Martin Parr

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Martin Parr in Rennes, 2010

Martin Parr (* 23. Mai 1952 in Epsom, Surrey) ist ein britischer Fotograf.[1]

Leben[Bearbeiten]

Martin Parr wurde 1952 in Epsom, Surrey geboren und studierte zwischen 1970 und 1973 Fotografie in Manchester.

Neben seiner Beschäftigung als freier Fotograf nahm Parr immer wieder Lehraufträge an. Nach einer langen Debatte wurde er 1994 Mitglied bei der Agentur Magnum Photos. Innerhalb der Agentur liefen Kampagnen, die seine Aufnahme verhindern sollten, doch letztendlich mussten sich seine Gegner der demokratischen Entscheidung beugen. Kritiker betrachteten seinen fotografischen Stil als zu provokant und warfen ihm vor, sich über andere lustig machen zu wollen.

Werk und Bedeutung[Bearbeiten]

Ausstellung Planète Parr, Paris, 2009

Parr provoziert, indem er Motive von alltäglichen Klischees fotografiert. Dabei hält er geschmackliche Entgleisungen fest und zeigt das Hässliche, das üblicherweise als Bildmotiv vermieden oder retuschiert wird. Seine Fotografien heben sich damit ab von der üblichen Kunst, die die Realität schminkt oder stilistisch verfremdet. Ungeschönte Motive des Massentourismus, Prekariats und des Gesellschaftsadels sowie von alternden Menschen gehören zu seinen Schwerpunkten. Er dokumentiert vor allem die britische Alltagskultur.

Seit 1990 beschäftigt er sich auch mit der Filmkunst vor allem als Kameramann, Dokumentarfilmer und Produzent.

Parr nahm an über 80 Ausstellungen in den USA und Europa teil und hat über 50 Bücher veröffentlicht. Mehr als zwanzig Bücher sind über ihn selbst erschienen. Parr ist somit einer der berühmtesten britischen Fotografen, der über die Landesgrenzen hinaus vor allem in Frankreich aber auch in Deutschland bekannt ist.

Parr als Sammler[Bearbeiten]

Parr sammelt alltägliche Fotos anderer, Ansichtskarten, Nippes, mit Bildern bedruckte Gegenstände und auffällig gestaltete Verpackungen. Diese Sammlungen sind Gegenstand mehrerer Bücher und Ausstellungen. Zu seinen Sammelobjekten gehören auch etwa 13.000 Fotobände, Memorabilien über Margaret Thatcher, Sammelteller und Memorabilien über Saddam Hussein und Osama bin Laden. Sammeln und Fotografieren, so schreibt der Journalist Alex Rühle in der Süddeutschen Zeitung, seien für Parr zwei Seiten einer Medaille (Zitat Parr):

„Das Fotografieren, das Sammeln und das aus dem Sammeln hervorgegangene Kuratieren – das sind alles Varianten des Dokumentierens. Oder umgekehrt gesprochen: Wenn ich fotografiere, sammle ich ja auch. Zeigen, was da ist. Aufsammeln, was da ist.“[2]

Fototechnik[Bearbeiten]

Früher fotografierte Parr in Schwarz/Weiss, um eine "extra real polarisierte Darstellung" zu zeigen, heute in Farbe oder digital. Seine Bilder zeigen häufig eine grelle Farbigkeit mit hoher Sättigung. Neben Experimenten mit Mittelformatkameras arbeitet Parr hauptsächlich mit einer Kleinbildkamera. Dabei verwendet er oft einen Ringblitz zum Aufhellen bei Tageslicht und kombiniert dies mit einem Makro-Objektiv.

Zitate[Bearbeiten]

„Wenn die Leute beim Betrachten meiner Bilder gleichzeitig weinen und lachen, dann ist das genau die Reaktion, die die Bilder auch bei mir hervorrufen. Die Dinge sind weder grundsätzlich gut noch schlecht. Ich bin immer daran interessiert, beide Extreme darzustellen.“

Martin Parr

Werk[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biographie von Martin Parr bei Answers
  2. Alex Rühle: Halt' as für uns fest : Sicher Martin Parr ist ein großer Fotograf. Aber seine Bedeutung als Sammler und Förderer ist mindestens genauso groß. Ein Besuch in seiner Schatzkammer, in: Süddeutsche Zeitung 21./22. Januar 2012, Seite V2/3