Max Ophüls

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Max Ophüls (ˈɔp'hʏls, frz. 0fyls, eigentlich: Max Oppenheimer; * 6. Mai 1902 in St. Johann, seit 1909 ein Stadtteil von Saarbrücken; † 26. März 1957 in Hamburg) war ein bedeutender deutsch-französischer Film-, Theater- und Hörspielregisseur. Nach ihm ist der Max-Ophüls-Preis benannt, der seit 1980 alljährlich im Rahmen des gleichnamigen Filmfestivals in Saarbrücken an den deutschsprachigen Filmnachwuchs verliehen wird.

Leben[Bearbeiten]

Geburtshaus von Max Ophüls in der Försterstraße im Nauwieser Viertel in Saarbrücken

Ophüls (er nahm diesen Künstlernamen 1920 an) wurde in Saarbrücken als Sohn des jüdischen Textilkaufmanns Leopold Oppenheimer, Inhaber mehrerer Bekleidungskaufhäuser in Deutschland, und dessen Frau Helene geboren. Sein Geburtshaus in der Försterstraße im Nauwieser Viertel steht dort noch heute. Zunächst schlug Ophüls eine Laufbahn als Schauspieler ein. Er spielte am Theater Aachen (1921–1923), am Stadttheater Dortmund übernahm er erstmals die Regie. Ab 1925 arbeitete Ophüls zusätzlich für den Rundfunk. Außerdem war er 1925–1926 als Schauspieler am Wiener Burgtheater engagiert, führte Regie am Akademietheater und war Bühnenbildner. Am Burgtheater lernte er die Schauspielerin Hilde Wall (1894–1980) kennen, die 1926 seine Frau wurde.

Kurz nach der Premiere seiner vierten Inszenierung wurde Ophüls 1926 im Zuge des aufkommenden Antisemitismus gekündigt. Von 1928 bis 1930 arbeitete er als Regisseur in Breslau, wo er unter anderem Werke von Klabund, Bulgakow, Hauptmann, Lampel, Kleist und Wedekind inszenierte und dafür Anerkennung erfuhr. Anschließend kam er nach Berlin, wo er dem russischen Filmemacher Anatole Litvak bei der Dialogregie seiner Filme assistierte. 1931 drehte Ophüls seinen ersten Film Dann schon lieber Lebertran nach einer Originalgeschichte von Erich Kästner. Nach zwei weiteren Filmen im Jahr 1932 hatte Ophüls mit der Schnitzler-Verfilmung Liebelei (1932/1933) seinen Durchbruch als Filmregisseur.

Der Machtantritt der Nationalsozialisten machte es Ophüls unmöglich, in Deutschland weiter zu arbeiten. Er verließ Berlin kurz nach dem Reichstagsbrand am 28. Februar 1933 und ging mit seiner Familie nach Paris. 1938 wurde Max Ophüls französischer Staatsbürger, 1942 floh er nach Amerika. 1949 kehrte er von Los Angeles wieder nach Paris zurück. Er starb 1957 in Hamburg an einer Herzerkrankung und wurde in Paris auf dem Friedhof Père Lachaise begraben. Seine 1959 postum veröffentlichten Erinnerungen tragen den Titel Spiel im Dasein. Eine Rückblende.

Auch sein Sohn Marcel Ophüls wurde ein erfolgreicher Regisseur und Dokumentarfilmer.

Filmografie[Bearbeiten]

Grabmal von Max Ophüls auf dem Friedhof Père-Lachaise in Paris
  • 1931: Nie wieder Liebe (Dialogregie)
  • 1931: Dann schon lieber Lebertran (auch Drehbuch zusammen mit Emeric Pressburger und Erich Kästner)
  • 1932: Die verliebte Firma
  • 1932: Die verkaufte Braut, Verfilmung der gleichnamigen Oper von Bedřich Smetana
  • 1933: Lachende Erben (auch Mitautor des Drehbuchs)
  • 1933: Liebelei, nach Liebelei von Arthur Schnitzler (auch Mitautor des Drehbuchs)
  • 1934: Der gestohlene Millionär (On a volé un homme)
  • 1934: Eine Diva für alle (La signora di tutti) (auch Mitautor des Drehbuchs)
  • 1935: Divine (auch Mitautor des Drehbuchs)
  • 1935: La Valse brillante (en la b) de Chopin. Cinéphonie (Kurzfilm)
  • 1935: Ave Maria de Schubert. Cinéphonie (Kurzfilm)
  • 1935: Komödie ums Geld (Komedie om geld) (auch Mitautor des Drehbuchs)
  • 1936: Zärtliche Feindin (La Tendre Ennemie) (auch Mitautor des Drehbuchs)
  • 1937: Yoshiwara (auch Mitautor des Drehbuchs)
  • 1938: Werther, nach Die Leiden des jungen Werther von Johann Wolfgang von Goethe
  • 1939: Ohne ein Morgen (Sans lendemain) (auch Mitautor des Drehbuchs)
  • 1940: Von Mayerling bis Sarajewo (De Mayerling à Sarajevo)
  • 1941: L'École des femmes (auch Mitautor des Drehbuchs)
  • 1946/1950: Vendetta (Ko-Regie)
  • 1947: Der Verbannte (The Exile)
  • 1948: Brief einer Unbekannten (Letter from an Unknown Woman) nach Stefan Zweig, in der Schreibweise „Opuls“
  • 1948: Gefangen (Caught), in der Schreibweise „Opuls“
  • 1949: Schweigegeld für Liebesbriefe (The Reckless Moment), in der Schreibweise „Opuls“
  • 1950: Der Reigen (La Ronde), nach dem Arthur Schnitzler-Drama Reigen (auch Mitautor des Drehbuchs)
  • 1951: Pläsier (Le Plaisir) - drei Teile (auch Mitautor des Drehbuchs)
  • 1953: Madame de … - nach der Novelle von Louise de Vilmorin (auch Mitautor des Drehbuchs)
  • 1955: Lola Montez (Lola Montès) - Ko-Regisseur als Marcel Wall (auch Mitautor des Drehbuchs als „Max Ophuls“), mit Martine Carol und Oskar Werner
  • 1957: Montparnasse 19 (Les amants de Montparnasse) (nur Mitautor des Drehbuchs)

Hörspiele[Bearbeiten]

DVD[Bearbeiten]

  • 2010: Lola Montès - Second Sight, 110 Minuten. Französisch mit englischen Untertiteln. 70-minütige Dokumentation, Audiokommentar von Susan White

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Stern von Max Ophüls auf dem Boulevard der Stars in Berlin

Autobiografie[Bearbeiten]

  • Spiel im Dasein. Eine Rückblende. Goverts, Stuttgart 1959, 239 S. (unveränderter Nachdruck 1980, ISBN 3-921815-14-2)

Filmdokumentationen[Bearbeiten]

  • Max Ophüls – Den schönen guten Waren. Deutscher TV-Dokumentarfilm von Martina Müller, 1990
  • Das Leben: ein Karussell – Max Ophüls und sein Werk. Deutscher TV-Dokumentarfilm von Georg Bense, 2002

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Max Ophüls – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien