Martin Scherber

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Martin Scherber 1969 im Gespräch (vor dem Unfall).

Martin Scherber (* 16. Januar 1907 in Nürnberg; † 10. Januar 1974 ebenda) war ein deutscher Komponist und Schöpfer der Metamorphosensinfonik. In seinen Sinfonien führt er die sinfonische Sprache der Wiener Klassik und Romantik unter Einsatz verwandelter und neuer Stilelemente weiter.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Martin Scherber wurde als drittes und jüngstes Kind von Marie und Bernhard Scherber [1] in Nürnberg geboren. Der Vater war erster Kontrabassist im Orchester des städtischen Opernhauses (heute: Staatstheater Nürnberg) [2].

Scherber besaß neben der musikalischen auch eine große technische Begabung. Daher besuchte er die Oberrealschule [3]. Schon früh – mit etwa fünf Jahren – begann er, Gehörtes auf dem Klavier und der Geige nachzuspielen. Er hatte das absolute Gehör. Noten wollte er nicht lernen. Nach Konflikten mit dem Vater akzeptierte er sie schließlich als ein Darstellungsmittel für Musik. Seine Stärke lag später in der Klavierimprovisation.

Als er dreizehn war, entstanden seine ersten Kompositionen. Weiterführenden Klavierunterricht erhielt er beim Nürnberger Opernkapellmeister Karl Winkler [4] und der Pianistin Maria Kahl-Decker [5]. 1922 trat er in Nürnberg erstmals öffentlich als Pianist im Stadtparksaal bei einem Wohltätigkeitskonzert für die Ruhrhilfe [6] und im Jahr danach im Katharinenbau auch mit eigenen Werken auf [7].

Beim Komponieren und Improvisieren merkte er, wie er eingebettet war in eine "Hülle aus Musik"[8]. Er konnte spielend aus dem Alltagsbewusstsein heraustreten und in ein eigenständiges, wacheres Bewusstsein übergehen. Er trat "hinter die Wände“, wie er das auch nannte. Von da an versuchte er diese für ihn vorerst rätselhaften Erlebnisse genauer zu ergründen. Dabei stieß er zuerst auf das Werk von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dessen umfassende Weltsicht und Art, mit den inneren und äußeren Phänomenen umzugehen, ihn unmittelbar ansprach [9]

Studium und Engagement[Bearbeiten]

Scherber in Aussig - etwa 1932

Ab September 1925 besuchte er die Staatliche Akademie der Tonkunst in München (heute: Hochschule für Musik und Theater [10]). Dazu erhielt er Stipendien [11]. Gleichzeitig studierte er Philosophie. Hier befasste er sich besonders mit Erkenntnistheorie, d.h. der Verständigung des tätigen Bewusstseins mit sich selbst und mit der Untersuchung von dessen Eingliederungsmöglichkeiten in das Weltgeschehen. Während viele Künstler eine derartiges Unterfangen, wenn sie in analytischer Art durchgeführt wird, als störend, ja vernichtend für ihre unbefangenen schöpferischen Tätigkeiten ansahen, verschmolz er diese Arbeit durch einen methodischen Verwandlungsprozess ganz mit der künstlerischen Lebenspraxis.

Über seinen Goethestudien entdeckte er die Schriften Rudolf Steiners (1861-1925) [12]. Dessen Hinweise auf erkenntnistheoretischem und spirituellem Gebiet erprobte er mit der ihm eigenen Selbständigkeit [13]. So wuchsen ihm langsam durch die Entwicklung eines reinen Wahrnehmungsvermögens und durch die energische Steigerung der Aufmerksamkeitskräfte tiefere Einsichten und Betätigungsmöglichkeiten zu [14]. Unter diesem Doppelaspekt erscheint seine Biografie und sein sinfonisches Werk in einem besonderen Licht, d. h. die spätere freie schöpferische Tätigkeit beim Hervorbringen und Gestalten der Metamorphosensinfonien ist eine direkte Folge der dadurch möglich gewordenen künstlerischen Erkenntniserlebnisse.

Im September 1929 trat er eine Stelle als Korrepetitor in Aussig an der Elbe an. Nach kurzer Zeit wurde er dort Kapellmeister und Chorleiter. Als sein Vertrag [15] im Mai 1933 auslief, zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück [16], blieb aber dem dramatischen und tragischen Weltgeschehen seiner Zeit verbunden. Nun lebte er als unabhängiger Musikpädagoge und freischaffender Komponist wieder in seiner Geburtsstadt.

Jahrelange Erfahrungen als Soldat im Zweiten Weltkrieg [17] berührten ihn nachhaltig. Nach seiner Rückkehr im Jahre 1946 begann er wieder als Komponist und Privatmusiklehrer zu arbeiten [18][19]

Metamorphosensinfonien[Bearbeiten]

Als seine Hauptwerke können die Metamorphosensymphonien gelten. Die 1. Sinfonie in d-Moll schrieb er 1937/38[20]. Die rund vierzehn Jahre nach seinem ersten sinfonischen Versuch geschaffene 2. Sinfonie in f-Moll (1951-52)[21] und die unmittelbar folgende 3. Sinfonie in h-Moll (1952-55)[22] können als gewichtigere Fortsetzungen seines mit der d-Moll-Sinfonie begonnen musikalischen Weges angesehen werden. Er schuf auch Instrumentalmusik, Chorwerke, Lieder und Klavierstücke. Hierher gehört das ‚ABC’, ein Klavierzyklus und Versuch, einige Qualitäten deutscher Sprachlaute einzufangen[23].

Kenner seiner großen Orchesterwerke bemerkten, wie in ihnen etwas Zeitloses und Universelles lebt [24]. Das mag damit zusammenhängen, dass Scherber zwar an der Akademie die gängigen Kompositionstechniken kennenlernte, später die aktuellen Methoden von Arnold Schönberg und Schülern, sowie von Igor Strawinski, Béla Bartók, Paul Hindemith u.a., und auch später die nach dem Zweiten Weltkrieg bei der Avantgarde herrschend werdenden technischen Medien als substanzielle Basis neuen Komponierens sich verdeutlichte [25] [26] - sich jedoch durch die zunehmende Aufklärung seiner Jugenderlebnisse andersartiges Können und damit innerlichere Wege, Musik hervorzubringen, eröffnete. Er wendete seine technischen Fähigkeiten nach innen, d.h. die an der Außenwelt zu erwerbenden sachlich-nüchternen Handhabungen wurden für seelische und geistige Innenerfahrungen fruchtbar gemacht [27]

Diese Umwendung befähigte ihn, sich in die heute [28] weitgehend verlorenen Ursprungsbereiche der Musik, in welche auch die großen Klassiker bei ihren schöpferischen Tätigkeiten mit dem 'inneren Ohr' [29] und mit immer größerer Bewusstheit vorzudringen versuchten, einzuleben. Zu deren Charakteristikum gehört die Ausweitung des individuellen Bewusstseins ins Universelle. [30]. [31] Er nannte das ‚Über-Kreuz-Erleben‘, weil man dabei je nach Einstellung den Außen- und Innenweltgesichtspunkt einnehmen und sich gegenseitig beleuchten lernt. [32] Scherber ging es dabei nicht um die Beseitigung naturwissenschaftlich-technischer Entwicklungen, sondern um die Anregung, ihnen über die geisteswissenschaftliche Arbeitsmethode Seele und Geist, also Menschlichkeit einzuhauchen.

Seine entscheidende Entdeckung dabei war: Die wohlgeleitete meditative Verinnerlichung führe zu den schöpferischen Kräften, welche u. a. die äußere wahrnehmbare Welt hervorbrächten [33] So errang er sich allmählich einen seelischen Keimboden für die immer deutlicher von ihm zu erlebenden musikalischen und geistigen Inhalte [34]. Das frühere träumerische, also halb-bewusste Leben in einer "Musikhülle" und das Empfinden, "hinter die Wände" zu treten, klärten sich dadurch auf. Auch sein Rückzug aus der Öffentlichkeit kann u. a. damit begründet werden, dass er, bei der Fremdartigkeit seiner Einsichten für das populäre Bewusstsein, in dauernde Auseinandersetzungen hineingezogen worden wäre [35].

Der Komponist während der Zeit, als er an den Metamorphosen-Symphonien arbeitete, 1951-55.

Die musikalischen Träger für seine Orchesterwerke werden das alles zentrierende Thema, die sich aus ihm durch die gesamte Sinfonie fein webenden, polyphonen Metamorphosen, die strengen Rhythmen und die daraus aufsteigenden dissonierenden und konsonierenden Harmonien [36]. Da es sich hier, nach Scherber, um die künstlerische Verarbeitung des im Quellgebiet der Musik [37] Erlebten handelt, hat der Tonsetzer dafür zu sorgen, dass ein adäquater, vom Ganzen her durchwirkter, raum-zeitlich wahrnehmbarer musikalischer Organismus entstehen kann. Dieser wird zur tönenden Botschaft eines differenzierten, tatsächlich innerlich erfahrenen Kosmos. Daher rührt die von ihm eingesetzte Autorenformel "Sinfonie durch" nicht "Sinfonie von"[38].

In meiner II. lebe ich z. B. immer bewußt im ganzen Tongeschehen; sorgfältig wache ich, daß der geistige Faden nicht abreißt. D.h. daß es eine durchlaufend durchorganisierte Gestalt bleibt. Etwas den Weltwesen Abgelauschtes. Auf die Frage: Harmonie oder nicht, lasse ich mich gar nicht ein, weil ich ja Inhalte einfange, die wir heutigen Menschen eben noch nicht haben. Und um diese im Tonleib sich darleben zu lassen, brauche ich eben alles. Jedes Ausschließen von irgend etwas würde ja verarmen. Wer z.B. Harmonien ausschließt, kann ja bestimmte Dinge überhaupt nicht mehr aufleben lassen. Der Maler wäre in der gleichen Falle, wenn er z. B. die Gerade oder eine bestimmte Farbe nicht gebrauchen wollte. Der wahren Wirklichkeit gegenüber sind das Mätzchen! --- Ein technischer Apparat läßt sich mit dem gewöhnlichen Bewußtsein herstellen. Ein Kunstwerk, das den anderen Menschen in eine höhere Wirklichkeit weisen soll, kann nur aus einem höheren Bereich durch höheres Bewußtsein geholt werden. Bewußtsein – nicht Trieb, wie Schönberg [39] sagt.[40]

Scherbers Nähe zu Anton Bruckner ergibt sich aus der Verwandtschaft der inspirativen Erlebnisse. Bruckner ist und bleibt als Mensch und Komponist einmalig. Das mag mit seiner ganz persönlichen Konstitution, kulturellen Einbettung und Zeitgebundenheit zusammenhängen. Scherber sah einen Fortschritt darin, indem die von Bruckner instinktiv und ahnungsvoll erfassten Quellbereiche der Musik durch eine zusätzlich zur musikalischen Ausbildung sich vollziehende spirituelle Schulung ausgeschritten würden. Der erfahrene Inhalt rege dann selbst aus der Eigengesetzlichkeit des Zusammenklingens von Mensch und Welt eine passende musikalische Form an - hier: ein thematisch zentrierter, aus der klassischen Sinfonieform sich entwickelnder Sinfonieorganismus. Inhalt und Gestalt gingen dann konform.

Versuche, eine neue Sinfoniegestalt zu schaffen, gab es seit dem 19. Jahrhundert viele. Richard Wagner [41] u.a. äußerten schon die Absicht, einsätzige Sinfonien schreiben zu wollen. Von Allan Pettersson hörte man: "No one in the 50‘s noticed, that I am always breaking up the structures, that I was creating a whole new symphonic form." "Niemand nahm in den 1950er Jahren zur Kenntnis, dass ich ständig die [alten] musikalischen Formen aufbrach, dass ich [damit] eine gänzlich neue sinfonische Form schuf"[42] etc..

Für Scherber war die Sinfonie in ihrer durch die Jahrhunderte herangereiften musikalischen Universalität keine sich allmählich summierende, zufällige, experimentelle oder auslaufende Erscheinung, sondern der historisch auftönende Weg des menschlichen Ringens um die bewusste Teilnahme am Schöpfungsprozess der Welt. Jeder, ob Komponist, Interpret oder aktiver Hörer könne in der Musik gleichermaßen daran teilnehmen. Folgerichtig zeigen Scherbers Sinfonien Verwandtschaft mit den Werken und Intentionen der großen Schrittmacher des sinfonischen Klanges. Konnte man doch immer wieder von Komponisten, nicht allein von Ludwig van Beethoven, hören:

Es gehört Rhythmus des Geistes dazu, um Musik in ihrer Wesenheit zu erfassen: Sie gibt Ahnung, Inspiration himmlischer Wissenschaften, und was der Geist sinnlich von ihr empfindet, das ist die Verkörperung geistiger Erkenntnis.[43]

Der erst allmählich bekannter werdende Martin Scherber spielte durch seinen selbst gewählten Lebensstil im Musikleben seiner Zeit keine Rolle. Ende der 1960er Jahre plante er, erneut öffentlich aktiv zu werden. Ähnlich wie zur Zeit Gabriela Montero wollte er u.a. konzertieren und dabei über vom Publikum vorgeschlagene Themen improvisieren. Eine zunehmende Unkontrollierbarkeit der rechten Hand[44] und ein schwerer Unfall im Jahre 1970 verhinderte das.

Zeitgenossenschaft[Bearbeiten]

Scherber bewegte sich in einem anderen geistigen Umfeld als die auf Arnold Schönberg und Anton von Webern aufbauende Avantgarde der 1950er Jahre. Diese experimentierte u. a. auch mit technischen und elektronischen Medien. Das daran mit großer Begeisterung Erforschte verband sie mit konstruktiven Ideen oder Zufallsoptionen, was zu seriellen, aleatorischen und mit Verfremdungen arbeitenden Kompositionen führte. Ihr Ziel war der Ersatz der in der europäischen Klassik und Romantik kulminierenden und für ausgeschöpft erklärten Inspirationsquellen der Musik. Sie wollte die im tonalen Material empfundenen Zwänge hinter sich lassen und alle Musik aufbauenden Parameter auf wissenschaftlicher Basis durch selbst erfundene Behandlungsmethoden bestimmen. Darüber hinaus strebte man nach einer Weltmusik. Sie sollte durch die Aufnahme musikalischer Elemente aus möglichst vielen Kulturen – adäquat der die Erde umspannenden naturwissenschaftlich-technisch-industriellen Zivilisation – für alle Menschen als musikalische Heimat geschaffen werden. Wohl wurden nie gehörte Klänge und überraschende Effekte auch mit Hilfe völlig neuer grafischer Notationen erzeugt – doch es zeigte sich: Viele Musiker und Hörer weigerten sich, die auf diese Art hervorgebrachten Klangphänomene als die ihrem Wesen gemäße Zukunft der Musik zu akzeptieren. Das weltweite Konzertleben blieb der eigentlichen Klassik geneigt und folgte kaum den Vorstellungen, wie sie sich u.a. Karlheinz Stockhausen noch 1959 entsprechend seiner Aufbruchstimmung voller Optimismus ausmalte:

In zwanzig Jahren spricht keiner mehr von Bach und den Klassikern.[45]

Mit ihm hatte Scherber einen kurzen Briefwechsel. [46] Viele Komponisten der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert suchten zu Stockhausens Erstaunen wieder andere, durchaus individuell geprägte Wege. Für Scherber war jeder Ton eine von intellektuellen, emotionalen oder instinktiven Einflüssen freie Tat. Er bewegte sich in den von ihm aufgetanen Tonwelten ähnlich, wie ein Entdecker einen neuen Kontinent erkundet. Inneres Handeln verwob sich mit den Erlebnissen im Quellgebiet des Musikalischen. Er liebte und lebte Musik. Sie bewegte ihn, und er bewegte sie [47] Musik, die, wie er manchmal äußerte, jedem Menschen eingeschrieben sei, auch wenn dieses heutzutage noch nicht in die persönlichen Bewusstseine fiele – also Weltmusik wäre, welche sich aus dem inneren Zusammenklingen von Mensch und Kosmos ergäbe. Zur F-Moll-Sinfonie schrieb er im Jahre 1962 an Peter von Siemens:

Ich darf vielleicht [...] andeuten, daß gerade diese zweite Symphonie keine Komposition ist – sondern ein Mysterium – auch für mich! [...] Wie eine werdende Mutter erlebte ich den Vorgang des Hervorbringens – nur nicht so unbewußt; erlebte, wie jene Weltenmächte, die den Menschen schaffen, hörbar sich offenbaren wollten.[48]

Sein spiritueller Weg erlaubte ihm, die inneren und äußeren Beschränkungen an den Grenzsäumen menschlichen Erlebens langsam zu verschieben, sich also in einer typischen Pioniersituation zu bewegen. Er sprach darum, wie andere seiner Generation - beispielsweise auch Arnold Schönberg - jedoch mit dem angedeuteten Erfahrungshintergrund, von einem bewusst zu gestaltenden Neuanfang der Musik, einem tiefgreifenden Paradigmenwechsel beim Hervorbringen musikalischer Kunstwerke, der weit über die bisherigen klassischen Höhepunkte der Musik hinausführen würde und sah sich darin als Anfänger. Es ginge eben um das innerlich klare Betreten einer Neuen Welt – einer Quellwelt alles Schöpferischen, die – nicht allein für die Musik – unter bestimmten Bedingungen erreicht werden könne. Daher kommt wohl die Konsequenz, Stringenz und Intelligenz - und wohl auch die kontroverse Aufnahme seiner sinfonischen Sprache zu seinen Lebzeiten und heute.

Kritik[Bearbeiten]

  • „Diese Musik gehört verboten.“ (Hans Börnsen, 1957 nach der Uraufführung der Zweiten, A/BRK-N).
  • „...[ohne] musikalische Schöpferkraft[...]“ (Bruno Walter, Brief vom 25. April 1957 zur Dritten an den Komponisten (A/BRK-N)).
  • „So eine Musik wollen wir nicht!“ (Alfons Dressel, in den 1950er Jahren, A/BRK-N).
  • „In diesem fast einstündigen kolossalen Satz jedenfalls tritt die Metamorphose auf der Stelle. Bruckners geniales Wissen um Kontraste und Ergänzung in Harmonik und Bewegung hat sich trotz aller Meditation nicht offenbart. [...] Eine Musik [...] wenig ökonomisch im Einsatz der Mittel und von einer nicht zu überhörenden Langatmigkeit.“ (Peter T. Köster / Klassik heute 11/2001, zur Dritten).
  • Scherbers Sinfonie ist „[...]ein schöpferischer Widersinn“ [...] „Die Musik klebt an Bruckner so sehr, dass selbst der Begriff des Epigonen merkwürdig blass bleibt.“ [Das Werk ist] "am ehesten lästig in seiner Chimäre der Zeitlosigkeit[...]“ (Reinhard Schulz, NMZ 2001/2002, zur Dritten).
  • „[...] die Musik steht allzu sehr außerhalb unserer Zeit. Und dass sie sich keiner angemesseneren, angepassteren Tonsprache bedient, einer heute als ernsthaft verständlichen Sprache, erscheint mir als ihr größter Fehler, ja vielleicht ihr tödlicher. Sie ist ein absoluter Anachronismus.“ (Peter Huber, Brief vom 5. Mai 2005, A/BRK-N).


  • „Das ist ja wieder Musik! Aufführen lassen! [...]“ (Siegfried Horvath, in den 1950er Jahren, zur Ersten, A/BRK-N).
  • „[...] weit wie das Meer, nirgends konstruiert, immer interessant, nie intellektuell – und immer lebendig [...]“ (Karl Winkler, in den 1970er Jahren, zur Dritten, A/BRK-N).
  • „Der Komponist hat die Form der Gattung radikal erneuert, und das auf eine Art und Weise, welche die Wahrnehmung keineswegs erschwert[...]“ [...] „Um so erstaunlicher kam für mich die Symphonie Scherbers vor: sie ist modern und trotzdem nicht modern, sie ist zeitlos. Nur ein großer Geist konnte die üblichen, zur „Modernisierung“ der musikalischer Sprache führenden Wege souverän ignorieren und aus den eigenen Tiefen heraus eine Ausdrucksweise gestalten, die mit den so unmusikalischen Experimenten des Jahrhunderts nichts zu tun hat, und trotzdem absolut originell klingt. [...]“ (Georg Balan, Brief zur Dritten im Jahr 2004, A/BRK-N).
  • „[...] Man vermeint gar nicht mehr Musik zu hören, sondern Weltgeschehen, Schöpfungsgeheimnisse mitzuerleben[...]“ (Ludwig Hölzel, in den 1950er Jahren, A/BRK-N).

Sinfonieveröffentlichung[Bearbeiten]

1966 wurde in Krefeld der Bruckner-Kreis[49] von dem Dirigenten Fred Thürmer und Musikfreunden gegründet. Sein Fernziel war, sich um das Werk Martin Scherbers zu kümmern. Scherber selbst beabsichtigte die Metamorphosensinfonien erst nach seinem Tode zu veröffentlichen. Doch Ostern 1970 wurde von verschiedenen Seiten die Idee an ihn herangetragen, sein musikalisches Werk früher zu publizieren. Er stellte sich als Berater zur Verfügung, wohl wissend, dass diese Entscheidung einen erheblichen Einfluss auf sein Leben nehmen könnte. Die Faksimilepartituren der dritten und ersten Sinfonie erschienen daraufhin als unmittelbare Beiträge zum Nürnberger Albrecht Dürer-Jahr 1971. Die Drucklegung der F-Moll-Sinfonie folgte zwei Jahre später.

Unfall[Bearbeiten]

Ende Mai 1970 wurde Scherber während eines Spazierganges von einem Betrunkenen mit dem Auto überfahren. Der ehemals leicht und locker sich Bewegende war nun nach einem achtmonatigen Krankenhausaufenthalt als teilweise Gelähmter jahrelang auf den Rollstuhl angewiesen.[50] Unfallbedingt starb er schließlich an einer ärztlich nicht erkannten Zuckerkrankheit (Nierenversagen).

Werke[Bearbeiten]

Klavierwerke
  • Kultische Musik zu den Jahresfesten 1946–1951 (Streicher, Klavier)
  • Tänze für zwei Klaviere zu je vier Händen
  • ABC-Stücke für Klavier (ca. 1935–1965), UA: offen
  • Märchenmusiken (1930 verschollen, 1946)
Klavierbearbeitungen
  • Max Reger: Symphonischer Prolog für Großes Orchester von 1908 (1926)
  • Anton Bruckner: Sinfonien No. 3 bis 9, (1948-50)
  • Martin Scherber: Sinfonien No. 1 bis 3, (1951-55)
Sinfonische Musik
  • 1. Sinfonie in d-moll 1938, UA 11. März 1952 in Lüneburg; Lüneburger Sinfonie-Orchester, Dirigent Fred Thürmer; danach in 1952 überarbeitet.
  • 2. Sinfonie in f-moll 1951–1952, UA 24. Januar 1957 in Lüneburg; Niedersächsisches Sinfonie-Orchester Hannover, Dirigent Fred Thürmer
  • 3. Sinfonie in h-moll 1952–1955, UA offen (bisher nur als CD eingespielt)
Vokalwerke
  • Lieder mit Klavier (45 Vertonungen)
  • Goethelieder (1930), 7 Vertonungen
  • Stör’ nicht den Schlaf 1936 (Morgenstern)
  • Wanderers Nachtlied 1937 (Goethe)
  • Kinderliederzyklen 1930/1937 (Scherber (9), Brentano (18))
  • Hymne an die Nacht 1937 (Novalis)
  • Chöre a cappella (10) und Chöre mit Klavier oder Orchester (3 Stücke)
Texte
  • Von Urquellen wahrhaft moderner Kunst und der Allverbindung des vereinsamten Menschen (1972); im Anhang der Partitur zur Zweiten.
  • Warum heute wieder Märchen? (1972)
  • Aphorismen I + II (1976 und 1993)

Diskografie[Bearbeiten]

Große Metamorphosensinfonien

  • Sinfonie No. 3 in h-moll, 2001 bei col legno WWE 1 CD 20078; World Premiere Recording. Herausgeber: Peermusic Classical, Hamburg 2001.
  • Sinfonie No. 2 in f-moll, 2010 bei cascade Order No. 05116; am@do-classics. Herausgeber: Bruckner-Kreis Nürnberg 2010

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bernhard Scherber * 1. Dezember 1864 in Klein Tschachwitz bei Dresden - † 8. Juni 1941 in Nürnberg; Maria Scherber geb. Egloff * 20. Juli 1878 in Maxhütte/Oberpfalz - † 11. März 1963 in Nürnberg
  2. Booklet zur Sinfonie No. 3 in h-moll durch Martin Scherber, Peermusic classical, Hamburg/ col legno Bad Wiessee 2001, S. 7.
  3. Oberrealschule an der Löbleinstraße; heute: Hans-Sachs-Gymnasium Nürnberg z. B. Jahreszeugnis der Oberrealschule Nürnberg vom 2. April 1925
  4. Handschriftliches Zeugnis von Karl Winkler vom 22. Oct. 26; Archiv Bruckner-Kreis Nürnberg (Archiv-BRK-N)
  5. Handschriftliches Zeugnis von Maria Kahl-Decker vom 20.Oct. 1926 (Archiv BRK-N)
  6. Zeitungsausschnitt (Nürnberg): „Wohltätigkeitskonzert der Musikgesellschaft ‚Radetzky‘ zu Gunsten der Ruhrhilfe“ gez. Rogge (Archiv BRK-N)
  7. “Erster Klavierabend des jungen Komponisten und Klaviervirtuosen Martin Scherber, Nürnberg“ Es gelangten Werke von Mendelssohn, Schubert, Liszt, Beethoven und eigene Werke: "Rhapsodie in B-Moll"; "Thema mit 6 Variationen" zur Aufführung; letztere empfand Scherber 1935 als ungenügend und hat sie vernichtet (Archiv BRK-N)
  8. Martin Scherber: Autobiographische Notiz 2. Archiv Bruckner-Kreis Nürnberg (A/BRK-N).
  9. "Grandiose Goethefeier im Stadttheater" mit Prolog von Martin Scherber, Zeitung Aussig, 1932. Scherber versuchte sein ganzes Leben die Goethe’schen Anregungen zur Naturbetrachtung zu erüben und dadurch zu vertiefen. Die dabei notwendigerweise einhergehende Verinnerlichung des Naturerlebens führte ihn schließlich auf dem Gebiet der Musik zur Metamorphosensinfonik. Das kommt daher, weil bei genügend intensivem und emanzipiertem Innenleben sich alle menschlichen und natürlichen Wirksamkeiten entsprechend der von Scherber später entwickelten Arbeitsmethode des 'Über-Kreuz-Erlebens' verwandt zeigen. Sie, z. B. die plastischen Bildekräfte Goethes, welche er an der Pflanze entwickelte, und die musikalischen Wandlungskräfte Scherbers, die er auf dem Gebiete der inneren Musik fand, können sich gegenseitig befruchten, weil sie aus der allem gemeinsamen Schöpfungsquelle stammen.
  10. Hochschule für Musik und Theater München Jahresberichte Namenslisten S. 16-18. Und „Auszug aus dem Zensurbuche für das 1. Halbjahr 1925/26“; gez. Dr. Siegmund von Hausegger (Archiv BRK-Nürnberg)
  11. nach Hildegard Scherber-Tidecks von der Stadt Nürnberg oder München
  12. Die erste Bekanntschaft geschah mit der Schrift Steiners: „Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goethe’schen Weltanschauung mit besonderer Rücksicht auf Schiller“, 1886; z. Zt. 8. Auflage, Rudolf Steiner Verlag Dornach 2003; ISBN 978-3-7274-0020-9
  13. weitere elementare erkenntnistheoretische Grundlagen und Praxistipps im Werk Rudolf Steiners sind: Wahrheit und Wissenschaft. Vorspiel einer Philosophie der Freiheit. 1980, ISBN 3-7274-0030-7; und Philosophie der Freiheit - Grundzüge einer modernen Weltanschauung. 16. Auflage. 1995. ISBN 3-7274-0040-4. (Taschenbuch: 1992, ISBN 3-7274-6271-X) alle Schriften sind im Rudolf Steiner Verlag, Dornach, erschienen
  14. Martin Scherber Von Urquellen aller echten Kunst und der Allverbindung des vereinsamten Menschen. Partitur Sinfonie No. 2, Nürnberg 1973, Anhang, S. 277.
  15. Vertrag Stadttheater Aussig vom 15. September 1932 (A/BRK-N)
  16. Bühnennachweis, ausgestellt vom Direktor des Aussiger Stadttheaters 1929-33 Franz-Josef Delius, Köln vom 31. August 1934. (A/BRK-N)
  17. 1940-46: Bahnflak, Musikkorps, Sanitätsdienst, englische Gefangenschaft im Munster Lager –
  18. Anmeldebestätigung für die Erteilung von Privatunterricht im „Klavierspiel, Musiktheorie, Korrepetition, Dirigieren und Partiturlesen in Nürnberg, Schoppershofstr. 34“ - Stadtrat zu Nürnberg – Gewerbeamt vom 19. Oktober 1948 (Archiv BRK-N)
  19. Scherber erlebte durch seine besonderen Fähigkeiten das Kriegsgeschehen sehr vielschichtig. Auf der einen Seite die Wucht der aufeinanderprallenden ideologisch eingekleideten Emotionalitäten und auf der anderen Seite die Entfaltung von Freund-, Kameradschaften und Nächstenliebe. Daraus erwuchs ihm eine Disziplinierung, welche erlaubte, sich die innerlich erlebten musikalischen Prozesse allmählich weiter bewusst zu machen, um sie schließlich nach dem Krieg in fortgeschrittener sinfonischer Sprache zu artikulieren
  20. Faksimilepartitur Sinfonie No. 1 in d-Moll durch Martin Scherber. Druck Heinz Bosannek, Nürnberg 1971.
  21. Faksimilepartitur Sinfonie No. 2 in f-Moll durch Martin Scherber. Druck Heinz Bosannek, Nürnberg 1973.
  22. Faksimilepartitur Sinfonie No. 3 in h-Moll durch Martin Scherber. Druck Heinz Bosannek, Nürnberg 1971.
  23. Martin Scherber: Das ABC - Stücke für Klavier. Minden 1996.
  24. siehe Prof. George Balan; Ludwig Hölzel im Abschnitt ‚Kritik‘
  25. „Wer nämlich nicht ganz unfähig ist, der kann schnell so viel lernen, dass er solche Musik machen kann, wie diese sogenannten Modernen. Das wissen aber leider nur jene, die das eben können bzw. gelernt haben.“ Brief von Scherber an Dr. Kosel (Dramaturg am Opernhaus Nürnberg) vom 13. Juni 1967
  26. zur Atonalität „Wer etwas kann, braucht doch nicht atonal zu schreiben.“ Richard Strauss nach Scherber im Brief vom 15. Juni 1967 an Dr. Kosel
  27. Hinweise dazu bei Rudolf Steiner: Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten. 24. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1993, ISBN 3-7274-0100-1. (Taschenbuch: 1990, ISBN 3-7274-6001-6)
  28. Das gegenwärtig naturwissenschaftliche geprägte Zivilisationsbewusstsein arbeitet rational und sinnesorganbetont - mit zusätzlichen Verfeinerungen durch Messgeräte - in der ihm dafür zugänglichen Welt. Das führt zur umfassenden technischen, unter Umständen jedoch problematischen Beherrschung der Umwelt und mancher menschlicher Äußerungen, verschließt aber, so Scherber, die tieferen Seins- und Werdensbereiche (Erkenntnisgrenzen), in denen die eigentliche Musik zuhause ist.
  29. "Außer dem, was durch «geistiges Sehen» in diesem «Geisterlande» wahrzunehmen ist, gibt es hier noch etwas anderes, das als Erlebnis des «geistigen Hörens» zu betrachten ist. Sobald nämlich der «Hellsehende» aufsteigt aus dem Seelen- in das Geisterland, werden die wahrgenommenen Urbilder auch klingend. Dieses «Klingen» ist ein rein geistiger Vorgang. Es muß ohne alles Mitdenken eines physischen Tones vorgestellt werden. Der Beobachter fühlt sich wie in einem Meere von Tönen. Und in diesen Tönen, in diesem geistigen Klingen drücken sich die Wesenheiten der geistigen Welt aus. In ihrem Zusammenklingen, ihren Harmonien, Rhythmen und Melodien prägen sich die Urgesetze ihres Daseins, ihre gegenseitigen Verhältnisse und Verwandtschaften aus. Was in der physischen Welt der Verstand als Gesetz, als Idee wahrnimmt, das stellt sich für das «geistige Ohr» als ein Geistig-Musikalisches dar. (Die Pythagoreer nannten daher diese Wahrnehmung der geistigen Welt «Sphärenmusik». Dem Besitzer des «geistigen Ohres» ist diese «Sphärenmusik» nicht bloß etwas Bildliches, Allegorisches, sondern eine ihm wohlbekannte geistige Wirklichkeit.) Man muß nur, wenn man einen Begriff von dieser «geistigen Musik» erhalten will, alle Vorstellungen von sinnlicher Musik beseitigen, wie sie durch das «stoffliche Ohr» wahrgenommen wird. Es handelt sich hier eben um «geistige Wahrnehmung», also um eine solche, die stumm bleiben muß für das «sinnliche Ohr». "Theosophie" Rudolf Steiner Gesamtausgabe Band 9, Seite 123 (2003) der Schriften; ISBN 978-3-7274-0090-2 und als Taschenbuch Tb 615 ISBN 978-3-7274-6151-4
  30. Das heißt: mit geschulten Innenkräften den Übergang in die Objektwelt vollziehen, so dass die Subjektivität durch das erstarkte freie Selbstbewusstsein mit der Objektivität zusammengehen kann (Intuition), woraus schöpferische Handlungen auf wissenschaftlichen, künstlerischen und wirtschaftlichen Gebieten hervorgehen.
  31. Heute glaubt man, dass Erfindungen, künstlerische Werke, wissenschaftliche Leistungen, Wirtschaftsbetriebsführungen aus der mehr oder weniger genialen Phantasie einzelner Menschen hervorgehen und da im Extremfall wieder speziell an Gehirn- und Genfunktionen als Ursachen derselben gebunden sind, ohne die Hintergründe dieser produktiven Phantasie auf den einzelnen Lebensgebieten tatsächlich aufklären zu können.
  32. Diese Erlebnis- und Forschungsmethode hat z. B. Rudolf Steiner (1861-1925) in umfassender Weise wissenschaftlich-künstlerisch ausgebildet und darauf in seinen Schriften und Vorträgen aufmerksam gemacht; z. B. formulierte er schon 1893/94 in seinem philosophischen Grundwerk zum Erkennen und ethischen Handeln "Intuition ist das im rein Geistigen verlaufende bewußte Erleben eines rein geistigen Inhaltes." - Rudolf Steiner „Philosophie der Freiheit“ Gesamtausgabe Band 4, S. 146. Es ist hier nicht die landläufige Intuition gemeint, welche aus dem Unterbewussten heraus rätselhaft zutreffend wirken kann und nachträglich verstandes- bzw. vernunftgemäß in die Lebensverhältnisse eingeordnet werden muss.
  33. Dass hier mannigfache Kollisionen mit den heute herrschenden naturwissenschaftlichen und religiösen Weltanschauungen stattfinden, liegt in der Konsequenz dieser paradox erscheinenden Scherberschen Erfahrungen.
  34. Henning Kunze: Zur Dritten Symphonie von Martin Scherber. Booklet zur Dritten, Peermusic classical/col legno, 2001, S. 4-7.
  35. Versuche Scherbers mit Persönlichkeiten in Kultur, Wirtschaft und Politik in öffentlichen Gesprächsaustausch zu kommen, sind alle gescheitert - Adolf Hitler, Konrad Adenauer, Peter von Siemens, Karlheinz Stockhausen, Klaus Hashagen etc..
  36. Henning Kunze: Die Metamorphose als Wesenselement der Musik. In: Die Drei. 9/1990, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1990, S. 676-687, Hinweise auf die Zweite Sinfonie
  37. siehe Anmerkung 29
  38. Partituren der Sinfonien No. 1-3, jeweils S. 1.
  39. Arnold Schönberg: Harmonielehre. Universal Edition, Wien/Salzburg/Berlin 1911, S. 497 bzw. 1949 S. 500.
  40. Martin Scherber: Brief an Fred Thürmer vom 10. November 1951 (A-BRK-N)
  41. Richard Wagner "...am Ende seines Lebens. Er und Liszt sprachen in Venedig über einsätzige Symphonien, die vor allem Wagner gern noch schreiben wollte." (Martin Gregor-Dellin: Richard Wagner. Eine Biographie in Bildern - Das Bayreuther Werk in Richard Wagner: Werke, Schriften und Briefe, S. 51696 aus Digitale Bibliothek Publishing GmbH, Berlin, Band 107. Auch in den Tagebüchern von Cosima Wagner, Band 2 S. 827 - Digitale Bibliothek Band 107 Richard Wagner S. 40469)
  42. Paul Rapoport: Allan Pettersson. Stockholm 1981, S. 21.
  43. Bettina Brentano: Gespräche mit Beethoven. Josef Rufer: Bekenntnisse und Erkenntnisse - Komponisten über ihr Werk. Goldmann Verlag/Schott's Söhne, München 1981, ISBN 3-442-33055-6, S. 33. (TB 33055) (letzte Auflage April 1988)
  44. Erika Scherber berichtete 2008, dass Scherbers Vater Bernhard und Neffe Richard - ihr Mann - im Alter Parkinson bekamen. Vielleicht machten sich derartige Krankheitssymptome auch bei Martin Scherber bemerkbar? Er selbst hat es nie so artikuliert, sondern auf andere Ursachen zurückgeführt. Auch seine Umgebung, z. B die Schülerschaft bemerkte nichts davon.
  45. Michael Kurtz: Stockhausen. Eine Biographie. Bärenreiter, Kassel/Basel 1988, S. 93; Bach-Preis Träger 1995 - Bach-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg
  46. Karlheinz Stockhausen: Brief an Martin Scherber. vom 30. April 1972 (A/BRK-N) Wenn hier Stockhausen angeführt wird, so spielt eine Rolle, ob die Komponistenaussagen Phantastik oder Realität widerspiegeln. Scherber hatte Stockhausen angeboten, öffentliche Gespräche in Form eines Briefwechsels über das Komponieren und die Hintergründe der Musik zu führen. Stockhausen lehnte ab, da er im Musikmachen aufginge und nicht im Diskutieren. Auf theoretische Diskussionen legte Scherber auch keinen Wert. Da war er einig mit Stockhausen. Der Briefwechsel unterblieb.
  47. Als ihm nach dem Unfall Radiomusik zur Unterhaltung angeboten wurde, meinte er, er brauche sie nicht, da er innerlich in der Musik lebe.
  48. Martin Scherber: Brief an Peter von Siemens. vom 7. Juli 1962 (A/BRK-N)
  49. Heute: Bruckner-Kreis Nürnberg
  50. Abendzeitung. Nürnberg vom 7. September 1973, S. 1 und 5. Februar 1974, S. 9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Martin Scherber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien