Haus der Kunst

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Dieser Artikel erläutert das Haus der Kunst in München, für das Haus der Kunst in Baden, Niederösterreich, siehe Haus der Kunst (Baden), für das ehemalige Haus der Kunst in Radebeul siehe Goldschmidtvilla (Radebeul).
Haus der Kunst, 2013

Das Haus der Kunst ist ein Ausstellungsgebäude ohne eigene Sammlung in der Münchener Prinzregentenstraße am südlichen Ende des Englischen Gartens. Es wurde von 1933 bis 1937 unter persönlicher Anteilnahme Adolf Hitlers nach Plänen von Paul Ludwig Troost als Haus der Deutschen Kunst errichtet. Derzeitiger Direktor des reinen Ausstellungshauses (ohne eigene Sammlung) ist Okwui Enwezor.[1] Zuvor leiteten Christoph Vitali (1994 bis 2003) und Chris Dercon (2003 bis 2011) das Haus.

Architektur und Konstruktion[Bearbeiten]

Der zweigeschossige, doppelt symmetrische Museumsbau im Stil eines reduzierten Neoklassizismus ist 175 m lang und im Mittelteil 50 m breit, nach Westen und Osten verschmälert er sich durch Gebäuderücksprünge.[2] Der Haupteingang liegt in der Mitte der Südfassade, weitere Eingänge führen von der Mitte der Nordseite zur Nordgallerie und an den Schmalseiten in die Seitenflügel. Beiden Längsseiten ist jeweils ein 21-achsiger Portikus aus kolossalen, nicht kannelierten, die gesamte Gebäudehöhe einnehmenden Säulen vorgelagert, die jeweils durch Eckpfeiler abgeschlossen werden. Dem Portikus auf der Schauseite an der Prinzregentenstraße war ursprünglich über die volle Breite eine Freitreppe vorgelagert, sie wurde 1971 im Zuge von Straßenumgestaltungen bis auf den Mittelteil abgebrochen. Auf der Rückseite ist das Untergeschoss aufgrund eines Abfalls des Geländes ebenerdig zugänglich. Dort führt eine Treppenanlage auf das Niveau der Erdgeschosses. Durch die beiden Vorhallen und die Treppenanlagen ergibt sich eine Gesamttiefe von 75 m.

Der Sockelbereich ist mit Nagelfluh verkleidet, die Außenfassaden mit Kalkstein aus dem Donautal bei Kelheim. Die Treppen und äußeren Bodenflächen sind aus Granit.[3]

Auch im Inneren ist das Haus der Kunst symmetrisch aufgebaut. Die sogenannte Ehrenhalle in voller Gebäudehöhe schließt sich mittig an den Eingang an und führt bis zur Nordgallerie durch. Links und rechts davon liegen je ein großer gestreckter Ausstellungssaal, umgeben von einer Folge kleinerer Räume. Die Ausstellungsräume können beliebig abgeteilt werden, so dass mehrere Ausstellungen zur selben Zeit stattfinden können. Auf der Südseite liegen langgestreckt die Verwaltungsräume, im Norden das ehemalige Restaurant, heute Nordgalerie. Nur diese Gebäudeteile sind zweistöckig, im Obergeschoss liegen jeweils Ausstellungsräume. Die Säle in voller Höhe sowie die Ausstellungsräume im oberen Stockwerk sind durch Oberlichte beleuchtet.[4] Das Gebäude verfügte von Anfang an über mehrere Aufzüge, eine aufwändige Heizungs- und Klimaanlage und einen Luftschutzkeller,[5] der seit 2011 für Ausstellungen genutzt wird.

Im Inneren sind die Böden mit Solnhofener Plattenkalk belegt, Türstöcke und Sockelleisten bestehen aus Jura-Marmor. In der Ehrenhalle sind Böden, Treppen und Verkleidungen aus einem roten Marmor aus dem Marmorwerk Saalburg, Türen und Sockelleisten hier sind aus Tegernseer Marmor.[3]

Im Untergeschoss befindet sich auf der Ostseite die Goldene Bar in ehemaligen Künstlerfestraum. Die Wandmalereien von Karl Heinz Dallinger wurden bis 2004 wieder freigelegt. Auf Blattgold-Hintergrund zeigen sie exotische Motive zur Herkunft von alkoholischen Getränken und Genussmitteln aus aller Welt. Im Untergeschoss des Westflügels nutzt der Club P1 das ehemalige Bierstüberl. Der ehemalige Luftschutzbunker wird gelegentlich als Ausstellungsfläche genutzt.

Der nur für das Kulturprogramm der Olympischen Spiele 1972 errichtete Anbau von Architekt Paolo Nestler erstreckte sich über die volle Nordseite. Die Stahlrohrkonstruktion mit flächiger Verglasung griff den Rhythmus der Säulen auf. Zwei Treppentürme an den Außenseiten und ein Klangkörper im Westen waren mit weißen Platten verkleidet. Der Anbau wurde nach den Olympischen Spielen wieder abgerissen.[3]

Seit 1980 stehen vor der Westseite des Haus der Kunst die Bronzeplastik Liegende Figur von Henry Moore und ein bewegliches Edelstahl-Kunstwerk von George Rickey namens Vier schräge Linien.[3]

Die monumentale Ausstellungshalle ist ein Spätwerk des Architekten Paul Ludwig Troost und gehört zusammen mit den gleichzeitigen Parteibauten Troosts am Königsplatz zu den ersten großen Bauprojekten des Nationalsozialismus. Es handelt sich jedoch nicht um einen spezifischen, nationalsozialistischen Baustil, sondern Troost hat hier die Formensprache des Neoklassizismus aus seiner Hauptschaffenszeit vor dem Ersten Weltkrieg ins Extreme vereinfacht, Details reduziert und ins Monumentale vergrößert.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Eröffnung 1937
Mittelhalle; 2006
Klassizistisches Mosaik unter der Attika

Nachdem 1931 der Glaspalast im Alten Botanischen Garten abgebrannt war, gründeten die Münchner Künstlerverbände Münchner Künstlergenossenschaft, Münchener Secession und Münchener Neue Secession die „Ausstellungsleitung München“ um ein neues Ausstellungshaus für ihre jährlichen Kunstausstellungen und weitere Veranstaltungen zu errichten.[6] Sie beauftragten noch 1931 den Münchner Architekturprofessor Adolf Abel mit einem Neubau an selber Stelle. Unmittelbar vor dem geplanten Baubeginn im Frühjahr 1933 verwarf Adolf Hitler dieses Projekt, ordnete als neuen Bauplatz den südlichen Eingang zum Englischen Garten an und übertrug die neue Planung an Paul Ludwig Troost,[7] der für Hitler schon die NSDAP-Zentrale Braunes Haus umgebaut hatte.

Im Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Mit Troosts Entwurf wurde der erste Monumentalbau des nationalsozialistischen Regimes verwirklicht. Die Grundsteinlegung des neuen Hauses der Deutschen Kunst erfolgte am 15. Oktober 1933 durch Hitler.[5] Nachdem Troost schon 1934 starb, wurde der Bau von seiner Witwe Gerdy Troost unter Mithilfe von Leonhard Gall fortgeführt. Nach der „modernen Sachlichkeit“ wollte Troost ein „aus der Seele des Volkes empfundenes“ Gebäude errichten, „edle Proportionen und gediegenes Material“ sollten dem Bau „den Charakter eines Tempels der Kunst geben“.[8]

Die 18 Grundsteinstifter waren, laut einer hierzu nach Eröffnung angebrachten Erinnerungstafel: Hermann Schmitz (Vorstandsmitglied der I.G. Farben, Ludwigshafen-Heidelberg), August von Finck (München), Robert Bosch (Stuttgart), Friedrich Flick (Berlin), Adolf Haeuser (Frankfurt/M.), August Diehn (Berlin), Theodor Feise (Berlin), Fritz Rechberg (Hersfeld), Jacob Hasslacher (Duisburg-Ruhrort), Paul Müller (Generaldirektor der Dynamit Nobel AG, Troisdorf), Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (Berlin), Wilhelm von Opel (Rüsselsheim), Ludwig Roselius (Bremen), August Rosterg (Kassel), Willy Sachs (Schweinfurt), Karl Friedrich von Siemens (Berlin), Ludwig Schuon (München), Philipp Reemtsma (Hamburg). Diese Industriellen bildeten ein Kuratorium, welches 2 Millionen Reichsmark für das Haus aufbrachte.[9]

Das Gebäude wurde am 18. Juli 1937 mit der ersten „Großen Deutschen Kunstausstellung“ eröffnet. Nahezu zeitgleich wurde im Galeriegebäude am Hofgarten (das heutige Deutsche Theatermuseum) die Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt. Bis 1939 fand jährlich der „Tag der Deutschen Kunst“ statt, bei dem Adolf Hitler als Redner auftrat. Die als jährliche Verkaufsausstellung konzipierte „Große Deutsche Kunstausstellung“ fand bis 1944 statt. Erster Direktor war Karl Kolb.

Trotz des Anspruches, ein Tempel der „deutschen Kunst“, somit der nationalsozialistischen Kunst zu sein, war das Konzept von Beginn kommerziell angelegt: So gab es eine umfangreiche Gastronomie (die heute noch existierende wieder eröffnete „Goldene Bar“, ein „Bierstüberl“, in dem sich heute die DiskothekP1“ befindet, sowie ein zentrales Restaurant). Sämtliche Ausstellungen dienten hauptsächlich dem Verkauf, wobei Hitler als Hauptkäufer auftrat und sich als Mäzen inszenierte.

Besatzungszeit[Bearbeiten]

Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude fast unbeschädigt, Während der amerikanischen Besatzung wurde das Gebäude als Offizierskasino genutzt. Einer Anekdote nach wurde dabei im Gebäude ein Basketballfeld angelegt, so dass bei der Wiedereröffnung als Museum noch Markierungen am Fußboden sichtbar waren.[10] Im Sommer 1946 beherbergte es als erste Ausstellung nach dem Krieg die Internationale Jugendbuchausstellung. 1947 findet die Schau „Französische Malerei vom Impressionismus bis zur Gegenwart“ auf Betreiben der amerikanischen Militärregierung mit Unterstützung der französischen Direction de l’Education Publique statt und zeigt erstmals auf deutschem Boden wieder internationale Kunst der Moderne. Ludwig Grote organisiert 1949 eine Ausstellung Der blaue Reiter mit im Dritten Reich verfehmten Künstlern, die in München und Umgebung vor und nach dem Ersten Weltkrieg gearbeitet hatten.[11]

Ausstellungsleitung Haus der Kunst[Bearbeiten]

Die US-Militärregierung wollte die Verantwortung für das Gebäude in die Hände der Künstlerverbände geben. 1948 gründeten daher die zum Teil wieder entstandenen, zum Teil neu gegründeten Künstlervereine Münchener Secession, Neue Gruppe und Neue Münchener Künstlergenossenschaft einen Verein „Ausstellungsleitung Haus der Kunst München e.V.“ als Träger des Ausstellungsbetriebs.[6] Das Gebäude selbst ging als Sondervermögen an den Freistaat Bayern.[12] Der Westflügel des Gebäudes wurde von der Bayerischen Staatsgemäldesammlung genutzt. Während der Sanierung des Alten Pinakothek wurden bis 1958 ausgewählte Werke aus deren Bestand gezeigt, anschließend bis 1971 solche der Neuen Pinakothek und bis 1989 der Neuen Staatsgalerie. Von 1989 bis 2001 zeigte der Westflügel Stücke der Staatsgalerie Moderne Kunst bis diese in die Pinakothek der Moderne umzog. Von 2001 bis 2007 nutzte das "Theater im Haus der Kunst" des Bayerischen Staatsschauspiels den Westflügel.[13]

Die Ausstellungsleitung organisierte ab 1949 die jährliche „Große Kunstausstellung München“ und als gesellschaftliche Veranstaltung einen Faschingsball im Haus der Kunst. Dieser half die Ausstellungstätigkeit zu finanzieren. Nach einer Übergangsphase mit den Amerikanern betrieb die Ausstellungsleitung ab 1950 unter Peter Ade das Gebäude eigenständig, sie organisierte Ausstellungen mit einem Schwerpunkt auf die Klassische Moderne, aber auch kulturhistorische Themen wie „Kultur und Mode“ (1950) fanden Platz. Ab 1955 stand auch der Mittelteil des Hauses für Ausstellungen zur Verfügung. Dass das Haus von den Künstlervereinen getragen wurde, trug ihm hervorragende Kontakte zu Museen im In- und Ausland ein und ermöglichte viele Leihgaben.[14] Das Haus der Kunst arbeitete oft mit anderen Museen zusammen und organisierte Wanderausstellungen oder beteiligte sich an ihnen. Die Picasso-Aussstellung von 1955 ging anschließend nach Köln und Hamburg und war das letzte Mal, dass das Bild Guernica in Europa ausgeliehen wurde.[15]

Geschäftsführer Ade organisierte ab 1955 nach amerikanischem Vorbild einen Mäzenatenkreis des Haus der Kunst aus Industrievertretern. Schon 1958 spendeten diese jährlich Beiträge von etwa 500.000 Mark. Die Hälfte der Summe diente zum Ankauf von Werken Münchner Künstler, so dass der Verein eine umfangreiche Kunstsammlung aufbaute.[12]

Seit 1961 zeigte im Haus der Kunst auch die Freie Münchner und Deutsche Künstlerschaft in der Ausstellungsreihe „Herbstsalon“, später „Kunstsalon“ und „Neuer Kunstsalon“ Werke ihrer Mitglieder auf der nördlichen Galerie des Hauses. Im Rahmen des Kulturprogramms der Olympischen Sommerspiele 1972 fand im Haus der Kunst eine Sonderausstellung Weltkulturen und moderne Kunst statt. Dazu errichtete Architekt Paolo Nestler einen zweigeschossigen Anbau auf der Nordseite.[3] Das Haus der Kunst organisierte unter Ade auch große internationale Wanderausstellungen, darunter drei große Schauen mit ägyptischen Werken. 1976 Nofretete - Echnaton, 1979 Götter und Pharaonen und 1980 die Schau „Tutanchamun“, für die die ägyptische Antikenbehörde einen der Sarkophage, die berühmte Kopfmaske und weitere hochkarätige Stücke aus dem Grab Tutanchamuns zum letzten Mal international verlieh.[16] 1982 musste Peter Ade das Haus der Kunst verlassen. Der bayerische Rechnungshof sah nach 37 Jahren in der Vielzahl seiner Ämter Interessenkonflikte.[17] Er ging zur Hypo-Kulturstiftung und eröffnete 1983 für diese die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung.

Stiftung Haus der Kunst[Bearbeiten]

Ende der 1980er Jahre hatte das Haus der Kunst massive Finanzprobleme. Unter Ade hatte sich der Betrieb des Haus der Kunst vollständig selbst getragen.[18] Ades Nachfolger konnten keine Ausstellungen mit gleichem Publikumszustrom organisieren und deshalb auch weniger Spenden einwerben. Der Freistaat Bayern trat deshalb auch in den Betrieb des Hauses ein.[12] Seit 1992 wird das Haus der Kunst durch die "Stiftung Haus der Kunst München, gemeinnützige Betriebsgesellschaft mbH" betrieben. In ihr schlossen sich der Freistaat Bayern und die Schörghuber Unternehmensgruppe als Hauptsponsor zusammen, weitere Gesellschafter waren die Mäzenatenvereinigung „Gesellschaft der Freunde Haus der Kunst München e.V.“ und die Ausstellungsleitung Große Kunstausstellung.[19] Die Stiftungsgründung geht auf die Zusage der Familie Schörghuber zurück, das Haus der Kunst für mindestens zehn Jahre mit jeweils einer Million Mark (ab 2002 500.000 Euro) zu fördern. Erster Direktor der neuen Organisation wird Christoph Vitali.

Der Schriftzug „Allianz Arena“ auf dem Dach des Hauses der Kunst.

Der nächste Leiter des Hauses, Chris Dercon, ließ in den Jahren 2003 bis 2004 das in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts veränderte und umgebaute Innere des Hauses in seinen Originalzustand zurückversetzen. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zierte das Gebäude der Schriftzug „Allianz Arena“. Da das Stadion keine Sponsorennamen tragen durfte, wurde der Schriftzug von dort vorübergehend abmontiert.[20] Ebenfalls 2006 versteigerte der Freundeskreis Haus der Kunst seine seit 1958 aufgebaute Kunstsammlung vor insgesamt 5,2 Millionen Euro, die zweckgebunden zur Kunstförderung angelegt wurden.[12] Im Zuge der Finanzkrise ging davon allerdings rund eine Million verloren.[21]

2011 begann eine Kooperation des Haus der Kunst mit der Sammlung Goetz. Im ehemaligen Luftschutzbunker des Haus der Kunst werden in unregelmäßigen Abständen Teile der Videokunst-Sammlung von Ingvild Goetz gezeigt. Seit Oktober 2011 leitet Okwui Enwezor das Haus der Kunst.[22]

Verschiedene Probleme in der Organisation des Hauses kamen Mitte 2014 zusammen. Die Familie Schörghuber gab bekannt, dass sie aus der Kunstförderung und auch dem Haus der Kunst aussteigen und künftig nur noch caritative Zwecke unterstützen würde. Aus dem Mäzenatenverein „Gesellschaft der Freunde Haus der Kunst“ trat neben der Familie Schörghuber, auch die Allianz aus. In Folge von Richtungsstreitigkeiten zwischen dem Vorsitzenden Andreas Langenscheidt und der Gegenkandidatin Katrin Stoll, Inhaberin von Neumeister Münchner Kunstauktionshaus, traten gleichzeitig 13 der 29 Mitglieder des Kuratoriums zurück, darunter die Vertreter von BMW und Munich Re.[12]

Mit dem Rückzug von Schörghubers fehlen in dem Etat von rund jährlich rund 7 Millionen Euro etwa 8%. Zudem waren die Ausstellungen der Jahre seit etwa 2011 wenig publikumsträchtig als zu Zeiten von Chris Dercon, so dass die Einnahmen des Hauses unter einer Million liegen.[21] Schon 2012 musste der Freistaat Bayern ungeplant mit 534 000 Euro zur Deckung des Defizits einspringen.[23] Für die Generalsanierung des Gebäudes ab 1916 hat der Freistaat Bayern 58 Millionen bereitgestellt. Übernehmen wird das Projekt der Londoner Architekt David Chipperfield.[24] Eine Beteiligung des Freundeskreises und dessen Vermögens ist vorgesehen, aber wegen der Zweckbindung Kunstförderung umstritten.[23] Seit 2014 und bis Ende 2015 steht Direktor Okwui Enwezor auch nur eingeschränkt zur Verfügung, weil er zudem Leiter der Biennale di Venezia für 2015 ist.

Der bisherige Verein Ausstellungsleitung, der sich 2014 in Künstlerverbund im Haus der Kunst umbenannt hat, bringt eigene Probleme in den Betrieb des Hauses ein. Seit 2011 findet seine große Kunstausstellung der Münchner Künstler nur noch alle zwei Jahre statt. Damit entfallen in den Jahren ohne Ausstellung aber auch öffentliche Fördermittel, so dass der Verein nach dem Jahr 2012 seine Finanzen weitgehend aufgebraucht hatte. Im nächsten Zwischenjahr 2014 fand deshalb in der Nordgalerie eine nur siebentägige Schau mit anschließender Versteigerung statt.[25]

Bedeutende Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Geschichten im Konflikt. Das Haus der Kunst und der ideologische Gebrauch von Kunst 1937-1955, 10. Juni 2012 - 13. Januar 2013
  • Thomas Ruff, 17. Februar - 20. Mai 2012
  • Ellsworth Kelly. Schwarz und weiß, bis 22. Januar 2012
  • Weniger ist mehr. Bilder, Objekte, Konzepte aus Sammlung und Archiv von Herman und Nicole Daled 1966–1978, Konzeptkunst bis 25. Juli 2010
  • Michael Schmidt – Grau als Farbe. Fotografien bis 2009, 21. Mai 2010 – 22. August 2010
  • Ai Weiwei. so sorry, 2009/2010
  • Anish Kapoor, 18. Oktober 2007 – 20. Januar 2008
  • Gilbert & George, 11. Juni 2007 – 9. September 2007
  • Andreas Gursky, 17. Februar 2007 – 13. Mai 2007
  • „click doubleclick“, 8. Februar 2006 – 23. April 2006
  • „Künstlerbrüder“, 19. Oktober 2005 – 22. Januar 2006
  • Paul McCarthy, 12. Juni 2005 – 28. August 2005, “LaLa Land – Parodie Paradies”
  • Bernd und Hilla Becher, 16. Juni 2004 – 19. September 2004, "Die Typologien"
  • Carl Spitzweg, 24. Januar 2003 – 18. Mai 2003

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Kiener: Das Haus der Deutschen Kunst zu München. In: Grosse Deutsche Kunstausstellung 1938. Im Haus der Deutschen Kunst zu München, 10. Juli – 16. Oktober 1938, Offizieller Ausstellungskatalog. 3. Auflage. Verlag F. Bruckmann KG, München 1938, S. 17–25.
  • Sabine Brantl: Haus der Kunst 1937 - 1997. Eine historische Dokumentation, hrsg. Haus der Kunst, München 1997.
  • Peter Ade: Picasso, Kokoschka und all die anderen … Meine abenteuerlichen Jahre für die Kunst. Nymphenburger, München 2001, ISBN 3-485-00872-9, der Autor war Direktor, 1947–1983.
  •  Sabine Brantl: Haus der Kunst, München. Ein Ort und seine Geschichte im Nationalsozialismus (= Edition Monacensia). Allitera, München 2007, ISBN 978-3-86520-242-0 (Digitalisat, abgerufen am 28. August 2012).
  • Klaus-Peter Schuster: Nationalsozialismus und "Entartete Kunst". Prestel 1988, ISBN 3791308432
  • Stefan Schweizer: „Unserer Weltanschauung sichtbaren Ausdruck geben“. Nationalsozialistische Geschichtsbilder in den historischen Festzügen zum „Tag der Deutschen Kunst“. Wallstein-Verlag, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8353-0107-8.
  • Robert Thoms: Große Deutsche Kunstausstellung München 1937–1944. Verzeichnis der Künstler in zwei Bänden. = The artists in the Great German Art Exhibition Munich 1937–1944. Band 1: Maler und Graphiker. Neuhaus, Berlin 2010, ISBN 978-3-937294-01-8.
  •  Heinrich Habel, Johannes Hallinger, Timm Weski: Landeshauptstadt München. Mitte. In: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Denkmäler in Bayern. Kreisfreie Städte und Landkreise. Bd. I.2/1, 3 Drittelbände, Karl M. Lipp Verlag, München 2009, ISBN 978-3-87490-586-2, S. 821–822.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haus der Kunst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Okwui Enwezor wird neuer Chef im Haus der Kunst Süddeutsche Zeitung, Ausgabe vom 19. Januar 2011
  2. a b Habel, Hallinger, Weski 2009, S. 821 f.
  3. a b c d e Bayerischer Architekten- und Ingenieur-Verband: München und seine Bauten nach 1912, Bruckmann 1984, ISBN 3-7654-1915-X, S. 146–147
  4.  Josef Hugo Biller und Hans-Peter Rasp: München Kunst und Kultur. Stadtführer und Handbuch. 15 Auflage. Ludwig, München 2003, ISBN 3-7787-5125-5, S. 333, DNB 967677831.
  5. a b Tobias Hellmann: Haus der deutschen Kunst. 1937-1945 − eine Dokumentation. Geschichte des Hauses. Abgerufen am 28. August 2012.
  6. a b Haus der Kunst: Ausstellungsleitung
  7. Karl Arndt: Münchener Architekturszene 1933/34 als ästhetisch-politisches Konfliktfeld. In: Martin Broszat, Elke Fröhlich und Anton Grossmann (Hrsg.): Bayern in der NS-Zeit. Bd. III: Herrschaft und Gesellschaft im Konflikt, S. 443–484. Oldenbourg, München 1981 ISBN 3-486-42381-9, 9783486423815
  8. Petra Raschke: Spektakel, Siedlungen und Straßen. 100 Jahre BSZ: Die Bauberichterstattung in der Bayerischen Staatszeitung von 1933 bis 1934. Verlag Bayerische Staatszeitung GmbH, 25. Mai 2012, abgerufen am 28. August 2012.
  9. Karl Heinz Roth (Bearb.): OMGUS. Ermittlungen gegen die I.G. Farben AG. Greno-Verlag, Nördlingen 1986, S. 163.
  10. Ade 2001, S. 30
  11. Haus der Kunst: Nach dem Krieg
  12. a b c d e sueddeutsche.de: Haus der Kunst – Streit unter Freunden, 13. Juli 2014
  13. Haus der Kunst: Geschichte – FAQs
  14. Ade 2001, S. 61
  15. Ade 2011, S. 74
  16. Haus der Kunst: Einzug der Moderne
  17. Ade 2001, 345 f.
  18. Ade 2001, S. 312 f.
  19. Haus der Kunst: Gründung der Stiftung Haus der Kunst München
  20. Schriftzug „Allianz Arena“ im "Feriendomizil" in der Prinzregentenstraße
  21. a b sueddeutsche.de: Querelen um Museum, 30. Juli 2014
  22. Haus der Kunst: Kritischer Rückbau
  23. a b sueddeutsche.de: Haus der Kunst – Schlachtschiff mit Schlagseite, 1. Juli 2014
  24. Haus der Kunst wird saniert
  25. Münchner Merkur: Energisches Lebenszeichen, 26. Juli 2014

48.14416666666711.585833333333Koordinaten: 48° 8′ 39″ N, 11° 35′ 9″ O