Oberrealschule
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Die Oberrealschule war eine in Österreich mit Verordnung vom 2. März 1851 und in Preußen seit 1882 genehmigte lateinlose neunjährige Schule (davor Gewerbeschule), mit deren Reifezeugnis man ebenso studieren konnte wie mit dem des Realgymnasiums mit grundständigem Latein.
Eigentlich bezeichnet der Begriff Oberrealschule nur den oberen Teil (drei Jahresklassen) einer vollständigen Realschule, deren Unterbau auch als Unterrealschule für sich bestehen konnte.
Während in Österreich die Oberrealschulen die Bestimmung hatten, ihre Schüler ohne Benutzung der klassischen Sprachen unmittelbar für die technischen Hochschulen vorzubereiten, konnten die Absolventen der preußischen Schulen Mathematik, Naturwissenschaften und neue Sprachen für das höhere Lehramt mit Unterrichtsbefähigung für Realschulen studieren. Zusätzlich berechtigte das Reifezeugnis einer Oberrealschule noch ganz allgemein zum Studium aller naturwissenschaftlichen und technischen Fächer. Mit der Juni-Konferenz 1900 wurde in Preußen das Abitur der Oberrealschule für alle Studien (außer Theologie) gleichberechtigt.
Nach 1945 wurde die Oberrealschule als besondere Schulform aufgegeben, und die Einrichtungen in Deutschland gingen lediglich mit Namensänderungen in die Schulform des Gymnasiums über, häufig als mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium.
[Bearbeiten] Literatur
- Manfred Fuhrmann: Latein und Europa, Die fremdgewordenen Fundamente unserer Bildung, Die Geschichte des gelehrten Unterrichts in Deutschland von Karl dem Großen bis Wilhelm II., Köln, 1. Aufl. 2001, ISBN 3-7701-5605-6, 2. Aufl. 2001, ISBN 3-8321-7948-8

