Meimbressen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.4052777777789.3536111111111234Koordinaten: 51° 24′ 19″ N, 9° 21′ 13″ O

Meimbressen
Gemeinde Calden
Höhe: 234 m
Fläche: 6,44 km²
Einwohner: 920 (1. Jan. 2011)
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 34379
Vorwahl: 05677
Meimbressen; im Hintergrund der Kleine Dörnberg, 2004

Meimbressen ist ein Ortsteil der Gemeinde Calden im Landkreis Kassel (Nordhessen, Deutschland).

Blick vom Kirchturm auf Meimbressen

Geografie[Bearbeiten]

Meimbressen liegt etwa 14 km (Luftlinie) nordwestlich der Kasseler Innenstadt im Tal der Nebelbeeke, die von ihrer Quelle am Fuß des Hohen Dörnberg nach Nordwesten bis zu ihrer Mündung in die Warme in Obermeiser fließt.

Dort befindet es sich an der Landesstraße von Ahnatal über Fürstenwald, Ehrsten und Westuffeln nach Obermeiser. In der Nähe verläuft die den Ort weiträumig umgehende Bundesstraße 7 von Calden nach Westuffeln; über diese Bundesstraße besteht Anbindung nach Kassel. Der nächste Bahnhof befindet sich in Fürstenwald.

Meimbressen zerfällt geographisch in drei Teile. Der alte Ortskern um die Kirche liegt auf einer Hangkante des Lindenbergs oder darunter. Nach Osten - in Richtung Calden - schließt sich jenseits des Friedhofs das Neubaugebiet der 1950er und 1960er Jahre an. Nach Norden liegt das Neubaugebiet der 1980er Jahre, das noch immer nicht vollständig bebaut ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Die alte Schule

Meimbressen gehört zu den ältesten Dörfern Hessens. Der Name taucht bereits im 10. Jahrhundert in Aufzeichnungen des Klosters Fulda auf. Im Jahr 1107 wird es als Villa Juris Regii, als Königsdorf bezeichnet. Der Name leitet von einem Adligen namens Mainbracht her.

Die Kirche war zunächst eine selbständige Kirche St. Bonifacii, gehörte dann aber bald zu Ehrsten. Die Maueranlagen des Lindenberges, auf dem die Kirche steht, deuten auf eine Befestigung, vielleicht eine Burg hin. Details sind unbekannt.

Meimbressen mit romanischer Kirche, im Vordergrund der jüdische Friedhof

Bereits im 14. Jahrhundert siedelt der lokale Grundherr so genannte Schutzjuden an. Seit dieser Zeit waren die Adelsfamilien von Gudenberg und Wolff von Gudenberg die Grundherren im Dorf. Auf den Grundmauern einer von Tillys Truppen im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) verwüsteten Burganlage wurde der Junkernhof erbaut.

1915 erhielt das Dorf elektrischen Strom, 1927 eine neue Wasserleitung, die den offenen Brunnen überflüssig machte, im gleichen Jahr wurde die erste Buslinie nach Kassel eingerichtet. 1938 verließen die letzten Juden den Ort, nachdem die 1842 gebaute Synagoge während der Novemberpogrome 1938 verwüstet worden war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Einwohner auf fast 900, vor allem durch den Zustrom von Heimatvertriebenen. In den 1950ern wurde ein erstes Neubaugebiet ausgewiesen. 1967 wurde die Dorfschule geschlossen. Mit Wirkung vom 31. Dezember 1970 ging Meimbressen im Zuge der hessischen Gebietsreform in der Gemeinde Calden auf.[1]

In Meimbressen wurde im August 2006 das 1100-jährige Bestehen des Ortes gefeiert.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Meimbressen besitzt keine nennenswerte eigene Wirtschaft und kaum Arbeitsplätze. Einige Handwerksbetriebe, eine Kneipe sowie noch zwei Vollerwerbslandwirte prägen die Dorfwirtschaft. Der letzte Bäcker hat im Dezember 2005 seinen Laden geschlossen. Seitdem ist es nicht mehr möglich, im Dorf einzukaufen. Die Mehrheit der Einwohner arbeitet in Kassel.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Meimbressen besitzt eine romanische Wehrkirche, die sich an der steilsten Stelle der das Dorf durchziehenden Hangkante des Lindenbergs über den Dorfkern erhebt. Dieser Berg fällt durch starke Befestigungsmauern auf.

Weiterhin sind zwei große Adelssitze zu nennen. Der eine, ein Vollerwerbshof, ist ein relativ schmuckloser Zweck-Fachwerkbau. Der andere, der „Junkernhof“, ohne weitere Ländereien, ist ein bemerkenswerter Fachwerkbau, der sich auf den Grundmauern einer im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Burg erhebt. Vom „Hellen Platz“ und vom Mühlenberg hat man eine wunderbare Aussicht auf das Tal der Nebelbeeke und die Dorflage.

Der jüdische Friedhof von Meimbressen
Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten]

Der Jüdische Friedhof liegt am Ortsrand von Meimbressen. Er ist mit 7.230 m² einer der größten jüdischen Friedhöfe Nordhessens. Die ältesten Grabsteine stammen aus der Zeit um 1700. Der Friedhof ist ein geschütztes Kulturdenkmal

Musik[Bearbeiten]

  • Spielmannszug Meimbressen - eine Sparte des TuS Meimbressen e.V.. Der Spielmannszug Meimbressen feierte im Jahr 2012 sein 100-jähriges Bestehen. Unter der Stabführung von Bernd Neutze wird das Repertoire der ca. 25 Trommeln und Pfeifen stetig erweitert.[2]
  • Musikverein Harmonie Meimbressen. Die Mitglieder der „Harmonie“ kommen aus allen Caldener Ortsteilen. Neben der typischen Volksmusik spielen die Musiker auch Werke zeitgenössischer Blasmusik. Die „Harmonie“ war bereits auf dem Musikantenstadl von Andy Borg vertreten und feierte im Jahr 2012 ihr 40. Jubiläum. [3]
  • Männergesangverein Meimbressen
  • Original Schloppetaler Musikanten. Die Schloppetaler, oder die „Oberkrainer aus Nordhessen“, spielen in der original Oberkrainer-Besetzung mit Klarinette, Trompete, Akkordeon, Bariton und Gitarre bekannte Lieder im Oberkrainerstil. [4]

Sport[Bearbeiten]

Im Ort ansässig ist der Turn und Sportverein Meimbressen 1908 e.V. Dieser hat 7 Sparten und knapp 400 Mitglieder. Vereinsheim ist die Gaststätte Bornmann. Meimbressen verfügt dabei über einen Sportplatz und eine kleine Turnhalle, die in den 70er Jahren in Eigenleistung entstand.

Literatur[Bearbeiten]

  • Geschichtskreis 1100-Jahrfeier Meimbressen. Verein für hessische Geschichte und Landeskunde e.V. 1834 Kassel, Zweigverein Hofgeismar (Hrsg.): Dorfchronik Meimbressen. Grunewald. Kassel, 2006

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erlass des Hessischen Ministers des Innern vom 5. Januar 1971 — IV A 1 — 3 k 08/05 (66) — 11/70 — Betrifft: Zusammenschluß der Gemeinden Calden und Meimbressen im Landkreis Hofgeismar zur Gemeinde „Calden“ (StAnz. 3/1971 S. 109)
  2. Webseite des Spielmannszuges
  3. Webseite Harmonie
  4. Webseite Schloppetaler