Landkreis Kassel
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Hessen |
| Regierungsbezirk: | Kassel |
| Verwaltungssitz: | Kassel |
| Fläche: | 1.292,76 km² |
| Einwohner: |
236.986 (31. Dez. 2010)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 183 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | KS |
| Kreisschlüssel: | 06 6 33 |
| NUTS: | DE734 |
| Kreisgliederung: | 29 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Wilhelmshöher Allee 19-21 34117 Kassel |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Uwe Schmidt (SPD) |
| Lage des Landkreises Kassel in Hessen | |
Der Landkreis Kassel ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Kassel in Nord-Hessen. Nachbarkreise sind im Norden der niedersächsische Landkreis Northeim, im Osten der niedersächsische Landkreis Göttingen und der Werra-Meißner-Kreis, im Süden der Schwalm-Eder-Kreis, im Westen der Landkreis Waldeck-Frankenberg und im Nordwesten der nordrhein-westfälische Kreis Höxter. Die kreisfreie Stadt Kassel (Sitz des Landkreises) liegt mitten im Kreisgebiet und ist fast ganz vom Landkreis Kassel umgeben.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Das Kreisgebiet umfasst das Kasseler Becken und das Wolfhagener Becken, welche durch das Habichtswälder Bergland mit dem Herkules (515 m) abgetrennt werden. Im Osten des Kreises fließt die Fulda von Süden kommend durch Kassel. Anschließend fließt sie, ab Hann. Münden als Weser, um den Reinhardswald herum, bildet dabei in großen Teilen die Grenze zu Niedersachsen und verlässt im äußersten Norden bei Bad Karlshafen wieder das Kreisgebiet.
[Bearbeiten] Geschichte
Große Teile des heutigen Kreisgebietes sind deckungsgleich mit dem Kernsiedlungsraum der germanischen Chatten, den Urvätern der Hessen. Das heutige Kreisgebiet war im frühen Mittelalter zwischen verschiedenen Herrschaften (Hessen, Mainz, Paderborn, Köln und Braunschweig) umstritten. Doch kam das ganze Gebiet sehr bald nach Konstituierung der Landgrafschaft Hessen unter einheitliche Oberhoheit und dann später zu Hessen-Kassel, welches Anfang des 19. Jahrhunderts zum Kurfürstentum Hessen erhoben wurde. 1866 wurde das Kurfürstentum Hessen von Preußen annektiert und zusammen mit dem ebenfalls annektierten Herzogtum Nassau und der Freien Stadt Frankfurt zur Provinz Hessen-Nassau vereinigt. In Kurhessen, ab nun der Regierungsbezirk Kassel, entstanden die Kreise Kassel, Hofgeismar und Wolfhagen. Letztere wurden im Rahmen der hessischen Kreisreform mit Wirkung vom 1. August 1972 zum neuen Landkreis Kassel vereinigt. Lediglich Volkmarsen im Landkreis Wolfhagen fiel an den Landkreis Waldeck-Frankenberg.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten und Tourismus
Zahlreiche Figuren und Orte aus den Märchen der Brüder Grimm haben ihren Ursprung in der Gegend um Kassel. So wird das Märchen von Dornröschen auf der Sababurg im Reinhardswald, das von Rapunzel auf der Trendelburg verortet. Daher wird der Landkreis Kassel auch als „Märchenland der Brüder Grimm“ vermarktet. Die Region bildet das Zentrum der Deutschen Märchenstraße.
Neben der Stadt Kassel mit den Parks Karlsaue und Bergpark ist auch der Landkreis Kassel mit drei Gärten stark im European Garden Heritage Network vertreten, diese sind die Parks der Schlösser Schloss Wilhelmsthal (Calden) und Schloss Escheberg und Sababurg.
[Bearbeiten] Tourismus
Der Tourismus hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig für den Landkreis Kassel entwickelt. Insbesondere die über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft mit historischen Fachwerk-Orten sowie die ausgedehnten Naturlandschaften des Reinhardswaldes und des Habichtswaldes werden von zahlreichen Touristen aufgesucht.
Seit einigen Jahren besteht ein wachsender Aktivtourismus. Die Radwege entlang von Weser, Fulda und Diemel, der Hessische Fernradweg R 4 sowie der Herkules-Wartburg-Radweg durchqueren den Landkreis. Das Angebot an Fernwanderwegen setzt sich aus Habichtswaldsteig, Grimmsteig, Weserberglandweg sowie Märchenlandweg zusammen. An zahlreichen Orten gibt es sogenannte Eco-Pfade. Dabei handelt es sich um Wanderwege, an denen alle wichtigen Sehenswürdigkeiten liegen, und mit Hinweistafeln und zusätzlich auf einer Website erläutert werden[2]. Beliebt sind auch Kanutouren auf Weser, Fulda und Diemel.
Mit dem Kneippkurort Naumburg, dem Mineralheilbad Bad Emstal und dem Soleheilbad Bad Karlshafen existieren drei anerkannte Kurorte im Landkreis Kassel.
Im Jahr 2010 gab es im Landkreis Kassel 164 statistisch erfasste Übernachtungsbetriebe mit insgesamt 5.275 Betten. Auf diese entfielen 279.941 Gästeankünfte und 689.229 Übernachtungen, was einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 2,5 Tagen entspricht. Die meisten Gäste stammen aus der Bundesrepublik Deutschland, 8,1% kamen aus dem Ausland[3]. Die wichtigsten Herkunftsländer waren die Niederlande, das Vereinigte Königreich und die skandinavischen Staaten.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Kreistag
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[4]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
|
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 48,0 | 39 | 51,5 | 42 |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 26,2 | 21 | 31,3 | 25 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 14,5 | 12 | 8,1 | 7 |
| FW | Freie Wähler | 3,2 | 3 | – | – |
| LINKE | Die Linke | 3,0 | 2 | - | - |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 2,3 | 2 | 4,6 | 4 |
| Tierschutzpartei | Partei Mensch Umwelt Tierschutz | 1,6 | 1 | – | – |
| PIRATEN | Piratenpartei Deutschland | 1,3 | 1 | – | – |
| WASG | Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative | - | - | 4,4 | 3 |
| Gesamt | 100,0 | 81 | 100,0 | 81 | |
| Wahlbeteiligung in % | 52,5 | 50,2 | |||
[Bearbeiten] Landräte
- 1868 - ? Ernst von Weyrauch
- 1933–1934: Fritz Lengemann (NSDAP)
- 1951–1972: Josef Köcher (SPD)
- 1. August 1972–18. Dezember 1974: Dr. Herbert Günther (SPD)
- 19. Dezember 1974–6. Februar 1981: Dr. Gerhard Arnold (SPD)
- 7. Februar 1981–30. Juni 1991: Willi Eiermann (SPD)
- 1. Juli 1991−30. Juni 2009: Dr. Udo Schlitzberger (SPD)
- ab 1. Juli 2009: Uwe Schmidt (SPD)
[Bearbeiten] Wappen
Blasonierung: „Von Blau und Gold schräglinks geteilt: oben der golden gekrönte und bewehrte, wachsende hessische Löwe; unten drei fächerförmig gestellte grüne Eichenblätter, denen zwei hintereinander liegende, schräglinks gestellte schwarze Wolfsangeln aufgelegt sind“ (Wappen-Verleihung 9. Mai 1975).
Der hessische Löwe symbolisiert die Zugehörigkeit zu Hessen (Residenzstadt Kassel), die Eichenblätter weisen auf eine landschaftliche Begebenheit im Reinhardswald hin, wonach der Hl. Bonifatius die Eiche des Gottes Donar gefällt haben soll, um die Überlegenheit des Christentums zu demonstrieren. Die Eiche befand sich auch im Wappen des Altkreises Hofgeismar. Die Wolfsangeln stehen für den Altkreis Wolfhagen, dessen früheres Wappen einen schwarzen Wolf zeigte, das ein Sonderwappen der Herrschaft Wolfhagen war.
[Bearbeiten] Partnerregionen
- Waldviertel, Österreich (Bundesland Niederösterreich)
- Provinz Forlì-Cesena, Italien (Region Emilia-Romagna)
- Csepel-Insel, Ungarn
- Jaroslawl, Russland (Oblast Jaroslawl)
- Bistriţa-Năsăud, Rumänien
- Dane County, USA (Wisconsin)
[Bearbeiten] Verkehr
[Bearbeiten] Straßen
Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 7 (Würzburg–Kassel–Hannover), 44 (Kassel–Dortmund) und 49 Kassel–Borken (Hessen). Ferner erschließen mehrere Bundesstraßen und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 7, B 83, B 251 und die ehemalige B 520.
[Bearbeiten] Öffentlicher Verkehr
Der Landkreis Kassel gehört zum Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV).
Mehrere Eisenbahnlinien führen sternförmig nach Kassel:
- von Norden die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn mit den Bahnhöfen Liebenau (Bz Kassel), Hofgeismar-Hümme, Hofgeismar, Grebenstein, Immenhausen, Espenau-Mönchehof und Vellmar-Obervellmar,
- von Nordosten die Halle-Kasseler Eisenbahn mit den Bahnhöfen Fuldatal-Ihringshausen und Vellmar-Niedervellmar,
- von Süden die Main-Weser-Bahn mit den Bahnhöfen Baunatal-Guntershausen und Baunatal-Rengershausen,
- von Westen die Bahnstrecke Volkmarsen–Vellmar-Obervellmar mit den Bahnhöfen Wolfhagen, Altenhasungen, Oberelsungen, Zierenberg-Rosental, Zierenberg, Fürstenwald, Weimar, Heckershausen und Vellmar-Obervellmar.
Die Stadt Baunatal wird zudem durch die Kasseler Straßenbahnlinien 5 und 7 erschlossen, die Gemeinden Kaufungen, Helsa und Hess. Lichtenau durch die Linie 4. Seit Oktober 2011 ist die Stadt Vellmar ebenfalls in das interkommunale Straßenbahnnetz integriert, die Strecke wird durch die Linie 1 bedient. Die RegioTram verbindet seit August 2007 die Kasseler Innenstadt mit den Mittelzentren Wolfhagen, Melsungen, Warburg (Westfalen), Hofgeismar und Schwalmstadt-Treysa.
Am nördlichen Rand wird der Landkreis von der Sollingbahn in Bad Karlshafen und der Bahnstrecke Göttingen–Bodenfelde in Vernawahlshausen bedient. Zudem verbinden zahlreiche Buslinien die Gemeinden des Landkreises untereinander und mit der Stadt Kassel.
Siehe auch: Eisenbahnen in Nordhessen, RegioTram Kassel.
[Bearbeiten] Flughafen
Mit dem Flugplatz Kassel-Waldau gab es seit 1924 einen Flugplatz mit internationalen Verbindungen. 1970 wurde dieser nach Eröffnung des neuen Flughafen Kassel-Calden geschlossen. Gegenwärtig wird dieser ausgebaut, eine Fertigstellung des Ausbaus ist für 2013 geplant.
[Bearbeiten] Städte und Gemeinden
(Einwohner am 31. Dezember 2010[5])
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[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010 (Hilfe dazu)
- ↑ Webpräsenz Eco-Pfade
- ↑ [www.statistik-hessen.de]
- ↑ Wahlergebnis auf hsl.de
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010
[Bearbeiten] Weblinks
- Erlebnisregion Kassel-Land - Tourismuswebseite
- Links zum Thema Landkreis Kassel im Open Directory Project
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1932 aufgelöst: Landkreis Fritzlar | Landkreis Homberg | Kreis Kirchhain | Kreis Gersfeld | 1932 abgegeben: Landkreis Grafschaft Schaumburg
1942 aufgelöst: Kreis der Eder | Kreis des Eisenbergs | Kreis der Twiste | 1944 abgegeben: Landkreis Herrschaft Schmalkalden
