Tarragona

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Tarragona (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gemeinde Tarragona
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Wappen Karte von Spanien
Wappen von Tarragona
Tarragona (Spanien)
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Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Katalonien
Provinz: Tarragona
Comarca: Tarragonés
Koordinaten 41° 7′ N, 1° 15′ O41.1194444444441.245833333333369Koordinaten: 41° 7′ N, 1° 15′ O
Höhe: 69 msnm
Fläche: 55,03 km²
Einwohner: 133.545 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 2.426,77 Einw./km²
Gemeindenummer (INE): 43148 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Josep Fèlix Ballesteros Casanova (PSC)
Daten der Generalitat: MuniCat
Sitze im Gemeinderat: Kommunalwahl 2011
Webpräsenz der Gemeinde
Lage der Gemeinde
Tarragona, Spain location.png

Tarragona ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Süden der spanischen autonomen Region Katalonien.

Geschichte[Bearbeiten]

zur römischen Geschichte Tarragonas siehe Hauptartikel: Tarraco

218 v. Chr. eroberten die Römer die iberische Stadt und machten sie unter dem Namen Tarraco zur Hauptstadt der Provinz Hispania citerior, später Tarraconensis. 27 v. Chr. errichteten sie einen Tempel zu Ehren des Augustus und Jupiters.

In Tarragona gibt es viele römische Monumente: das Amphitheater, den Circus, das Forum Romanum, das Grabmonument Torre dels Escipions, den Triumphbogen Arc de Berà, das Mausoleum von Centcelles und die Aquäduktbrücke Aqüeducte de les Ferreres (auch Pont del Diable genannt). Im Jahre 2000 wurde das archäologisches Ensemble von Tarraco zum UNESCO-Welterbe erklärt. Bei aktuellen Bauarbeiten werden immer wieder Reste alter römischer Bauten entdeckt. Auf Bitten der Archäologen werden daraufhin die Bauarbeiten oft zum Verdruss der Bauherren unterbrochen.

Der Passeig Arqueològic zieht sich entlang der Stadtmauer hin, die den römischen Geschichtsschreibern Livius und Plinius zufolge auf die Scipionen im 3. Jahrhundert v. Chr. zurückgeht, anderen Ansichten nach wegen der zyklopischen Steinblöcke von mehreren Tonnen, die ohne Fugen zusammengefügt wurden, älter sein dürfte. Im Museo Arqueológico werden römische Exponate ausgestellt, zu denen auch sehenswerte Mosaike, insbesondere ein Medusenhaupt gehört. Neben dem Museum befindet sich das römische Prätorium aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., das hier eine quadratische Form hatte und im Mittelalter heftigen Veränderungen unterworfen war. Das Amphitheater liegt unmittelbar an der Küste und war Schauplatz des Märtyrertods des Bischofs Fructuosus und der Diakone Augurius und Eulogius während der valerianischen Christenverfolgung. In der Spätantike war Tarragona bedeutender Bischofssitz.

Raimund Berengar I. hatte seinen Machtbereich schon bis vor die Tore der Stadt ausgedehnt. 1118 eroberte Raimund Berengar III. die Stadt und baute sie als Hauptsitz der Kirche in Katalonien wieder auf (zuvor waren die Katalanen kirchlich abhängig vom Erzbistum von Narbonne).

Während der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel wurde Tarragona vom 3. Mai bis zum 28. Juni 1811 belagert und schließlich erstürmt (Belagerung von Tarragona).

Stadtwappen[Bearbeiten]

Tarragona besitzt weder ein offizielles Wappen noch eine offizielle Fahne. Dennoch gibt es Varianten, die von der Stadtverwaltung geduldet werden, und Vorschläge der Katalanischen Gesellschaft für Genealogie und Heraldik.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Ölhafen von Tarragona

Tarragona hat einen Hafen, der von der Umschlagsmenge her zu den wichtigsten Häfen des Mittelmeeres gehört. Die Betreibergesellschaft des Hafens hat deswegen einen großen politischen Einfluss im Stadtparlament.

Im Südwesten der Stadt reihen sich verschiedene Industriewerke der Petrochemie aneinander. BASF, Dow Chemical, Repsol YPF und andere Konzerne haben dort ihre Raffinerien und andere Niederlassungen. Bayer betreibt nach eigenen Angaben eine „State of the Art-Fabrik“ zur Herstellung von Diphenylmethandiisocyanaten.

Rund um Tarragona finden sich unter anderem Haselnussplantagen und Weinanbau (siehe auch Weinbau in Spanien). Qualitativ hervorragenden Wein liefert das nordwestlich Tarragona gelegene Priorat.

Gesellschaft[Bearbeiten]

Gässchen in der Altstadt Tarragonas

Die Universität Universitat Rovira i Virgili ist nach ihrer Abspaltung von der Universität Barcelona im Jahre 1991 eine eigenständige Universität mit Fakultäten in Tarragona, Reus und Vila-seca.

Eine gewisse Rivalität besteht zwischen den Einwohnern der Stadt Tarragona und der benachbarten Stadt Reus sowie El Vendrell.

Die Hauptstraße "La Rambla Nova" führt direkt Richtung Meer, endet jedoch oberhalb einer ca. 30 Meter hohen natürlichen Steilwand. Ein kunstvoll gestaltetes Geländer bewahrt den Spaziergänger vor dem versehentlichen Absturz. Das Handauflegen auf einen der metallenen Geländerpfosten soll Glück bringen. Die Tarragonesen sagen auf Katalanisch: Tocar ferro porta sort! ("Eisen berühren bringt Glück").

Im Nordosten der Stadt gibt es neben dem Platja Rabassada, dem Platja Savinosa und dem großen Platja Llarga weitere Strandbuchten im Landschaftsschutzgebiet Tamarit-Punta de la Mòra wie etwa Cala Fonda und Platja Roca Plana, die nur zu Fuß erreichbar sind und bei FKK-Anhängern beliebt sind. Das Landschaftsschutzgebiet umfasst zur Zeit rund 100 ha Land und etwa 300 ha Meeresfläche. Frequentierter weil über eine Straße erreichbar ist der Platja La Mòra an der gleichnamigen Urbanisation.  

Zu Karneval findet ein Umzug statt. Die Tänzer auf den Wagen und auf der Straße sind verkleidet, ähnlich wie in Rio de Janeiro. Die Zuschauer sind nicht verkleidet, genießen wohl aber die Zurschaustellung der meist leicht bekleideten jungen Tänzerinnen und Tänzer.

In der Karwoche (Semana Santa) gibt es religiöse Prozessionen, die durch die Straßen der Stadt ziehen. Schutzheiliger der Stadt ist Fructuosus (21. Januar).

In der ersten Juli-Woche jeden Jahres findet in Tarragona ein internationaler Feuerwerkswettbewerb statt, der jeden Abend von Montag bis Freitag um 22.30 Uhr mehrere zehntausend Zuschauer anlockt.

Außerdem findet jedes Jahr Ende September in Tarragona das Stadtfest der Heiligen Tecla (Festes de Santa Tecla de Tarragona auf katalanisch) statt. Im Zentrum stehen hierbei Kulturveranstaltungen, insbesondere der katalanischen Kultur, so etwa Castells, Konzerte, Feuerwerke oder Kostümumzüge.

Religion[Bearbeiten]

Tarragona ist die Heimat des katholischen Heiligen Mercedariers Petrus Armengol. Hier erlitt auch der König Hermenegild den Märtyrertod.

Siehe auch: Erzbistum Tarragona

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kathedrale[Bearbeiten]

Kathedrale: Kreuzgang

Neben einer alten Kirche aus dem Jahre 392 wurde mit dem Bau der Kathedrale 1171 aufgrund eines Legats des Erzbischofs Hugo von Cervelló begonnen. Die Bautätigkeiten zogen sich jedoch bis 1331 hin. Deshalb ist die Kathedrale im Übergangsstil von der Romanik zur Gotik erbaut. Der Grundriss ist ein griechisches Kreuz. Die Kirche ist dreischiffig mit Querschiff und weist vier (der ursprünglich fünf geplanten) Apsiden auf. Im Querschiff erhebt sich über der romanischen Basis eine Kuppel mit rein gotischen Fenstern. Die beiden Nebentore der Fassade sind romanisch, das Hauptportal, 1475 fertiggestellt, ist gotisch mit reichem Skulpturenschmuck und einer mächtigen Rosette über dem Portal.

In der Hauptapsis befindet sich das mit schönen Skulpturen geschmückte Grabmal von Don Juan de Aragón, Sohn von Jaime II., der in seinen letzten fünf Lebensjahren Bischof von Tarragona war. Im Hauptaltar steht auf dem romanischen Altartisch ein bedeutendes Retabel des 15. Jahrhunderts. Es zeigt den thronenden Gottvater im Mittelfeld und Szenen aus dem Leben der Heiligen Thekla.

Besonders sehenswert ist das Portal zum Kreuzgang aus weißem Marmor des 13. Jahrhunderts. Im Tympanon ist der Weltenherrscher und die vier Evangelistensymbole dargestellt. An allen Kapitellen finden sich biblische Szenen.

Literatur[Bearbeiten]

Stadtansichten[Bearbeiten]

Blick vom Fortí de la Reina


Nordwestansicht der Stadt


Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tarragona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Tarragona – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).