Malazgirt

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Malazgirt
Wappen fehlt
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Malazgirt (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Muş
Koordinaten: 39° 9′ N, 42° 33′ O39.14777777777842.544166666667Koordinaten: 39° 8′ 52″ N, 42° 32′ 39″ O
Einwohner: 20.110[1] (2008)
Telefonvorwahl: (+90) 436
Postleitzahl: 49400
Kfz-Kennzeichen: 49
Struktur und Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Mehmet Nuri Balcı (BDP)
Webpräsenz:
Landkreis Malazgirt
Einwohner: 60.086[1] (2008)
Fläche: 1.527 km²
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km²
Kaymakam: Bilal Yavaş
Webpräsenz (Kaymakam):

Malazgirt (antiker Name Man(t)zikert, kurdisch Milazgir oder Kelê) ist eine Stadt in der osttürkischen Provinz Muş mit etwa 20.000 Einwohnern. Sie liegt am Fluss Murat, 50 km nördlich des Vansees. Von dessen Hochplateau ist sie durch das 4058 m hohe Gebirge des Süphan Dağı getrennt.

Die Stadt war schon im Königreich Armenien ein wichtiger Handelsort. Im Jahr 1071 fand hier die Schlacht von Manzikert statt, in der die Seldschuken unter Alp Arslan das Byzantinische Reich besiegten. Durch den Verrat des Andronikos Dukas wurde eine Panik in Reihen des byzantinischen Heeres ausgelöst und der oströmische Kaiser Romanos IV. Diogenes geriet in Gefangenschaft.

Mit dieser Schlacht begann der langsame Niedergang von Byzanz und die Enthellenisierung Kleinasiens. Die um 1060 vorgedrungenen turkmenischen Seldschuken eroberten in der Folge große Teile Anatoliens; ab 1300 herrschten die ihnen verwandten Osmanen. Im 12. Jahrhundert konnte Byzanz infolge der Kreuzzüge die westlichen Küstenregionen und einen Teil des Kernlandes für einige Jahrzehnte zurückerobern.

Ein großer Teil der mittelalterlichen Stadtmauer aus schwarzem Basalt blieb erhalten. Eine Inschrift über einem der Stadttore stammt vermutlich vom Anfang des 13. Jahrhunderts.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • J. C. Cheynet: Manzikert – un désastre militaire? In: Byzantion, 1980, S. 410–438
  • Knaurs Neuer historischer Weltatlas. Bechtermünz, Augsburg 1995, S. 113, 133

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 23. November 2009
  2. Thomas Alexander Sinclair: Eastern Turkey: An Architectural and Archaeological Survey. Band 1, The Pindar Press, London 1989, S. 286f, ISBN 0-907132-34-0