Louise Beavers

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Louise Beavers (* 8. März 1902 in Cincinnati, Ohio; † 26. Oktober 1962 in Hollywood, Kalifornien) war eine US-amerikanische Schauspielerin afroamerikanischer Herkunft.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Die Afroamerikanerin Louise Beavers wurde als Tochter einer Schullehrerin in Ohio geboren. Wegen der Krankheit ihrer Mutter zog sie mit ihrer Familie nach Pasadena in Kalifornien, wo sie unter anderem im Kirchenchor sang. Nach ihrem Schulabschluss im Jahre 1920 arbeitete sie als Aufseherin eines Ankleideraums beim Fotografen sowie als Bedienstete des Stummfilmstars Leatrice Joy. Neben ihrer Arbeit war Beavers Mitglied der Lady Ministrels, einer Gruppe von jungen Amateurschauspielerinnen, welche zusammen Stücke aufführten. In einer dieser Aufführungen beobachtete der Hollywood-Agent Charles Butler sie und überredete Beavers, eine Filmkarriere einzuschlagen. Obwohl sie eigentlich unzufrieden mit der stereotypischen Darstellung der Afroamerikaner in Filmen war, absolvierte sie im Jahre 1927 ihr Filmdebüt in einer frühen Verfilmung von Onkel Toms Hütte. Erste Aufmerksamkeit erhielt Beavers bereits 1929 durch ihren Auftritt neben Mary Pickford in Coquette. Sie spielte darin die mütterliche Bedienstete einer weißen Frau.

Die kleine, korpulente Schauspielerin wurde ähnlich wie Hattie McDaniel in den 1930er- und 1940er-Jahren meistens in „Mammie“-Rollen eingesetzt - als etwas laute, aber gutmütige und fürsorgliche Bedienstete, Köchin oder Sklavin. Nach zahlreichen größeren und kleineren Rollen gelang Louise Beavers im Jahre 1934 der endgültige Durchbruch: Im Film Imitation of Life spielte sie eine der wenigen Hauptrollen ihrer Karriere als Claudette Colberts treue und wertvolle Angestellte Delilah, welche vor Kummer stirbt, nachdem ihre hellhäutigere Tochter sie wegen der Hautfarbe verleugnet und verlassen hat. Es galt als das erste Mal in der amerikanischen Kinogeschichte, dass ein größerer Film dem Charakter und den Sorgen einer afroamerikanischen Figur viel Beachtung widmete. Beavers erhielt exzellente Kritiken für die Rolle, aber keine Oscar-Nominierung - nach Ansicht einiger Kritiker, weil sie schwarz war.[1] In den folgenden Jahren spielte sie Nebenrollen in Hollywoodfilmen wie Kein Platz für Eltern (1937), Ein ideales Paar (1939), Musik, Musik (1942) und Nur meiner Frau zuliebe (1948).

In den 1950er-Jahren drehte Beavers zunehmend weniger Filme, spielte aber stattdessen die Titelrolle in der Fernsehserie Beulah, der ersten Sitcom mit afroamerikanischen Darstellern in Hauptrollen. Mit ihrer zunehmenden Popularität setzte sie sich für die Rechte der Afroamerikaner ein und auch dafür, dass afroamerikanische Schauspieler bessere und vielfältigere Rollen erhielten. 1960 zog sich Beavers nach über 160 Film- und Fernsehauftritten aus dem Filmgeschäft zurück. In ihren letzten Lebensjahren hatte sie mit Krankheiten wie Diabetes zu kämpfen und verstarb 1962 an einem Herzinfarkt im Cedars-Sinai Medical Center mit 60 Jahren. Die kinderlose Schauspielerin hinterließ ihren Ehemann Leroy Moore, welchen sie 1952 geheiratet hatte. Louise Beavers wurde auf dem Evergreen Cemetery in Los Angeles beigesetzt.[2]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1937: Wings Over Honolulu
  • 1937: Der letzte Gangster (The Last Gangster)
  • 1938: Peck's Bad Boy with the Circus
  • 1939: Ein ideales Paar (Made for Each Other)
  • 1941: Der große Betrug (The Lady's from Kentucky)
  • 1940: Primrose Path
  • 1940: Keine Zeit für Komödie (No Time For Comedy)
  • 1941: Belle Starr
  • 1941: Der Schatten des dünnen Mannes (Shadow of the Thin Man)
  • 1942: Piraten im karibischen Meer (Reap the Wild Wind)
  • 1942: Musik, Musik (Holiday Inn)
  • 1942: Sieben junge Herzen (Seven Sweethearts)
  • 1943: Du Barry Was a Lady
  • 1943: Top Man
  • 1943: Jack London
  • 1944: Follow the Boys
  • 1946: Young Widow
  • 1946: Lover Come Back
  • 1948: Nur meiner Frau zuliebe (Mr. Blandings Builds His Dream House)
  • 1948: Good Sam
  • 1948: Der Superspion (A Southern Yankee)
  • 1949: Flitterwochen mit Hindernissen (Tell It to the Judge)
  • 1950: The Jackie Robinson Story
  • 1952: Colorado Sundown
  • 1956: Good-bye, My Lady
  • 1956: Ohne Liebe geht es nicht (You Can't Run Away from It)
  • 1956: Moderne Jugend (Teenage Rebel)
  • 1957: Tammy (Tammy and the Bachelor)
  • 1958: The Goddess
  • 1960: Früchte einer Leidenschaft (All the Fine Young Cannibals)
  • 1960: So eine Affäre (The Facts of Life)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Louise Beavers: Negotiating Racial Difference"
  2. Louise Beavers bei Find A Grave

Weblinks[Bearbeiten]