St. Pauli-Landungsbrücken

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Dieser Artikel behandelt den Hamburger Verkehrsknotenpunkt der St. Pauli-Landungsbrücken, für die gleichnamige Fernsehserie siehe St. Pauli Landungsbrücken (Fernsehserie). Daneben gibt es weitere Bedeutungen von Landungsbrücke.
St. Pauli-Landungsbrücken im Herbst 2004 (Landseite); Pegelturm (links), alter Elbtunnel (rechts), vom U-Bahnhof aus gesehen

Die St. Pauli-Landungsbrücken liegen im Hamburger Stadtteil St. Pauli zwischen Niederhafen und Fischmarkt direkt an der Elbe.

Bei den Landungsbrücken handelt es sich um einen zentral gelegenen Verkehrsknotenpunkt von S-Bahn, U-Bahn und Schiffen und um eine Touristenattraktion am Hamburger Hafen. Direkt am westlichen Ende der Landungsbrücken gelegen, befindet sich der Eingang des alten Elbtunnels. Den östlichen Abschluss des Gebäudekomplexes bildet der Pegelturm. Auf halber Höhe des Turmes auf der Elbseite ist in der Mauer ein Wasserstandsanzeiger eingelassen, der über den aktuellen Stand der Gezeiten informiert. In seiner zweiten Funktion ist der Pegelturm auch Uhr- und Glockenturm. Das Zifferblatt ist weithin sichtbar. Die Glocke erklingt zu den vollen und halben Stunden.

Inhaltsverzeichnis

Schiffsanleger [Bearbeiten]

Schiffsanleger
Alte Landungsbrücken bei St. Pauli um 1900
Pegelanzeige auf der Elbseite des Turms

Der erste Schiffsanleger an dieser damals am Hafenrand gelegenen Stelle wurde 1839 errichtet. Er diente als Anlegestelle von Dampfern, die hier relativ einfach mit Kohle befüllt werden konnten. Außerdem wollte man bei diesen großen Schiffen aufgrund ihrer Kohlebefeuerung und der damit verbundenen Brandgefahr kein Risiko eingehen und einen ausreichenden Sicherheitsabstand gewährleisten. Der heutige, ab 1907 errichtete Schiffsanleger besteht aus schwimmenden Pontons, die über zehn bewegliche Brücken vom Festland aus zugänglich sind. Die 688 m lange Anlegestelle diente ursprünglich den Personendampfern der Überseelinien als Anlegestelle. Unter anderem legten hier die großen HAPAG-Linienschiffe an. Heute verkehren zum Schiffsanleger nur noch Hafenfähren der HADAG, Hafenrundfahrtschiffe und Barkassen, Passagierschiffe im Unterelbedienst sowie die Katamarane nach Helgoland. Täglich pendeln von hier aus auch Schiffe zum Theater im Hafen Hamburg am gegenüberliegenden Elbufer, wo das MusicalDer König der Löwen“ aufgeführt wird.

Der alte Schiffsanleger wurde während des Zweiten Weltkrieges stark zerstört, so dass die heutigen Pontons während des Wiederaufbaus von 1953 bis 1955 entstanden sind. Das letzte im Krieg zerstörte Teilstück zwischen den Brücken 2 und 3 wurde erst 1976 neu erbaut. Im Rahmen einer 1999 begonnenen Modernisierung wurden die Überdachung und die Beleuchtung neu gestaltet. Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme ist auch der Austausch von Brücke 7 vorgesehen.

Kulturdenkmal [Bearbeiten]

Das zugehörige Abfertigungsgebäude wurde 1907 bis 1909 aus Tuffstein zusammen mit dem Schiffsanleger an der Stelle der alten Landungsbrücken errichtet. Es wurde von der Architektengemeinschaft Raabe & Wöhlecke für die Abteilung für Strom- und Hafenbau der Baudeputation als ein repräsentativer Schiffsbahnhof gestaltet. Mit seiner Länge von 205 m und mit seinen zahlreichen Durchgängen zu den Schiffsanlegern sowie Kuppeln und Türmen setzt es deutliche bauliche Akzente. Die Bauplastiken stammen von Arthur Bock.

Das Bauwerk wurde am 15. September 2003 unter Denkmalschutz gestellt.

Bahnhof [Bearbeiten]

U-Bahn [Bearbeiten]

Die U-Bahn-Brücke über die Helgoländer Allee, im Hintergrund der Bahnhof.

1906 wurde mit dem Bau der ersten U-Bahn-Linie Hamburgs begonnen, die einen Ring um die Innenstadt bildete. Auch in der Nähe der Landungsbrücken am Hang des Stintfangs wurde eine Station errichtet, die von den Architekten Johann Emil Schaudt und Walter Puritz ausgestaltet wurde. Der Bahnhof, der heute den Namen Landungsbrücken trägt, wurde halboffen erbaut, das heißt, während das westliche Ende mit einer Betonplatte überdeckt wurde, ist das östliche Ende unter freiem Himmel. Schließlich ging der Bahnhof mit dem Namen Hafentor gemeinsam mit dem Streckenabschnitt Millerntor (heute St. Pauli) - Rathaus am 29. Juni 1912 in Betrieb. Der von Johann Emil Schaudt zusammen mit der Hochbahnhaltestelle entworfene markante Turm am Eingang wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und schließlich 1959 abgerissen, wie auch die gesamte Haltestelle vollkommen umgebaut und modernisiert wurde. Der neue Eingang mit Kupferdach (nach Plänen von Hans L. M. Loop und Fritz Trautwein) wurde mit einer Fußgängerbrücke zu den Schiffsanlegern verbunden. Der Grund für den Bau der Brücke war das bis in die 60er Jahre hinein jeweils bei Schichtwechsel im Hafen enorme Fahrgastaufkommen an dieser U-Bahnhaltestelle. Ab 1971 wurde die Haltestelle erneut erheblich umgebaut, als unter dem Stintfang mit dem Bau der City-S-Bahn begonnen wurde. Seither bietet die westliche Zugangshalle als Hauptzugang zur U-Bahn auch einen Zugang zur S-Bahn. Seit 1. Juni 1975 ist dies eine Umsteigehaltestelle.

Der östliche Zugang der U-Bahnhaltestelle stammt aus dem Jahre 1923, blieb aber bis 1924 wegen Personalmangel bei der Hochbahn geschlossen. Der Entwurf für den Ziegelbau stammt von Walter Puritz, der in jener Zeit weitere Bauten für die Hochbahn schuf.

Straßenbahn [Bearbeiten]

Bis 3. Juni 1973 verkehrte hier auch noch die Straßenbahn. Zuletzt war dies die Linie 1 auf ihrem Weg von Schenefeld, Lornsenstraße ("Lurup") über Bahrenfeld und Altona, weiter durch die Mönckebergstraße und Lange Reihe bis zum Goldbekplatz. Vor 1955 hatte die Linie 31 (Bahrenfeld - Billstedt) diese Funktion inne, außerdem begann hier die Linie 14 ihre lange Reise über St.Pauli, Eimsbüttel, Eppendorf, Winterhude, Uhlenhorst und Hohenfelde nach Veddel bis in die Klütjenfelder Straße ("Freihafen"). Sie endete mit Zweirichtungswagen mittels Gleiswechsel in der Haltestelle, die sich im Bereich unter der späteren/heutigen Fußgängerbrücke zur U-Bahn befand. Allerdings wurde sie bereits am 8. Juni 1956 in dieser Gegend stillgelegt, als die 14 auf Zweirichtungszüge umgestellt wurde und an den Landungsbrücken keine Wendemöglichkeit mehr bestand. Noch bis 1960 gab es vereinzelt Verstärkerfahrten der 14, die aber bis zum Rödingsmarkt führten. Mit dem Umbau des U-Bahnhofes um 1959 erhielt die Straßenbahnhaltestelle richtige Haltestelleninseln.

S-Bahn [Bearbeiten]

Der „neue“ Bahnhofs-Eingang wurde im Zusammenhang mit dem Bau der City-S-Bahn errichtet.
Luftaufnahme

Seit 1. Juni 1975 ist Landungsbrücken eine Station der S-Bahn. Sie ist Bestandteil der 1979 vollständig eröffneten Tunnelstrecke vom Hauptbahnhof nach Altona (City-S-Bahn). Anfänglich, also ab Juni 1975, verkehrte hier die Linie S10 auf ihrem Weg über Jungfernstieg und Hauptbahnhof bis nach Barmbek. Ab 21. April 1979 wurde die S10 von der S1 abgelöst, die von Wedel nach Poppenbüttel reicht. Die S1 wiederum gab die Streckenführung damals an die neu eingerichtete S11 ab. Damit sich die Fahrgäste damals den Verlauf der neugeordneten S-Bahnlinien merken konnten, gab es eine Art Eselsbrücke: Die S1 fährt wie früher die Straßenbahnlinie 1 über Landungsbrücken, die S11 fährt wie früher die 11 über Holstenstraße.

Aufgrund eines am 30. September 1984 in der Station ausgebrannten S-Bahn-Zuges der Baureihe 471 musste die Station bereits renoviert werden.

Der Hauptzugang zur S-Bahn-Station liegt innerhalb des Stationsbauwerkes der U-Bahn. Ein Nebeneingang liegt an der Straße Eichholz.

Zwischen dem Bahnsteig der S-Bahn und den Anlagen der U-Bahn befindet sich ein ziviler Luftschutzbunker.

Linie Verlauf
Hamburg U3.svg Barmbek – Saarlandstraße – Borgweg (Stadtpark) – Sierichstraße – Kellinghusenstraße – Eppendorfer Baum – Hoheluftbrücke – Schlump – Sternschanze – Feldstraße – St. Pauli – Landungsbrücken – Baumwall – Rödingsmarkt – Rathaus – Mönckebergstraße – Hauptbahnhof Süd – Berliner Tor – Lübecker Straße – Uhlandstraße – Mundsburg – Hamburger Straße – Dehnhaide – Barmbek – Habichtstraße – Wandsbek-Gartenstadt
Hamburg S1.svg Wedel – Rissen – Sülldorf – Iserbrook – Blankenese – Hochkamp – Klein Flottbek (Botanischer Garten) – Othmarschen – Bahrenfeld – Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Landwehr – Hasselbrook – Wandsbeker Chaussee – Friedrichsberg – Barmbek – Alte Wöhr (Stadtpark) – Rübenkamp (City Nord) – Ohlsdorf | – Hamburg Airport (Flughafen) | – Kornweg (Klein Borstel) – Hoheneichen – Wellingsbüttel – Poppenbüttel
Hamburg S2.svg Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Rothenburgsort – Tiefstack – Billwerder – Moorfleet – Mittlerer Landweg – Allermöhe – Bergedorf
Hamburg S3.svg Pinneberg – Thesdorf – Halstenbek – Krupunder – Elbgaustraße – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Diebsteich – Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Hammerbrook (City Süd) – Veddel (BallinStadt) – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Heimfeld – Neuwiedenthal – Neugraben – Fischbek – Neu Wulmstorf – Buxtehude – Neukloster – Horneburg – Dollern – Agathenburg – Stade

Stammsiel [Bearbeiten]

Nahe der Landungsbrücken befindet sich einer von Hamburgs ältesten und auch größten Abwasserkanälen. Er ist Teil der 1842 von William Lindley entworfenen „Stadtwasserkunst“. Das Geest-Stammsiel sammelt Abwässer aus weiten Teilen der Stadt, bevor sie mit Hilfe eines etwa hundert Meter flussabwärts vom alten Elbtunnel befindlichen Pumpwerks unter der Elbe hindurch in das sich auf der gegenüberliegenden Elbseite befindliche Hauptklärwerk Köhlbrandhöft befördert werden. Das Siel ist mit dem Boot befahrbar; für die Ruderpartie von Kaiser Wilhelm II. wurde 1904 sogar ein eigener, unterirdischer Bootsanleger errichtet, der im Rahmen des Abwasser- und Sielmuseums am Pumpwerk Hafenstraße besichtigt werden konnte.

Lage in Hamburg

Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Landungsbrücken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

53.5461111111119.9666666666667Koordinaten: 53° 32′ 46″ N, 9° 58′ 0″ O