Kyle of Lochalsh Line

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Inverness–Kyle of Lochalsh
Zug von Inverness nach Kyle of Lochalsh bei Loch Achanalt
Zug von Inverness nach Kyle of Lochalsh bei Loch Achanalt
Streckenlänge: 102 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
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0,0[1] Inverness
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nach Perth und Aberdeen
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von Perth und Aberdeen
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16,3 Beauly
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21,0 Muir of Ord
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ehem. Black Isle Line
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Conon Bridge
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30,1 Dingwall
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Far North Line
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Strathpeffer Branch
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Achterneed aufgelassen 1966
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Raven's Rock Siding aufgelassen 1952
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Garve
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Lochluichart
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Achanalt
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Achnasheen
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Luib (Loan) Crossing aufgelassen 1922
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Glencarron Platform aufgelassen 1964
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Achnashellach
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Strathcarron
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Attadale
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Steinschlaggalerie
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Stromeferry
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Duncraig
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Plockton
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Duirinish
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Kyle of Lochalsh

Die Kyle of Lochalsh Line ist eine Bahnstrecke in Schottland. Sie verbindet Inverness mit Kyle of Lochalsh, wobei sie erst in Dingwall von der Far North Line abzweigt.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem 1855 der erste Zug der Highland Railway den Bahnhof Inverness erreicht hatte, wuchs auch in den nördlich und westlich gelegenen Highlands der Wunsch nach einer Bahnverbindung. 1865 erhielt die Dingwall and Skye Railway die Genehmigung zum Bau einer Strecke quer durch die Highlands. Den Abschnitt von Inverness bis Dingwall hatte die nach drei Jahren von der Highland Railway übernommene Inverness and Ross-shire Railway mit Unterstützung des Duke of Sutherland bereits 1862 eröffnet.

Die Strecke zwischen Dingwall und Stromeferry wurde am 5. August 1870 eröffnet. In Stromeferry wurde ein Anschluss per Dampfer an die Isle of Skye und die Äußeren Hebriden hergestellt, woraus sich auch die hauptsächliche Verkehrsbedeutung der Strecke ergab. Eine weitere Ursache für den Bau waren die Wünsche verschiedener wohlhabender Landadeliger, die ihre in den Highlands gelegenen Landsitze und Lodges besser erreichen wollten. In den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg hatte die Fahrgäste in der Ersten Klasse dementsprechend einen Anteil von bis zu 20 %.[2] Die größte Nachfrage erreichte der Reiseverkehrs daher vor dem 12. August eines Jahres, dem als Glorious Twelfth bezeichneten offiziellen Beginn der Moorhuhnjagd. Einige Bahnhöfe wie etwa Achnashellach oder Duncraig wurden zunächst ausschließlich für die Bewohner nahegelegener Landsitze genutzt und waren nicht öffentlich zugänglich.[3] Der Güterverkehr entwickelte sich dagegen nicht wie erhofft, Pläne zur Umsetzung von Fischerbooten zwischen Nordsee und Atlantik wurden nicht realisiert, obwohl dazu im Bahnhof Garve bereits ein überbreiter Gleisabstand vorgesehen worden war.[2]

Die Dingwall and Skye Railway wurde 1880 von der Highland Railway übernommen. Der kleine Kurort Strathpeffer, die größte Ortschaft zwischen Dingwall und Kyle of Lochalsh, hatte aufgrund des Widerstands von Landbesitzern nur einen Bahnhof weit abseits erhalten. Die Highland Railway eröffnete daher 1885 die Strathpeffer Branch, eine kurze Stichstrecke, die in Fodderty Junction von der Kyle of Lochalsh Line abzweigte. Der bisherige Bahnhof von Strathpeffer wurde in Achterneed umbenannt.

Der Bahnhof von Kyle of Lochalsh
Zugkreuzung in Strathcarron, 1989

1893 begann die Highland Railway mit dem Bau der Verlängerung von Stromeferry nach Kyle of Lochalsh, womit der Seeweg nach Skye erheblich verkürzt werden konnte. Die Verlängerung konnte nach vier Jahren Bauzeit am 2. November 1897 eingeweiht werden. Die Trassenführung am steilen und felsigen Südufer von Loch Carron erwies sich als sehr aufwändig. Die Strecke ist, wie auch die parallele A890, auf diesem Abschnitt immer wieder von Steinschlag bedroht und daher mit entsprechenden Fangzäunen und Schutzgittern sowie einer Steinschlaggalerie ausgestattet. Trotz dieser Verkürzung des Seewegs führte die Fertigstellung der West Highland Line nach Mallaig 1901 zu einem Verkehrsrückgang.

1923 ging die Highland Railway im Zuge der Umsetzung des Railways Act 1921 in der London, Midland and Scottish Railway (LMS) auf. 1948 wurde die LMS Teil von British Railways (BR). Die kurze Strathpeffer Branch wurde 1955 eingestellt.

Unter dem ab 1963 amtierenden Chairman Richard Beeching entwickelte British Railways Pläne zur Rationalisierung und Umstrukturierung des britischen Eisenbahnnetzes, die aufgrund der damit verbundenen umfangreichen Streckenstilllegungen als Beeching-Axt bekannt wurden. Auch die Kyle of Lochalsh Line wurde damit Ende der 1960er Jahre ein Einstellungskandidat. Zunächst wurde die Stilllegung allerdings verschoben, da in Stromeferry im Zuge des Aufbaus der Ölindustrie für das Nordseeöl ein Montagewerk für Bohrplattformen mitsamt einer Anschlussbahn errichtet wurde, die Loch Kishorn Oil Platform Construction Site. Aufgrund der unzureichenden Straßenverbindung war der Betrieb auf die Bahnverbindung angewiesen. Das 1975 in Betrieb genommene Werk erwies sich allerdings als wirtschaftlicher Misserfolg und wurde bereits 1982 wieder geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Fremdenverkehr die durch landschaftlich reizvolle Teile der Highlands verlaufende Bahn bereits entdeckt und noch bestehende Pläne zur Einstellung wurden endgültig in die Schublade gelegt.[2]

Um den noch vorhandenen hohen Betriebsaufwand zu reduzieren, wurde die Kyle of Lochalsh Line wie auch die Far North Line 1985 von der bis dato noch vorhandenen Stabsicherung auf den Radio Electronic Token Block umgestellt, bei dem der Triebfahrzeugführer über Funk jeweils eine Fahrerlaubnis bis zum nächsten Bahnhof anfordert. Die gemeinsame zentrale Betriebsleitung für beide Strecken sitzt in Dingwall. Die Weichen werden vom Triebfahrzeugführer gestellt. Der Betrieb der Strecke kommt so ohne örtliche Fahrdienstleiter aus.

Mit der Auflösung von British Rail übernahm 1997 ScotRail, eine Tochter von National Express Group den Schienenpersonenverkehr auch auf der Kyle of Lochalsh Line. 2004 wechselte das Franchise von National Express zu FirstGroup, die es als First ScotRail vermarkten.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten]

Die Kyle of Lochalsh Line ist durchwegs eingleisig. Kreuzungsmöglichkeiten bestehen westlich von Dingwall in Garve, Achnasheen und Strathcarron. Die früher vorhandenen Ausweichgleise in Achterneed, Achanalt, Loan crossing, Achnashellach und Stromeferry wurden bereits spätestens Anfang der 1980er Jahre stillgelegt.[3]

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten]

Kyle of Lochalsh mit rangierender Dampflokomotive im Jahr 1957
Zwei Reisezüge mit Class 37 der BR in Kyle of Lochalsh, 1989
British Rail Super Sprinter (Baureihe Class 156) im Bahnhof Dingwall

Die Kyle of Lochalsh Line wurde zunächst mit älteren Loks der Highland Railway betrieben. Ab 1882 kamen dann eigens für die Strecke gebaute Schlepptenderlokomotiven der Achsfolge 2'B zum Einsatz, die sich sehr gut bewährten und als „Skye-Bogies“ bezeichnet wurden. Sie blieben bis in die 1930er Jahre auf der Strecke, ergänzt durch andere 2'B-Bauarten der Highland Railway. Die LMS brachte schließlich ab 1934 ihre weit verbreitete Standardlok LMS Class 5 „Black Five“ der Achsfolge 2'C zum Einsatz, die bis zum Ende der Dampflokzeit den Fahrzeugeinsatz dominierten. British Railways begann rund um Inverness bereits sehr früh mit der Verdieselung, so dass bereits 1961 die letzten Dampfloks aus dem planmäßigen Einsatz auf der Kyle of Lochalsh Line verschwanden.[4] Ersetzt wurden sie durch Dieselloks der Klassen 25 und 26. Ab 1980 kamen vorwiegend Loks der Class 37 zum Einsatz.[5] Noch bis in die 1960er führte der Mittagszug von Inverness bis Achnasheen einen Speisewagen, der dort dem Gegenzug übergeben wurde.

Ende der 1980er wurden die lokbespannten Züge durch Triebwagen ersetzt. Die zunächst eingesetzten Class 156 wurden nach einigen Jahren durch die derzeit noch eingesetzten Class 158 ersetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Keith Fenwick, Howard Geddes: The Highland Railway, The History Press, Stroud 2011, ISBN 978-0-7509-5094-7
  • Highland Impressionen. Mit der Bahn von Inverness nach Kyle of Lochalsh, Eisenbahn-Magazin 9/84, S. 35-39

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angaben in km nach Mike Bridge (Hrsg.): Track Atlas of Mainland Britain. Bradford on Avon 2009.
  2. a b c Highland Impressionen. Mit der Bahn von Inverness nach Kyle of Lochalsh, Eisenbahn-Magazin 9/84, S. 35-39
  3. a b Dingwall and Skye Railway auf Railscot (abgerufen am 10. Februar 2013)
  4. Keith Fenwick, Howard Geddes: The Highland Railway, The History Press, Stroud 2011, S. 64
  5. Keith Fenwick, Howard Geddes: The Highland Railway, The History Press, Stroud 2011, S. 57