Manresa

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Dieser Artikel behandelt die Stadt in Katalonien. Zu weiteren Begriffen siehe Manresa (Begriffsklärung).
Gemeinde Manresa
Die Kollegiatkirche von Manresa
Die Kollegiatkirche von Manresa
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Manresa
Manresa (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Katalonien
Provinz: Barcelona
Comarca: Bages
Koordinaten 41° 44′ N, 1° 50′ O41.7277777777781.825238Koordinaten: 41° 44′ N, 1° 50′ O
Höhe: 238 msnm
Fläche: 41,66 km²
Einwohner: 75.297 (1. Jan. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.807,42 Einw./km²
Gemeindenummer (INE): 08113 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Amtssprache: Kastilisch, Katalanisch
Daten der Generalitat: MuniCat
Sitze im Gemeinderat: Kommunalwahl 2011
Website: Manresa

Manresa ist mit seinen 75.297 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) die Hauptstadt der Comarca Bages in der spanischen Provinz Barcelona in Katalonien.

Lage[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet liegt im südlichen Zipfel der Ebene Pla de Bages, eingebettet zwischen den Flüssen Cardener und Llobregat; beide Flüsse bilden teilweise eine natürliche Grenze zu den Nachbargemeinden. Die höchste Erhebung der Gemeinde ist der im Westen liegende 543 Meter hohe Collbaix. Die Städte Barcelona und Tarragona befinden sich etwa 70 Kilometer (Fahrtstrecke) südöstlich bzw. 110 Kilometer südwestlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1990 2000 2014
Einwohner 52.216 57.846 67.014 65.818 63.742 75.297

Im 19. Jahrhundert stieg die Zahl der Einwohner von etwa 8.000 auf ca. 23.000 an. Auch die Gemeinden im Großraum von Manresa haben in den letzten Jahrzehnten ein starkes Bevölkerungswachstum zu verzeichnen (z. B. Navàs oder Castellnou de Bages).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Manresa ist ein wichtiges Zentrum der Textil-, Maschinen- und chemischen Industrie. In den letzten Jahrzehnten wurde die Wirtschaft auf Handel und Dienstleistungsgewerbe umgestellt. Die Stadt ist einer von mehreren Standorten der Polytechischen Universität Kataloniens.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf dem Stadtgebiet wurden kleinere neolithische Funde gemacht. Aus iberischer Zeit ist eine Siedlung nachgewiesen, dennoch wurde die Iberische Halbinsel zum Schauplatz der Auseinandersetzungen Roms mit den Phöniziern, in welche auch die Iberer und Kelten hineingezogen wurde. Der römische Konsul Marcus Porcius Cato der Ältere eroberte weite Teile der Halbinsel in den Jahren 195 bis 191 v. Chr.. Die Römer legten auch den Grundstein für die Stadt Minorisa. Während der maurischen Besetzung entvölkerten sich die Stadt und ihr Umland. Gegen Ende des 8. Jahrhunderts eroberten die Christen das Gebiet zurück, aber es kam zu inneren Machtstreitigkeiten und zur Zerstörung der Stadt durch muslimische Truppen in den Jahren 841/2. Gegen Ende des 9. Jahrhunderts war die Stadt fest in christlicher Hand und bildete das Zentrum einer Grafschaft, die über ein großes Gebiet herrschte.

Manresa im Jahr 1881

Das 14. Jahrhundert war eine goldene Zeit für Katalonien – die Stadtbevölkerung Manresas zur damaligen Zeit wird auf ca. 3.000 Personen geschätzt; es entstanden die Kollegiatkirche (manchmal auch ‚Kathedrale‘ genannt) und eine Vielzahl kleinerer Kirchen. Von März 1522 bis Februar 1523 hielt sich Ignatius von Loyola in der Stadt auf. In den Jahren zwischen 1540 und 1659 erfasste der ‚Aufstand der Schnitter‘ (Guerra dels Segadors) große Teile Kataloniens und zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatte Manresa unter den militärischen Auseinandersetzungen zwischen Spaniern, Franzosen und Österreichern im Rahmen des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1714) zu leiden. Trotz der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel (1807–1814) nahm die politische und wirtschaftliche Bedeutung der Stadt und ihres Umlandes im 19. Jahrhundert stark zu – eine Entwicklung, die sich im 20. Jahrhundert fortsetzen sollte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pont Vell und Cova de Sant Ignasi

Manresa ist eine Stadt mit zahlreichen mittelalterlichen, barocken und modernistischen Gebäuden, darunter Kirchen und Konvente, aber auch Bürgerpaläste, Mietshäuser und Fabrikgebäude des 19. Jahrhunderts:

  • An der Basilika Santa Maria de la Seu, genannt „Seu de Manresa“ wurde vom 14. bis ins 18. Jahrhundert hinein gebaut; sie vereint Elemente der Gotik, der Renaissance und des Klassizismus. Im Innern befinden sich die Marienstatue Mare de Déu de l’Alba und bedeutende gotische Altarbilder katalanischer Künstler.
  • Eine Brücke (Pont Vell) über den Fluss Cardener, wurde bereits in römischer Zeit errichtet; nach mehrfacher Zerstörung im 12. Jahrhundert wurde sie im gotischen Baustil neuerbaut und zwischen 1960 und 1962 rekonstruiert.
  • Die Cova de Sant Ignasi ist ein Gebäudekomplex bestehend aus einer barocken Kirche (erbaut 1759 bis 1763) und einem großen klassizistischen Anbau aus den 1890er Jahren, der sich um die ‚Heilige Höhle‘ (Santa Cova) gruppiert, in der Ignatius von Loyola (1491–1556), der Gründer des Jesuitenordens, einige Monate lebte.
  • Weitere bedeutende Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind der Justizpalast und das Rathaus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

barocker Ignatius-Altar in der Cova de Sant Ignasi

Ignatius von Loyola[Bearbeiten]

Für den Jesuitenorden hat Manresa eine besondere Bedeutung: Der spätere Ordensgründer, Ignatius von Loyola, verbrachte hier einige Monate in Einsamkeit, in denen er sich äußerster Armut aussetzte und beständig im Gebet vertiefte. In einer Höhle am Cardener hatte er eine Erleuchtung, die ihn im spirituellen Sinne für sein ganzes Leben prägte. Mit dem Ende seiner Zeit in Manresa wurde Ignatius zum Pilger, der es nach Jerusalem und über viele weitere Stationen bis nach Rom brachte.

Andere[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Manresa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).