Liste der Bischöfe von Dresden-Meißen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Bischöfe im Mittelalter und der Frühneuzeit[Bearbeiten]

Folgende Liste gibt eine Abfolge der Bischöfe des römisch-katholischen Bistums Meißen.

Nr. Bischof von bis Beschreibung Darstellung Wappen
01 Burchard 968 969
02 Volkold 969 992
03 Eido I. 992 1015 Eido war ein Zeitgenosse des Bischofs Thietmar von Merseburg.
04 Eilward 1016 1023 Eilward wurde von Kaiser Heinrich II. ernannt. Während seiner Zeit als Bischof war Hermann I. Markgraf von Meißen.
05 Hugbert 1023 1024 Hugbert wurde wie sein Nachfolger vom Magdeburger Metropoliten Humfried zum Bischof geweiht.
06 Dietrich I. 1024 1040 Dietrich I. war der Stifter der St. Afrakirche. Er nahm an der von Konrad II. 1027 einberufenen Synode von Frankfurt teil. Meißen und die Lausitz wurden zum Kriegsschauplatz zwischen dem Kaiser und Mieszko II. Lambert. Der Kaiser zerstörte Tempel und Götzen der Wenden und schloss jene, die sich nicht zum christlichen Glauben bekennen wollten von privilegierten Stellungen aus.
07 Eido II. 1040 1046 Eido II. erscheint in Urkunden einzig im Rahmen einer Schenkung von Kaiser Heinrich III. an das Meißner Hochstift, welche durch Fürsprache vom Magdeburger Erzbischof Humfried und dem Meißener Markgrafen Ekkehard I. angeregt wurde.
Meinward Ältere Bischofsreihen führen an dieser Stelle einen Bischof Meinward für die Zeit von 1046 bis 1051 auf. Es handelt sich aber um eine historisch falsche Zuordnung des Bischofs Reinward (1140-1150).
08 Bruno I. 1046 1065 Die Existenz Brunos I. ist durch - lediglich - drei Schenkungsurkunden sicher belegt. Markgraf von Meißen war bis 1062 Wilhelm, dem Otto I. nachfolgte.
09 Reiner 1065 1066 Reiner wurde vom Magdeburger Metropoliten Werner von Steußlingen geweiht. Er war nur zwei Jahre als Bischof aktiv.
Craft 1066 1066 Craft war Propst in Goslar. Die Kaiserpfalz Goslar mit dem Goslarer Dom oder dem Goslarer Stift hatte eine Blütezeit erreicht. Craft wurde als Bischof gewählt und erhielt die Weihe. Er starb jedoch vor seiner Rückkehr nach Meißen.
10 Hl. Benno 1066 1106 Nicht-zeitgenössische Darstellung
11 Herwig 1106 1119 Herwig soll in Wurzen im Gau Siusili geboren worden sein, wo er auch das Kollegiatstift Wurzen gründete und dort begraben wurde. 1119 startete ein Kreuzzug gegen die Sorben, dem offenbar erbitterte Streitigkeiten im Grenzland vorangegangen waren.
Grambert Ältere Bischofsreihen führen an dieser Stelle einen Bischof Grambert für die Zeit von 1118/1119 bis 1125 auf. Es handelt sich aber um eine historisch falsche Zuordnung des Bischofs Reinward (1140-1150).
12 Godebold 1119 1140 Godebold wurde vom Magdeburger Metropoliten Rudgar von Veltheim inthronisiert. Mit dessen Nachfolger, dem Heiligen Norbert von Xanten verband Godebold ein freundschaftliches Verhältnis. Auf einer 1130 abgehaltenen Diözesansynode waren der Markgraf Konrad I. mit seinen Söhnen Otto, Dietrich, Heinrich, Dedo und Friedrich anwesend.
13 Reinward 1140 1150 Reinward war zunächst Dompropst in Meißen. Er erlebte den Zweiten Kreuzzug.
Berthold Ältere Bischofsreihen führen an dieser Stelle einen Bischof Berthold für die Zeit von 1146 bis 1149/50 auf. Ein solcher Bischof ist aber nicht belegbar.
14 Albrecht I. 1150 1152 Albrecht I. soll aus sorbischem Adel stammen. Der zeitgenössische Geschichtsschreiber und Freisinger Bischof Otto erwähnt ihn im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung zwischen Friedrich von Berg und Hermann von Horn um den Bischofsstuhl in Utrecht. Mit Zustimmung des Papstes stand das Bistum unter dem Schutz des Markgrafen Konrad von Meißen. Ebenso wie das Bistum Naumburg akzeptierte man im Gegenzug Abgabe und andere Ansprüche. 1152 beauftragte der römisch-deutsche König Konrad III. den als sprachgewandt geltenden Bischof zu einer diplomatischen Mission zum griechischen Kaiser Manuel I. Der Bischof starb auf dem Weg dorthin oder an seinem Ziel in Konstantinopel.
Bruno II. Ältere Bischofsreihen führen an dieser Stelle einen Bischof Bruno II., nach anderer Zählweise auch Bruno I. für die Zeit von 1152 bis 1154 auf. Ein solcher Bischof ist aber nicht belegbar. Ursache des Fehlers ist offenbar eine zeitlich falsche Datierung von Bruno I. (1046-1065).
15 Gerung 1152 1170 Gerung siedelte eingewanderte flämische Bauern in Kühren an und statte sie mit einigen Privilegien aus. Herzog Vladislav II. fiel aufgrund von Grenzstreitigkeiten mit der Markgrafschaft Meißen ins Land ein und richtete Verwüstungen an.
16 Martin 1170 1190 Martin zählte zu den Teilnehmern des Dritten Laterankonzils. Die Gründung des Klosters Altzella fällt in seine Zeit als Bischof. Er starb auf dem Dritten Kreuzzug in der Nähe der Stadt Tyros.
17 Dietrich II. von Kittlitz 1191 1208 Familienwappen aus Siebmachers Wappenbuch
18 Bruno II. von Porstendorf 1209 1228
19 Heinrich 1228 1240
20 Konrad I. von Wallhausen 1240 1258
21 Albrecht II. von Mutzschen 1258 1266 siehe auch Mutzschen
22 Withego I. von Furra 1266 1293
23 Bernhard von Kamenz 1293 1296
24 Albrecht III. von Leisnig 1296 1312 Albrecht III. stammte aus dem burggräflichen Geschlecht der von Leisnig.
25 Withego II. von Colditz 1312 1342 siehe auch Colditz (Adelsgeschlecht)
26 Johann I. von Isenburg 1342 1370
Dietrich von Schönberg 1370 1370 Dietrich von Schönberg wurde 1370 zum Bischof gewählt. Diese Wahl wurde in Rom allerdings zunächst nicht anerkannt. Dietrich starb auf der Rückreise von Rom, nachdem er sich von Papst Urban V. eine Bestätigung seiner Wahl eingeholt hatte. Familienwappen aus Siebmachers Wappenbuch
27 Konrad II. von Kirchberg-Wallhausen 1370 1375
28 Johann II. von Jenstein 1375 1379
29 Nikolaus I. 1379 1392
30 Johann III. von Kittlitz 1392 1398 Johann III. stammte aus der Familie von Kittlitz. Er war zuvor Bischof von Lebus (1382-1392). Altersbedingt resignierte er 1398 und starb 1408. Familienwappen aus Siebmachers Wappenbuch
31 Thimo von Colditz 1399 1410 siehe auch Colditz (Adelsgeschlecht)
32 Rudolf von der Planitz 1411 1427 Familienwappen
33 Johannes IV. Hoffmann von Schweidnitz 1427 1451
34 Caspar von Schönberg 1451 1463 Familienwappen aus Siebmachers Wappenbuch
35 Dietrich III. von Schönberg 1463 1476 Familienwappen aus Siebmachers Wappenbuch
36 Johann V. von Weißenbach 1476 1487 Johann V. war ein Zeitgenosse von Melchior von Meckau, der 1482 Dompropst von Meißen war. Wappenrelief in Meißen
37 Johann VI. von Saalhausen 1487 1518 siehe auch Saalhausen (Adelsgeschlecht) Familienwappen aus Siebmachers Wappenbuch
Bischöfliches Wappen in Schloss Wurzen
38 Johann VII. von Schleinitz 1518 1537 siehe auch Schleinitz (Adelsgeschlecht) Familienwappen
39 Johann VIII. von Maltitz 1537 1549 siehe auch Maltitz (Adelsgeschlecht) Familienwappen aus Siebmachers Wappenbuch
40 Nicolaus II. von Carlowitz 1550 1555 siehe auch Carlowitz (Adelsgeschlecht) Familienwappen
41 Johann IX. von Haugwitz 1555 1559/81 Johann IX. stammte aus der Familie von Haugwitz. Er war der letzte Bischof des im Zuge der Reformation protestantisch gewordenen Bistums Meißen. Er bestimmte 1559 Johann Leisentrit zum Administrator der verbliebenen katholischen Gebiete. 1581 gab er sein Amt als Bischof auf, wechselte selbst zum Protestantismus und heiratete ein Jahr später. Er starb 1595. Familienwappen aus Siebmachers Wappenbuch

Apostolische Präfekten von Meißen[Bearbeiten]

Da es in den beiden Lausitzen als Reichslehen keinen unmittelbar anwesenden Landesherren gab und der Grundsatz „Cuius regio, eius religio“ daher für die jeweiligen Standesherrschaften galt, konnte sich hier in einigen Gebieten die katholische Konfession halten. Bischof Johann IX. hatte für das Diözesangebiet außerhalb des damaligen Sachsens 1560 Johann Leisentritt als Diözesanadministrator für die lausitzischen Gebiete mit Sitz in Bautzen eingesetzt. 1567 errichtete der Heilige Stuhl für das lausitzische Diözesangebiet Meißens 1567 die Apostolische Präfektur Meißen mit Leisentritt als Präfekt.[1] Ein Apostolischer Präfekt ist dabei Inhaber eines Bistums auf Probe.

Nach ihrem Sitz bzw. ihrer Lage wurde die Präfektur auch Apostolische Präfektur Bautzen oder Apostolische Präfektur der Lausitzen genannt, nach der preußischen Annexion von Niederlausitz und östlicher Oberlausitz auch Apostolische Präfektur der (Sächsischen) Oberlausitz. Die Präfektur für die (ober-)lausitzischen Gebiete des ehemaligen Bistums Meißen hatte der Domdekan zu Bautzen in Personalunion inne, dessen bischöfliche Funktion ab dem 19. Jahrhundert meist durch Weihe als Titularbischof unterstrichen wurde.

Name von bis
Johann Leisentrit, als Diözesanadministrator bis 1567,
als Apostolischer Präfekt ab 1567
1560/67 1586
Gregor Leisentrit 1587 1594
Christoph von Blöbel 1594 1609
August Wiederin von Ottersbach 1609 1620
Gregor Kathmann von Maurugk 1620 1644
Johann Hasius von Lichtenfeld 1644 1650
Martin Saudrius von Sternfeld 1650 1655
Bernhard von Schrattenbach, stellvertretender Administrator der Präfektur 1655 1660
Christophorus Johannes Reinheld von Reichenau 1660 1665
Peter Franz Longinus von Kieferberg 1665 1675
Martin Ferdinand Brückner von Brückenstein 1676 1700
Matthäus Johann Josef Vitzki 1700 1713
Martin Bernhard Just von Friedenfels 1714 1721
Johann Josef Ignaz Freyschlag von Schmidenthal 1721 1743
Jakob Wosky von Bärenstamm 1743 1771
Carl Lorenz Cardona 1772 1773
Martin Nugk von Lichtenhoff 1774 1780
Johann Joseph Schüller von Ehrenthal 1780 1794
Wenzel Kobalz 1795 1796
Franz Georg Lock 1796 1831
Ignaz Bernhard Mauermann 1831 1841
Matthäus Kutschank 1841 1844
Joseph Dittrich 1845 1853
Ludwig Forwerk 1854 1875
Franz Bernert 1875 1890
Ludwig Wahl 1890 1905
Georg Wuschanski, als Dekansadministrator 1900 1905
Georg Wuschanski 1905
Aloys Schäfer 1906 1914
Franz Löbmann 1914 1920
Jakub Skala, als Administrator der Präfektur 1920 1921

Die Apostolischen Vikare in den Sächsischen Erblanden[Bearbeiten]

Im Jahre 1708 wurde der Beichtvater des sächsischen Kurfürsten Friedrich August I., Karl Moritz Vota (SJ) für fünf Jahre zum „Apostolischen Präfekten“ der „Mission in Dresden und in ganz Sachsen“ ernannt. Ob diese Rechte verlängert wurden ist ungewiss, er scheint sie jedoch bis zu seinem Tode 1715 ausgeübt zu haben.

In der Folge unterstanden die Katholiken in Sachsen der Jurisdiktion des Apostolischen Vikars der Nordischen Missionen bzw. dem Kölner Nuntius. Über die formale Errichtung eines Apostolischen Vikariates für Sachsen liegen keine Dokumente vor, es kann jedoch von einem solchen ausgegangen werden.

Name von bis
Ludwig Li(e)geritz, SJ 1743 1749
Leo Rauch, SJ 1749 1763
Augustin Eggs, SJ 1763 1764
Franz Herz, SJ 1764 1800
Johann Aloys Schneider 1801 1818
Ignaz Bernhard Mauermann 1819 1841
Franz Laurenz Mauermann 1841 1845
Joseph Dittrich 1846 1853
Ludwig Forwerk 1854 1875
Franz Bernert 1875 1890
Ludwig Wahl 1890 1900
Carl Maaz (Apostolischer Provikar) 1900 1903
Georg Wuschanski 1903 1905
Aloys Schaefer 1906 1914
Franz Löbmann 1914 1920
Jakub Skala (Administrator) 1920 1921

Die Bischöfe der Neuzeit[Bearbeiten]

Am 15. November 1979 wurde die Bezeichnung des Bistums Meißen auf Dresden-Meißen geändert. Bischof Gerhard Schaffran verlegte im folgenden Jahr am 25. März 1980 den Bischofssitz nach Dresden. Bischöfe von Meißen bzw. Dresden-Meißen waren (seit der Wiedererrichtung am 26. Juni 1921) und sind im Umfang der Gebiete der bisherigen Apostolischen Präfektur Sächsische Oberlausitz und des Apostolischen Vikariates Sachsen einschließlich Sachsen-Altenburg und der beiden reußischen Fürstentümer in Thüringen:

Name von bis
Christian Schreiber 18.09.1921 31.08.1930
Conrad Gröber 15.02.1931 21.05.1932
Petrus Legge 28.10.1932 09.03.1951
Heinrich Wienken 09.03.1951 21.08.1957
Otto Spülbeck 20.06.1958 21.06.1970
Gerhard Schaffran 21.09.1970 31.07.1987
Joachim Reinelt 20.02.1988 20.02.2012
Heiner Koch 16.03.2013

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Gotthelf Gersdorf: Urkundenbuch des Hochstifts Meissen. In: Codex diplomaticus Saxoniae regiae. Leipzig 1864-67.
  • Thomas Ludwig: Die Urkunden der Bischöfe von Meißen. Diplomatische Untersuchungen zum 10.–13. Jahrhundert. Köln 2008, ISBN 978-3-412-25905-1 Rezension
  • Ernst Friedrich Mooyer: Verzeichnisse der deutschen Bischöfe seit dem Jahr 800 nach Chr. Geb.. Minden 1854. S. 64-65.
  • Eduard Machatschek: Geschichte der Bischöfe des Hochstiftes Meissen in chronologischer Reihenfolge (...). Dresden 1884. (Digitalisat)
  • Heinrich Meier: Das Apostolische Vikariat in den Sächsischen Erblanden. (Studien zur katholischen Bistums- und Klostergeschichte 24). Leipzig 1981.
  • Siegfried Seifert: Bistum Meißen.. In: Erwin Gatz (Hg.): Die Bistümer des Heiligen Römischen Reiches. Freiburg 2003. ISBN 3-451-28075-2. S. 427–436.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Vgl. "Diocese of Dresden-Meissen: Historical Details" auf: The Hierarchy of the Catholic Church: Current and historical information about its bishops and dioceses (Catholic Hierarchy), abgerufen am 1. April 2011.