedergebrannt.

Bei den Dreharbeiten wurde das erste Mal die Miniaturprojektion angewandt. Das Verfahren wurde 1933 zum Patent angemeldet.

Die Uraufführung des 1931/32 gedrehten Films war am 2. März 1933, die deutsche Erstaufführung erfolgte am 1. Dezember 1933.

Rezeption und Erfolg[Bearbeiten]

King Kong spielte allein am Startwochenende in den USA über 90.000 Dollar ein, was zum damaligen Zeitpunkt einen Rekord darstellte. Die Spezialeffekte von Willis O’Brien, allen voran der Einsatz des Stop-Motion-Verfahrens, galten als wegweisend und auch heute genießt der Film noch großes Ansehen. Das Bild des riesigen Gorillas auf dem Wolkenkratzer, die schädelförmige Insel Skull Island und Fay Wrays entsetzter Blick (und Schrei) zählen heute fest zur Ikonografie der Popkultur.

Der Erfolg des Films bewahrte die Filmfirma RKO vor dem Bankrott.

Kritiken[Bearbeiten]

„Der tricktechnisch brillante Monster-Film ist einer der Klassiker des Genres. Die fantastischen Dekors der heimatlichen Urwelt Kongs sind in Licht und Schatteneffekten den Radierungen Gustave Dorés (zu Miltons „Paradise Lost“) nachempfunden. Die „Stop Motion“-Sequenzen des „Special Effects“-Künstlers Willis O'Brian waren lange über ihre Entstehungszeit hinaus wegweisend. Das künstlich verlängerte Gebrüll des Affen und der langgezogene Schrei von Fay Wray, der „weißen Frau“ in der Gewalt des Affen, machten Filmgeschichte (…). Ungeachtet aller Trickeffekte ist „King Kong und die weiße Frau“ zugleich ein anrührender Film, der die Geschichte des Monsters als tragische Liebesromanze erzählt.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

„Monsterklassiker. […] Der brillante, tricktechnisch bis heute einmalige Film nach einer Idee von Edgar Wallace verbindet gekonnt den Expeditions- und Katastrophenfilm mit dem Melodram." (Höchstwertung: überragend)“

Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“[3]

„Der Ur-King-Kong ist unübertroffen, insbesondere in Bezug auf die eigens für diesen Film entworfene Tricktechnik. Eine Pionierleistung zu Beginn der Tonfilmzeit.“

Frankfurter Rundschau, Frankfurt am Main

Verwandte Filme[Bearbeiten]

Fortsetzungen[Bearbeiten]

Aufgrund des enormen Erfolgs kam bereits im selben Jahr wie King Kong und die weiße Frau die Fortsetzung King Kongs Sohn in die Kinos. 1949 folgte ein weiterer Riesenaffenfilm Panik um King Kong, obwohl Kong in diesen gar nicht mitspielte. Bei beiden Filmen waren allerdings die meisten Personen des Stabs des ersten King-Kong-Films und der Hauptdarsteller Robert Armstrong beteiligt.

Neuverfilmungen[Bearbeiten]

Weitere Verfilmungen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • King Kong ist die freie Vorlage für eines der erfolgreichsten Videospiele: Donkey Kong. Dies hatte allerdings für einen Rechtsstreit gesorgt.
  • Edgar Wallace verstarb, während er an King Kong arbeitete.
  • 1961 kam King Kongs englisches Gegenstück namens Konga in die Kinos. Bei Konga handelt es sich eigentlich um einen mit Wachstumsserum behandelten Schimpansen, der im Laufe des Films allerdings das Aussehen eines riesigen Gorillas annimmt.
  • In der Rocky Horror Show wird gleich im Eingangssong Science Fiction Double Feature auf den Film Bezug genommen (Then something went wrong for Fay Wray and King Kong)
  • Die Schriftstellerin Kirsten Boie schuf das Schwein King-Kong als Hauptfigur einiger ihrer Kinderbücher.
  • Die Berliner Band Die Ärzte nehmen in Ihrem Lied Monsterparty Bezug auf den Film (Sprach: „Wenn King Kong nicht durchs Tor passt, schnapp ich mir die weiße Frau!“)

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • King Kong und die weiße Frau. Kinowelt Home Entertainment 1999

Soundtrack[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Delos W. Lovelace, Merian C. Cooper (Begründer), Edgar Wallace (Begründer): King Kong. Roman (Originaltitel: King Kong). Deutsch von Helmut Kassodo. Goldmann, München 1987, ISBN 3-442-08835-6.
  • Joe DeVito, Brad Strickland: Merian C. Cooper's King Kong. König der Bestien. Roman (Originaltitel: Merian C. Cooper's King Kong). Deutsch von Andreas Kasprzak. Blanvalet, München 2007, ISBN 978-3-442-24428-7.
  • Orville Goldner, George E. Turner: The Making of King Kong. The story behind a film classic. A. S. Barnes and Co., South Brunswick u. a. 1975, ISBN 0-498-01510-6.
  • Joe DeVito, Brad Strickland: Kong. King of Skull Island. DH Press, Milwaukie OR 2005, ISBN 1-59582-006-X.
  • Ray Morton: King Kong. The History of a Movie Icon from Fay Wray to Peter Jackson. Applause Theatre & Cinema Books u. a., New York NY u. a. 2005, ISBN 1-55783-669-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: King Kong und die weiße Frau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kultfilme, Heyne Verlag, 1985, S. 182
  2. King Kong und die weiße Frau im Lexikon des Internationalen Films
  3. Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen.“ (Erweiterte Neuausgabe) Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 449–450