Lichtenau (Weichering)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

48.702511.348611111111374Koordinaten: 48° 42′ 9″ N, 11° 20′ 55″ O

Lichtenau
Gemeinde Weichering
Höhe: 374 m
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 86706
Vorwahl: 08450

Lichtenau ist ein Ortsteil der oberbayerischen Gemeinde Weichering. Bis zur Eingemeindung am 1. Mai 1978 bildete es eine selbstständige Gemeinde, zunächst im Landkreis Neuburg an der Donau und ab dem 5. Mai 1973 im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Zur Gemarkung gehört auch noch der Weiler Lichtenheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Lichtenau war zur Zeit der christlichen Mission in Bayern im 7. Jahrhundert der mutmaßliche Standort einer Taufkapelle, die einer Kirche im heutigen Ingolstädter Stadtteil Hundszell zugeordnet war; darauf weist das noch erhaltene Patrozinium der Dorfkirche St. Johannes Baptist hin. Allerdings konnten bislang weder von der frühmittelalterlichen Kapelle in Lichtenau, noch von der Missionskirche in Hundszell beweiskräftige archäologische Spuren gesichert werden.[1]

Die erste urkundliche Erwähnung Lichtenaus fällt in das Jahr 1197, als Kaiser Heinrich IV. den Ort seinem Reichshofmarschall Heinrich von Kalden im Rahmen des Pappenheimer Urbar zum Geschenk machte. 1332 fiel es dann wiederum durch Geschenk, diesmal Kaiser Ludwigs des Bayern, an Ludwig von Reichertshofen. Die Eingemeindung nach Weichering erfolgte am 1. Mai 1978.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Benefiziatenhaus in Lichtenau. Ansicht von Nordwesten. Zustand März 2004.

Im historischen Ortskern im Norden Lichtenaus befindet sich die römisch-katholische Benefiziumskirche St. Johannes Baptist, die 1432 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Mit Ausnahme des mittelalterlichen Satteldachturms musste die Kirche 1927 wegen Platzmangels nach Plänen von Michael Kurz neu errichtet werden. Sie ist ein bemerkenswertes Beispiel ländlicher Sakralarchitektur der Zwischenkriegszeit. Bei der Renovierung von 2004/08 stellte man die ursprüngliche, starkfarbige Raumfassung wieder her und entfernte das in den 1950er Jahren geschaffene Chormosaik von Michael P. Weingartner. Die zeitgenössische Einrichtung nach Plänen von Kurz ist nahezu vollständig erhalten. An die spätgotische Ausstattung erinnert eine Sakramentsnische aus Haustein, die 1959 aus dem Turminneren an die Nordwand des Chors versetzt wurde.

Unmittelbar südlich der Kirche befinden sich die alte Schule (1904) sowie das ehemalige Benefiziatenhaus, ein einfacher Walmdachbau aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Max von Pettenkofer (1818–1901), deutscher Chemiker und Hygieniker, geboren im Ortsteil Lichtenheim

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Franz Xaver Ostermaier: Unsernherrn. In: Sammelblatt des Historischen Vereines in und für Ingolstadt. 18, 1893, ISSN 1619-6074, S. 53-54 (Digitalisat, abgerufen am 21. Dezember 2012).
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 602.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hubert Landsberger: Lichtenau 1197–1997. Von der erstmaligen Erwähnung bis heute. Eigenverlag, [Lichtenau] 1997.

Weblinks[Bearbeiten]