Lee Tracy

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

William Lee Tracy (* 14. April 1898 in Atlanta, Georgia; † 18. Oktober 1968 in Santa Monica, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Film- und Theaterschauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn eines sich stetig auf Montage befindlichen Eisenbahnarbeiters verbrachte seine Kindheit in zu vielen Städten, als dass er eine davon als Heimat bezeichnet hätte. Nach dem Besuch der Western Military Academy begann Tracy eine Lehre als Ingenieur, musste sie jedoch rasch unterbrechen, um als Lieutenant im Ersten Weltkrieg zu kämpfen.

In seiner späten Jugend beschloss Tracy, der Schauspielerei eine Chance zu geben, und wurde 1924, nach einigen Nebenrollen, Star des Broadway-Stücks The Show Off von George Kelly. Durch sein Äußeres wurde er sowohl im Theater als auch beim Film stets für eine Rolle als Kolumnist oder Journalist verpflichtet, so auch 1928 in The Front Page und 1932 in Blessed Event. Es sollte dies der erste Auftritt in einem Walter Winchell-Stück oder -Film sein. Kurz darauf, 1929, erfolgte Tracys Filmdebüt in einer Nebenrolle des Sportdramas Salute.

Privat sorgte Tracy vor allem durch sein Alkoholproblem immer wieder für Schlagzeilen. 1933 befand er sich gerade zu Dreharbeiten des Films Schrei der Gehetzten in Mexiko, als er am 19. November in betrunkenem Zustand vom Balkon des Hotels aus auf eine Militärparade urinierte, die sich gerade darunter befand. Tracy, der kurzzeitig inhaftiert wurde, musste die Rolle Stuart Erwin überlassen. Selbst Regisseur Howard Hawks wurde durch Jack Conway ersetzt, da er zu Tracys Eskapade gestanden hatte.

Bis 1943 wirkte der Schauspieler in über 20 Filmen mit, ehe er wie andere US-amerikanische Männer der Einberufung Folge leisten und im Zweiten Weltkrieg kämpfen musste.

Nach dem Krieg musste Lee Tracy, vor allem wegen seines Fauxpas von 1933, den Rang eines B-Movie-Stars einnehmen, der überwiegend für Western und Filmdramen Rollenangebote erhielt. 1964 übernahm er in The Best Man die Rolle des fiktiven US-Präsidenten Art Hockstader, dessen Charakter an den von Harry S. Truman angelehnt war. Für seine Performance wurde Tracy 1965 sowohl für den Oscar als auch den Golden Globe nominiert, ging jedoch leer aus.

Drei Jahre später erlag Lee Tracy im Alter von 70 Jahren einem Krebsleiden. Er wurde von seiner Frau Helen Thomas Tracy überlebt, die er am 19. Juli 1938 geheiratet hatte. Das Paar hatte keine Kinder.

Heute erinnert ein Stern auf dem Walk of Fame an Lee Tracy.

Sein Grab befindet sich auf dem Evergreen Friedhof in Shavertown, Pennsylvania. In Shavertown hatte Tracy stets seinen Zweitwohnsitz.

Mit Spencer Tracy ist Lee Tracy weder verwandt noch verschwägert.

Weblinks[Bearbeiten]