Saverne
| Saverne (Zabern) | ||
|---|---|---|
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|
||
| Region | Elsass | |
| Département | Bas-Rhin | |
| Arrondissement | Saverne (Unterpräfektur) | |
| Kanton | Saverne | |
| Koordinaten | 48° 44′ N, 7° 22′ O48.7413888888897.3619444444444196Koordinaten: 48° 44′ N, 7° 22′ O | |
| Höhe | 177–463 m | |
| Fläche | 26,01 km² | |
| Einwohner | 12.087 (1. Jan. 2010) | |
| Bevölkerungsdichte | 465 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 67700 | |
| INSEE-Code | 67437 | |
| Website | http://www.saverne.fr/ | |
Saverne (deutsch Zabern, elsässisch Zàwra) ist eine Stadt in der französischen Region Elsass im Département Bas-Rhin mit 12.087 Einwohnern (Stand 1. Januar 2010). Saverne ist Sitz der Unterpräfektur (frz. Sous-préfecture) des Arrondissements Saverne, dieses besteht aus sechs Kantonen, sie ist Hauptort (frz. chef-lieu) des Kantons Saverne. Die Stadt wird vom Flüsschen Zorn und dem parallel dazu verlaufenden Rhein-Marne-Kanal durchquert.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Saverne wurde als römische Militärstation „Tres Tabernae“ (lat. „Drei Tavernen“) zur Sicherung der Zaberner Steige, eines Vogesenübergangs, an der Römerstraße Straßburg – Metz errichtet. Seit der Besiedlung durch die Alemannen im 8. Jahrhundert gehörte Saverne zum deutschen Sprachraum. Zur Zeit der Franken gehörte Saverne zum Bistum Metz, gelangte im 12. Jahrhundert jedoch in den Besitz von Straßburg. Im Zeitraum zwischen 1414 und dem Beginn der Französischen Revolution 1789 diente Saverne als Residenz der Straßburger Bischöfe. In der Zwischenzeit war die Stadt mehrfach im Blickpunkt kriegerischer Auseinandersetzungen. Im 14. bzw. 15. Jahrhundert musste sich Saverne der Engländer und der Armagnaken erwehren. Im Bauernkrieg bezogen die aufständischen Bauern unter ihrem Anführer Erasmus Gerber 1525 dort ihr Hauptquartier. Nachdem sie ihre Waffen niedergelegt hatten, versprach ihnen der Herzog Anton von Lothringen freien Abzug. Landsknechte töteten jedoch gegen den Willen des Herzogs etwa 18.000 Bauern. Auch im Dreißigjährigen Krieg war die Stadt umkämpft und wechselte mehrfach den Besitzer. Im Westfälischen Frieden wurde Saverne erneut dem Straßburger Bischof zugesprochen. Ab 1704 residierten im Schloss die Fürstbischöfe aus dem Hause Rohan.
Von 1877 bis 1890 war Zabern der Standort des Rheinischen Jäger-Bataillons No. 8.[1] Von 1890 bis 1918 waren im Rohan-Schloss von Zabern zwei Bataillone des 2. Oberrheinischen Infanterie-Regiments Nr. 99 garnisoniert. Ende 1913 kam es im Deutschen Reich zu einer Verfassungskrise, nachdem ein Offizier dieses Regiments die elsässische Ortsbevölkerung als „Wackes“ beschimpft hatte, was in der Folge zu Demonstrationen der einheimischen Bevölkerung und einer übertriebenen Gegenreaktion des Militärs führte („Zabern-Affäre“).
Als direkte Reaktion auf das Ende des Zweiten Weltkrieges wurde seit 1945 die elsässische Mundart zunehmend bewusst von der französischen Amts- und Schulsprache verdrängt. Doch gab es in den letzten Jahren Bestrebungen, die einheimische Mundart zu retten.
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 |
| Einwohner | 9856 | 9682 | 10.170 | 10.327 | 10.278 | 11.201 | 11.966 |
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Das herausragende Bauwerk der Stadt ist das 1790 erbaute Rohan-Schloss. Es hat auf der Parkseite eine 140 m lange monumentale Fassade aus rotem Sandstein. Es handelt sich um die längste klassizistische Schlossfassade in ganz Frankreich. Das mehrmals umfunktionierte Gebäude beherbergt unter anderem das Stadtmuseum mit einer reichen archäologischen Sammlung, einigen regionalen Kunstwerken aus dem Mittelalter und der Renaissance sowie der von Louise Weiss gestifteten Sammlung an Werken des 20. Jahrhunderts. Die Altstadt von Saverne besitzt zahlreiche Fachwerkbauten aus dem 16. und 17. Jahrhundert, u.a. das Haus des Landschreibers Katz in der Hauptstraße. Sehenswert sind auch die Pfarrkirche "Notre-Dame-de-la-Nativité" (ehem. Stiftskirche) mit romanischem Westturm und spätgotischem Langhaus (Münster-Baumeister Hans Hammer) mit einer qualitätvollen Innenausstattung: Kanzel (Hans Hammer, 1495), Figurengruppe "Die Beweinungs Christie" (Hans Daucher, um 1500), Glasfenster (Peter Hemmel, Ende 15. Jahrhunderts). Auch die ehemalige Stiftskirche der Steigerherren von 1303 mit ihrem freskenverzierten Kreuzgang ist sehenswert.
Eine technische Sehenswürdigkeit stellt das in der Nähe gelegene Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller (Plan incliné de Saint-Louis/Arzviller) im Rhein-Marne-Kanal dar.
Über der Stadt hat man von der Ruine Hohbarr (Château du Haut-Barr) eine gute Aussicht auf die Stadt, die Rheinebene und den Vogesenübergang. Auf der gegenüberliegenden Seite des Zorntals liegt die Ruine Greifenstein (Griffon).
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Wirtschaft [Bearbeiten]
Haupterwerbsquellen in Saverne sind der Maschinenbau, das Uhren-, Brauerei- (Karlsberg Brauerei), Druckgewerbe und der Tourismus.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Franz Xaver Murschhauser (1663–1738), Komponist und Organist
- Louis François Marie Auguste Knoepffler (1864–1918), Holzhändler, Bürgermeister von Zabern und Landtagsabgeordneter
- Dieprand von Richthofen (1875–1946), Senatspräsident am Reichsgericht und antisemitischer Politiker (DSP).
- Erich Mercker (1891–1973), deutscher Maler und Eisschnellläufer
- Georges Reeb (1920–1993), französischer Mathematiker
- Adrien Zeller (1940–2009), französischer Politiker (UMP)
Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen [Bearbeiten]
- Pierre Meyer (1900–1964), französischer Forstmann, gründete in Saverne eine Waldarbeiterschule
- Friedrich Schiller (1759–1805), deutscher Dichter, ließ seine Ballade Der Gang nach dem Eisenhammer in und um Saverne spielen
Einzelnachweise [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Seite der Stadt (französisch)
- Office de Tourisme de Saverne
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