Kodagu (Distrikt)

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Distrikt Kodagu
ಕೊಡಗು
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Karnataka
Division: Mysore
Verwaltungssitz: Madikeri
Fläche: 4.109 km²
Einwohner: 554.762 (2011)
Bevölkerungsdichte: 135 Ew./km²
Website: kodagu.nic.in

Kodagu (Kannada: ಕೊಡಗು Koḍagu; früher anglisiert Coorg) ist ein Distrikt des indischen Bundesstaates Karnataka. Verwaltungszentrum ist die Stadt Madikeri.

Geografie[Bearbeiten]

Berglandschaft im Distrikt Kodagu

Der Distrikt Kodagu liegt in den Westghats im Südwesten Karnatakas an der Grenze zum Nachbarbundesstaat Kerala. Nachbardistrikte sind Dakshina Kannada im Nordwesten, Hassan im Norden, Mysore im Osten (alle Karnataka) sowie in Kerala Wayanad im Süden, Kannur im Südwesten und Kasaragod im Westen.

Die Fläche des Distrikts Kodagu beträgt 4.109 Quadratkilometer. Das Terrain ist bergig und teilweise noch dicht bewaldet. Die Distrikthauptstadt Madikeri liegt auf 1.116 Metern Höhe über dem Meeresspiegel, nach Osten hin flacht die Landschaft auf rund 800 Meter ab. Die höchsten Berge im Distriktgebiet sind der Pushpagiri mit 1.715 Metern und der unweit von Madikeri gelegene Kotebetta mit 1.683 Metern. Im Distrikt Kodagu entspringt der Kaveri-Fluss.

Der Distrikt Kodagu ist in die drei Taluks Madikeri, Somvarpet und Virajpet unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Region Kodagu bestand seit dem Mittelalter ein eigenständiges Hindu-Fürstentum. Dieses wurde unter dem anglisierten Namen Coorg 1790 zu einem Fürstenstaat unter britischer Oberhoheit. 1834 wurde Coorg annektiert und als Provinz in Britisch-Indien eingegliedert. Die ungewöhnlich kleine Provinz bestand nach der indischen Unabhängigkeit zunächst als eigener Bundesstaat weiter. Im Zuge der Neuordnung der indischen Bundesstaaten nach den Sprachgrenzen (States Reorganisation Act) wurde Coorg 1956 wegen seiner überwiegend kannadasprachigen Bevölkerung als Distrikt Kodagu dem Bundesstaat Mysore (seit 1973 Karnataka) eingegliedert.[1]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat der Distrikt Kodagu 554.762 Einwohner. Gemessen an der Einwohnerzahl ist er mit Abstand der kleinste Distrikt Karnatakas. Auch die Bevölkerungsdichte ist mit 135 Einwohnern pro Quadratkilometer die niedrigste aller Distrikte des Bundesstaates und liegt deutlich unter dem Durchschnitt Karnatakas (319 Einwohner pro Quadratkilometer). Ebenso ist der Anteil der Stadtbevölkerung mit 14,6 Prozent der geringste des Bundesstaates (der Mittelwert Karnatakas beträgt 38,6 Prozent). Die Bevölkerungsentwicklung in Kodagu ist stagnierend: Im Vergleich zur letzten Volkszählung 2001 wuchs die Einwohnerzahl nur um 1,1 Prozent, während die Wachstumsrate für ganz Karnataka im gleichen Zeitraum 15,7 Prozent betrug. Die Alphabetisierungsquote liegt mit 78,0 Prozent etwas über dem Mittelwert Karnatakas (76,1 Prozent).[2]

Plantagenarbeiter in Kodagu

Unter den Einwohnern des Distrikts stellen Hindus nach der Volkszählung 2001 mit 82,2 Prozent die Mehrheit. Daneben gibt es eine größere Minderheit von Muslimen (14,3 Prozent) und einen kleinen christlichen Bevölkerungsanteil (3,3 Prozent).[3]

Der Distrikt Kodagu weist eine ethnische und sprachliche Vielfalt auf. Die größte Bevölkerungsgruppe stellen die Kannadigas, d. h. Sprecher von Karnatakas Hauptsprache Kannada. Daneben ist Kodagu ist die Heimat des Volks der Kodava. Die Kodava besitzen eine ausgeprägte eigene Identität und Kultur. Ihre Sprache, die ebenfalls Kodava heißt, gehört zur dravidischen Sprachfamilie und hat insgesamt rund 166.000 Sprecher. Bei der Volkszählung 1991 gaben 35 Prozent der Bevölkerung der Distrikts Kodagu Kannada und 20 Prozent Kodava als Muttersprache an.[4] Daneben sind in Kodagu Malayalam, die Sprache des Nachbarbundesstaats Kerala, und Tulu, eine weitere dravidische Regionalsprache, verbreitet. Urdu ist anders als im größten Teil Karnatakas, wo diese Sprache von fast allen Muslimen gesprochen wird, in Kodagu kaum präsent: Urdu-Sprecher machen nur ein Fünftel der muslimischen Minderheit Kodagus aus.[5] Die Volkszählung 2001 klassifiziert 8,4 % der Distriktbevölkerung als Angehörige der Stammesbevölkerung (scheduled tribes; vgl. Adivasi). Hierbei handelt es sich größtenteils um Angehörige der Yerava und Jenu Kuruba.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Kodagu ist ein Zentrum des Kaffeeanbaus in Indien. Kaffee ist mit Abstand das wichtigste landwirtschaftliche Produkt Kodagus und wird im Distriktgebiet auf rund 87.800 Hektar angebaut. Daneben werden großflächig Reis (34.600 ha), Kardamom (12.700 ha) und Pfeffer (5.500 ha) und Kautschuk (2.100 ha) kultiviert.[6]

Städte[Bearbeiten]

Stadt Einwohner
(2001)[7]
Gonikoppal 7.251
Kushalnagar 13.262
Madikeri 32.286
Somvarpet 7.218
Virajpet 15.206

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Report of the States Reorganisation Commission, New Delhi 1955, S. 97.
  2. Census of India 2011: Provisional Population Totals: Data Sheet (PDF; 1,7 MB) und Population and decadal growth rate by residence Persons. (PDF; 1,3 MB)
  3. Census of India 2001: Basic Data Sheet. District Kodagu (25), Karnataka (29). (PDF; 55 kB)
  4. K.S. Rajyashree: "Kodava speech community: An ethnolinguistic study", in Language in India 1: 6 October 2001.
  5. A. R. Fatihi: "Urdu in Karnataka", in: Language in India 2 : 9 December 2002.
  6. Website des Distrikts Kodagu: General Information
  7. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order)

Literatur[Bearbeiten]

  • The Imperial Gazetteer of India. Band 11: Coondapoor to Edwardesābād. New edition. Clarendon Press, Oxford 1908, S. 3–51, Stichwort: Coorg.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kodagu district – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien