Amelsbüren

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51.8833333333337.658Koordinaten: 51° 53′ 0″ N, 7° 36′ 0″ O

Amelsbüren
Wappen der ehemaligen Gemeinde Amelsbüren
Höhe: 58 m ü. NN
Fläche: 43,35 km²
Einwohner: 6261 (31. Dez. 2012)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 48163
Vorwahl: 02501
Karte

Amelsbüren in Münster

Amelsbüren ist der südlichste Stadtteil von Münster in Westfalen und noch stark landwirtschaftlich geprägt. Er hat 6.261 Einwohner.[1]

Amelsbüren ist flächenmäßig der größte Stadtteil von Münster, da unter anderem auch die Bauerschaften Sudhoff, Loevelingloh und Wilbrenning zum Ort zählen. Damit gehören auch umfangreiche Waldgebiete wie die Davert und die Hohe Ward zu Amelsbüren.

Geschichte[Bearbeiten]

Erinnerungstafel zur Eingemeindung von Amelsbüren in die Stadt Münster

Urkundlich erstmals erwähnt im Jahre 1137 (Amelsbüren wurde Pfarrei), leitet sich der Name wahrscheinlich ab vom Bach Emmerbach, der durch den Ort fließt.

Nach 1559 wurde der Ort mehrmals von Niederländern und Spaniern geplündert, 1587 kam es in Amelsbüren zu einer Schlacht zwischen einfallenden Spaniern und Bauern aus dem Münsterland. Nach dem Sieg zerstreuten sich die Bauern wieder, die Spanier brandschatzten Amelsbüren daraufhin.

Auch unter dem Dreißigjährigen Krieg dürfte Amelsbüren gelitten haben, da es direkt an einem alten Heerweg lag.

Nach zwei verheerenden Bränden 1716 und 1816 wurde das Dorf 1825 komplett neu errichtet, im Wesentlichen in seiner heutigen Form.

Bis 1974 gehörte das Dorf zum Amt Sankt Mauritz, wurde aber nach der Auflösung des Landkreises Münster im Rahmen der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen am 1. Januar 1975 eingemeindet[2] und gehört seitdem zum Stadtbezirk Hiltrup.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün ein linksschräger silberner Pfeil, begleitet oben und unten von je einer aufrecht stehenden silbernen Eichel.“

Das vom Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen am 28. Oktober 1965 verliehene Wappen zeigt das Attribut des heiligen Sebastian, Schutzpatron des Ortes sowie die Eicheln, welche sich auf die Davert, einem großen Waldgebiet der Gemeinde, beziehen.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Haus Amelsbüren, alter Graeftenhof bei Amelsbüren
Hof Reifig, alter, mittlerweile abgerissener Bauernhof bei Amelsbüren

Durch das Gebiet Amelsbürens führt die Bundesautobahn 1, auch als Hansalinie bezeichnet. Im Zuge der Entwicklung bzw. Vermarktung des angrenzenden Industrie- und Gewerbegebiets Hansa-BusinessPark und des sechsspurigen Autobahn-Ausbaus entsteht hier Münsters dritte Anschlussstelle an die Nord-Süd-Verbindung A1. Die Anbindung soll spätestens 2014 für den Verkehr freigegeben werden.[3]

Die Entwicklung der Flächen bei Amelsbüren zu einem Industrie- und Gewerbegebiet resultierte aus den Planungen der Stadt Münster, im Sinne einer vorausschauenden, aktiven kommunalen Strukturpolitik die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Münster zu stärken. Zunächst war im Flächennutzungsplan der Stadt Münster die Umwandlung von zirka 150 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche in ein Industriegebiet vorgesehen. Im Zuge des Bebauungsplanverfahrens wurde die Flächengröße auf zirka 85 ha reduziert, zumal sich eine anfängliche Bürgerinitiative gegen das Gewerbegebiet nach einer vorgezogenen Bürgeranhörung im Jahr 2007 auflöste.

Bis 2005 wurden mit einem Aufwand von 8,68 Millionen Euro (ohne Planungskosten) insgesamt 83,6 ha zu diesem Zwecke käuflich erworben. Einer der erworbenen Höfe – der Hof Reifig, erstmals im 16. Jahrhundert urkundlich erwähnt – wurde im Jahre 2004 abgerissen, am 1. August 2006 dann der Hof Wortmann. 2009 startete die Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM) mit der Vermarktung des Hansa-BusinessParks, der eine Nettonutzfläche von 54 ha hat. Anfang 2010 erwarb die Verwaltungsgesellschaft Hermann Stroetmann GmbH & Co. KG das erste Grundstück für ein Saatgut-Zentrum der L. Stroetmann GmbH & Co. KG.

Amelsbüren hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Preußen–Münster, der von RB50 Der Lüner zwischen Münster, Werne, Lünen und Dortmund stündlich angefahren wird. Ergänzend hierzu: Die Bahnstrecke Preußen-Münster bezeichnet die Verbindung vom Bahnhof Preußen in Horstmar (Lünen) bis Münster Hbf. und ist nicht zu verwechseln mit dem Haltepunkt Preußenstadion vor Münster.

Der Dortmund-Ems-Kanal führt durch Amelsbüren, bei Kilometer 57,5 gibt es eine Marina. Am gegenüberliegenden Ufer betreibt die WFM als Eigentümerin des Hansa-BusinessPark eine Schwergutumschlagstelle, an der zwei Schwergutschiffe hintereinander anlegen können. Die Umschlagstelle wurde erstmals im Juli 2012 im Zusammenhang mit dem Bau der A1-Anschlussstelle genutzt.[4]

Kontroverse Diskussionen in der Dorfbevölkerung hat die Planung zur Erweiterung des psychiatrischen Alexianer-Krankenhauses um eine Abteilung für Forensik in der Bauerschaft im Westen von Amelsbüren hervorgerufen.

Neben Läden für den täglichen Bedarf hat das umstrittene Tierversuchslabor Covance Inc. seinen Deutschlandsitz in Amelsbüren und betreibt dort eines der größten Labore in Europa (im Norden des Gemeindegebietes an der A43).

Gebäude[Bearbeiten]

Sehenswert ist die denkmalgeschützte katholische Pfarrkirche St. Sebastian.

Sport[Bearbeiten]

Der größte Sportverein in Amelsbüren ist die DJK Grün-Weiß Amelsbüren mit rund 1700 Mitgliedern.[5] Die Sportanlage Zum Häpper verfügt neben einem Rasen- und Ascheplatz, sowie einer Rasenfläche (zirka drei Spielfelder groß; hinter dem Pastorenbusch) für Fußball, auch über eine Gymnastikhalle, ein Beachvolleyballfeld, eine Bouleanlage und über einen Fitnessraum mit variabler Schießanlage. An der Tennisanlage Hördemannstraße stehen den Mitgliedern acht Tennisplätze zur Verfügung. Außerdem bietet GWA Judo, Tischtennis und Schwimmen an.

Der Reit- und Fahrverein Amelsbüren ist einer der ältesten Reitvereine Deutschlands (gegründet 1876) und hat zirka 400 Mitglieder. Der Verein unterhält seit 1974 eine Anlage auf dem Gelände Böckenhorst mit zwei Außenplätzen sowie einer Reithalle.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Persönlichkeiten die vor Ort wirken, wirkten oder starben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Münster-Amelsbüren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Dobelmann: Amelsbürener Chronik. Geschichte einer ländlichen Gemeinde. Münster in Westfalen 1974.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b SMS-Statistik für Münsters Stadtteile (PDF; 1,6 MB) (abgerufen am 24. Februar 2013)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 311.
  3. http://www.wn.de/Muenster/Strassenbauprojekt-fuer-elf-Millionen-Euro-Autobahnabfahrt-Amelsbueren-soll-Mitte-2014-fertig-sein
  4. http://www.wfm-muenster.de/detail/index148.htm&id=830432
  5. Home der DJK Grün-Weiß Amelsbüren (abgerufen am 26. Februar 2012).