Louis René Édouard de Rohan-Guéméné

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Louis de Rohan
Louis René Édouard Rohan.PNG
Wappen des Kardinals im Fenster der romanischen Kirche Notre-Dame de la Nativité in Saverne, Elsass

Louis René Édouard de Rohan-Guéméné (deutsch oft auch: Ludwig Renatus Eduard von Rohan-Guemene) (* 25. September 1734 in Paris; † 16. Februar 1803 in Ettenheim) war seit 1779 der letzte Fürstbischof des alten Bistums Straßburg. Seine dem französischen Hochadel entstammende Familie hatte das Amt der Straßburger Bischöfe bereits seit 1704 ununterbrochen inne.

Leben[Bearbeiten]

Nach Studium und Priesterweihe wurde Louis Abt der Abtei Chaise-Dieu. 1759 wurde er Koadjutor seines Onkels, des Straßburger Fürstbischofs Louis César Constantin de Rohan-Guéméné und damit praktisch zum zukünftigen Straßburger Bischof vorbestimmt.

1772 wurde Louis Botschafter Frankreichs in Wien, zog sich dabei aber das Missfallen der Kaiserin Maria Theresia und deren Tochter Marie Antoinette zu, der späteren Königin von Frankreich. Nach seiner Abberufung aus Wien 1777 erhielt er das Amt des Großalmoseniers von Frankreich und wurde am 1. Juni 1778 durch Pius VI. zum Kardinal ernannt. Am 11. Oktober 1779 wurde er Bischof von Straßburg, verbrachte aber weiterhin die meiste Zeit in Paris. Ab 1780 ließ er sich in Saverne das prachtvolle Rohan-Schloss errichten.

In den 1780ern war Louis als wesentlicher Akteur in die gegen Marie-Antoinette gerichtete Halsbandaffäre verstrickt, in der er eine ausgesprochen unglücklich-naive Rolle spielte, die seine Reputation nachhaltig schädigte. Im Verlauf der Affäre wurde er am 15. August 1785 verhaftet und erst am 31. Mai 1786 vom Obersten Gerichtshof (Parlament) freigesprochen. Er verlor seine Staatsämter und musste sich in seine Klöster zurückziehen.

1790 floh er vor der französischen Revolution in die rechtsrheinischen Besitzungen des Bistums Straßburgs und residierte fortan in Ettenheim[1], von wo aus er eine Konterrevolution zur Vertreibung der französischen Revolutionäre plante. Er stellte auch ein Regiment für das konterrevolutionäre Corps Condé auf. Aufgrund der Belastungen, die dies den Ettenheimer Bürgern auferlegte und der Gefahr durch die Ausweitung der Macht des revolutionären Frankreichs musste Louis Ettenheim 1796 verlassen. 1801 konnte er zwar durch den Frieden von Lunéville wieder nach Ettenheim zurückkehren, verlor aber durch die Neuordnung des Bistums Straßburg die linksrheinischen Besitzungen und kurz darauf durch den Reichsdeputationshauptschluss auch den Einfluss auf die rechtsrheinischen Ämter des alten Straßburger Bistums, die im Zuge der Neuordnung Deutschlands an Baden fielen.

1803 starb Louis, hochverschuldet, an einer Grippeepidemie. Er ist in der Ettenheimer Pfarrkirche beigesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Louis René Édouard de Rohan-Guéméné – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. die Oberämter Oberkirch und Ettenheim waren rechtsrheinische Besitztümer des Hochstifts Straßburg
Vorgänger Amt Nachfolger
Louis César Constantin de Rohan-Guéméné Bischof von Straßburg
1779–1803
Johann Peter Saurine