Leskovac

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Leskovac. Für die Ortschaft in der Opština Zaječar, siehe Leskovac (Zaječar).
Лесковац
Leskovac
Wappen von Leskovac
Leskovac (Serbien)
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Basisdaten
Staat: Serbien
Okrug: Jablanica
Koordinaten: 43° 0′ N, 21° 57′ O42.99833333333321.955225Koordinaten: 42° 59′ 54″ N, 21° 57′ 18″ O
Höhe: 225 m. i. J.
Fläche: 1.025 km²
Einwohner: 68.826 (2002)
Agglomeration: 156.252 (2002)
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+381) (0)16
Postleitzahl: 16000
Kfz-Kennzeichen: LE
Struktur und Verwaltung
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Vladan Marinković (DS)
Webpräsenz:
Sonstiges
Stadtfest: Roštiljijada

Leskovac (serbisch-kyrillisch Лесковац) ist eine Stadt im südlichen Serbien, gelegen am kleinen Fluss Veternica im serbischen Bezirk Jablanica. Sie ist auch der Hauptverwaltungssitz des Bezirks und hatte nach der letzten Volkszählung 2002 rund 69.000 Einwohner.

Die Stadt liegt am Fuß des Berges Hisar in der Meereshöhe von 225 Metern, die Entfernung (Luftlinie) von Belgrad beträgt 220 km. Die Jahresdurchschnittstemperatur erreicht 11,3 °C.

Mit den 144 Dörfern in ihrer Umgebung zählt die Gemeinde Leskovac rund 160.000 Einwohner. Sie ist damit die Gemeinde mit der höchsten Anzahl an Dörfern in Serbien. Die Bevölkerungsdichte beträgt 152 Einwohner pro km², wobei der Bevölkerungszuwachs in den letzten Jahren abgenommen hat.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ältesten Funde die in der Stadt und der Umgebung gefunden wurden, stammen aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus. Eine Geschichtsschreibung der Stadt existiert seit dem 12. Jahrhundert, als Stefan Nemanjić vom byzantinischen Kaiser diese Region zum Geschenk bekam. Damals hieß die Stadt Dubočica. Das erste Mal wird Leskovac in einem Dokument aus dem 14. Jahrhundert als ein großes Dorf namentlich erwähnt.

Eine Legende aus dieser Zeit besagt, dass es beim Berg Hisar in der Nähe der Stadt einen See gab. Als er austrocknete, wuchs dort ein Haselnussstrauch. Nach ihr soll die Stadt den Namen Leskovac vor 600 Jahren bekommen haben. Während der osmanischen Herrschaft wurde dieser Name nicht verwendet. Die Türken nannten die Stadt und den Berg Hisar, was Burg oder Festung bedeutet.

1878 wurde die gesamte albanische Bevölkerung zwischen Leskovac und Niš durch serbische Truppen ins Kosovo oder in diejenigen Gebiete zur Flucht getrieben, die noch heute von Albanern bewohnt sind.[1]

Mitte des 19. Jahrhunderts war Leskovac die zweitgrößte Stadt Serbiens nach Belgrad. Mit ihren 13 Fabriken lag die Spezialisierung auf der Textilindustrie. Damals entstand auch der Spitzname der Stadt „Kleinmanchester“, der heute nur noch sehr selten benutzt wird.

Obwohl die wirtschaftlichen Statistiken der letzten Jahre nicht sehr gut aussehen, ist Leskovac neben Niš eines der wirtschaftlichen und kulturellen Zentren Südserbiens. Neben einer großen Anzahl von Mittelschulen gibt es in Leskovac auch zwei Fachhochschulen (Handels- und Textilhochschule) sowie eine Fakultät, die Teil der Universität Niš ist.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Im zu Leskovac gehörenden Dorf Strojkovce wurde der Schauspieler Gojko Mitić geboren, der in einer Vielzahl der DEFA-Indianerfilme die Hauptrolle spielte und mehrere Jahre bis 2006 den Winnetou in Bad Segeberg dargestellt hat. Ein weiterer Sohn der Stadt ist der Fußballspieler Saša Stamenković.

Miodrag Stojković, serbischer Tiermediziner und Stammzellforscher
Toma Zdravković, jugoslawischer Folk-Sänger
Aleksandar Davinic, Journalist, Satiririker und Discjockey

Roštiljijada[Bearbeiten]

Ein über die Region bekanntes Stadtfest, die Roštiljijada (zu dt. Grillfest oder -turnier) findet alljährlich im Zentrum von Leskovac statt. Dabei bekommen Besucher das Beste der serbischen Küche angeboten, speziell und überwiegend Grillgerichte aller Art.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leskovac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Miranda Vickers: Shqiptarët - Një histori moderne. Bota Shqiptare, 2008 (Originaltitel: The Albanians - A Modern History, übersetzt von Xhevdet Shehu), ISBN 978-99956-11-68-2, Traktati i Shën Stefanit dhe themelimi i Lidhjes së Prizrenit, S. 54.