Hattie McDaniel

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Hattie McDaniel (Mitte, im schwarzen Kleid) in den 1940er-Jahren

Hattie McDaniel (* 10. Juni 1895 in Wichita, Kansas; † 26. Oktober 1952 in Woodland Hills, Kalifornien) war eine US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin. Sie erhielt 1940 als erster afroamerikanischer Schauspieler einen Oscar, nämlich als Beste Nebendarstellerin für ihre Rolle der Mammy in Vom Winde verweht.

Leben[Bearbeiten]

Hattie McDaniel wurde als Tochter eines Baptistenpredigers geboren. Nach ersten Erfolgen als Sängerin, darunter auch in verschiedenen Produktionen des Musicals Show Boat[1] ging sie 1931 nach Hollywood, um als Schauspielerin zu arbeiten. Aufgrund ihrer Abstammung wurde sie auf die Rolle von Dienstmädchen, Köchin und andere nachgeordneten Figuren beschränkt. Ihr komödiantisches Talent verhalf ihr allmählich zu besseren Rollen, darunter in Alice Adams. In Show Boat, der Verfilmung des Musicals, mit dem McDaniel bereits einige Tourneen unternommen hatte, trat sie neben Irene Dunne an der Seite von Paul Robeson auf und sang mit ihm gemeinsam die Ballade Ah Still Suits Me, die extra für den Film komponiert wurde, sowie einige Zeilen bei Helen Morgans Can’t Help Lovin’ Dat Man.

Ihre bekannteste Rolle war die der Haushälterin Mammy in Vom Winde verweht. Clark Gable, der mit McDaniels unter anderem in Abenteuer im Gelben Meer und Saratoga gespielt hatte, soll sich persönlich bei David O. Selznick für sie eingesetzt haben.[2] Für ihre Darstellung erhielt McDaniel 1940 den Oscar als beste Nebendarstellerin. Sie war die erste afroamerikanische Schauspielerin, die in dieser Kategorie ausgezeichnet wurde. Erst bei der Oscarverleihung 1964 gewann mit Sidney Poitier wieder ein Afroamerikaner einen Oscar.

Bis zu ihrem Tod arbeitete McDaniel in Film, Radio und Fernsehen. Popularität erlangte die Schauspielerin auch durch ihre Radioauftritte als patente Haushälterin Beulah von 1947 bis 1952. Sie spielte diese Figur auch für kurze Zeit Ende 1951 in der gleichnamigen Fernsehserie, ehe sie sich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen musste. Auf den Vorwurf, regelmäßig in Rollen aufzutreten, die dem damaligen Stereotyp der naiven afroamerikanischen Hausangestellten entsprächen, meinte die Schauspielerin:

„Warum sollte ich mich beschweren, für eine Wochengage von 700 US-Dollar ein Hausmädchen zu spielen? Wenn ich tatsächlich eines wäre, läge mein Wochenverdienst bei sieben US-Dollar.“[3]

Die Schauspielerin war mehrfach verheiratet. Ihr erster Ehemann starb noch im Hochzeitsjahr 1922. 1938 heiratete sie Howard Hickman; die Verbindung endete noch im selben Jahr mit Scheidung. Ihre dritte Ehe führte sie von 1941 bis 1945 mit James Lloyd Crawford, ihre vierte Ehe mit Larry Williams von 1949 bis 1950. Beide Ehen wurden ebenfalls geschieden. Hattie McDaniel starb 1952 an Brustkrebs. 2006 wurde sie posthum in die Black Filmmakers Hall of Fame aufgenommen.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Hattie McDaniels Stern auf dem Hollywood Walk of Fame

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angaben zu Auftritten in der Roadshow siehe hier: [1]
  2. tcm.com: Biography
  3. “Why should I complain about making $700 a week playing a maid? If I didn't, I’d be making $7 a week being one.” Zitat siehe u.a. hier: [2].