Meine Lieblingsfrau

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Filmdaten
Deutscher Titel Meine Lieblingsfrau
Originaltitel My Favorite Wife
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1940
Länge 89 Minuten
Stab
Regie Garson Kanin
Drehbuch Sam Spewack, Bella Spewack
Produktion Leo McCarey für RKO
Musik Roy Webb
Kamera Rudolph Maté
Schnitt Robert Wise
Besetzung

Meine Lieblingsfrau (OT: My Favorite Wife), in Österreich und später auch in Deutschland unter dem Titel Meine liebste Frau veröffentlicht, ist eine Screwball-Comedy mit Irene Dunne und Cary Grant unter der Regie von Garson Kanin aus dem Jahr 1940. Als Inspiration für die Handlung diente das Gedicht Enoch Arden von Alfred Tennyson. 1963 wurde die Handlung mit Doris Day und James Garner unter dem Titel Eine zuviel im Bett neu verfilmt.

Handlung[Bearbeiten]

Ellen Arden war nach einem Schiffsunglück sieben Jahre verschollen. Jetzt kehrt sie überraschend zurück nach Amerika und zu ihrem Ehemann Nick Arden. Nick, der seine Frau für tot erklären ließ, hat gerade Bianca geheiratet, als er plötzlich vor der sehr lebendigen Ellen steht. Nick liebt Ellen noch immer, hat jedoch Schwierigkeiten seiner neuen, zweiten Frau die ungewohnten Situation zu erklären. Dann stellt sich heraus, dass Ellen nicht, wie von ihr behauptet, allein auf der einsamen Insel war, sondern in Begleitung des sehr attraktiven und reichen Stephen Burkett, der ihr immer noch den Hof macht. Nach einigen Verwicklungen finden Ellen und Nick wieder zueinander und die Ehe mit Bianca wird annulliert.

Hintergrund[Bearbeiten]

Leo McCarey hatte bereits 1937 bei der Screwball Comedy Die schreckliche Wahrheit mit den beiden Schauspielern Irene Dunne und Cary Grant in den Hauptrollen Regie geführt. Es fehlte in der Folgezeit nicht an Versuchen, die beiden Stars wieder gemeinsam vor die Kamera zu holen. 1938 scheiterte der Plan von Harry Cohn, mit Irene Dunne und Cary Grant Die Schwester der Braut zu drehen, am Widerstand von Regisseur George Cukor, der auf Katharine Hepburn bestand. Ebenso wenig war der Versuch erfolgreich, die beiden Schauspieler für Sein Mädchen für besondere Fälle zu gewinnen. Die Rolle ging schließlich an Rosalind Russell. Am Ende schaffte es Leo McCarey, mit Dunne und Grant in seiner Fassung von Lord Alfred Tennysons Gedicht Enoch Arden wieder zu vereinigen, allerdings erst, nachdem die ursprünglich vorgesehene Jean Arthur die Rolle abgelehnt hatte. Das Drehbuch verändert die Ausgangssituation und lässt die Ehefrau statt des Ehemanns auf der einsamen Insel stranden. Ursprünglich wollte McCarey selbst Regie führen, doch ein Autounfall unmittelbar vor Drehbeginn verhinderte den Plan. Stattdessen übernahm der Drehbuchautor Garson Kanin die Verantwortung für die Umsetzung. Die beiden Stars drehten kurze Zeit später ihren dritten und letzten gemeinsamen Film, die melodramatische Romanze Akkorde der Liebe.

Der Stoff wurde in der Folgezeit noch mehrfach adaptiert. Eine nur dünn kaschierte Version lief nahezu zeitgleich mit Meine liebste Ehefrau unter dem Titel Ein Ehemann zuviel und präsentierte Jean Arthur als Frau mit zwei Ehemännern, nachdem Fred MacMurray nach jahrelanger Abwesenheit zurückkehrt und sie in der Zwischenzeit Melvyn Douglas geheiratet hat. 1962 scheiterte der Versuch, mit Marilyn Monroe und Dean Martin ein erneutes Remake unter dem Titel Something’s Got to Give zur Vollendung zu bringen. Am Ende wurde das Projekt mit Doris Day und James Garner 1963 neu verfilmt und als Eine zuviel im Bett in die Kinos gebracht.

Kinoauswertung[Bearbeiten]

Mit Kosten von 921.000 US-Dollar war Meine Lieblingsfrau ein für RKO-Verhältnisse teure Produktion. An der Kinokasse erwies sich der Film als erfolgreich und spielte am Ende insgesamt 2.057.000 US-Dollar ein. Ein Profit von 505.000 US-Dollar machte Meine Lieblingsfrau zum zweiterfolgreichsten Film des Jahres für RKO.

Kritiken[Bearbeiten]

Die Kritiker lobten die schwungvolle Inszenierung und das harmonische Spiel der beiden Stars. Die New York Times war der Ansicht:

„[Der Film] ist eine Art von Zuflucht, wo wir in diesen Tagen allesamt Entspannung finden können – eine wahrhaft sorglose Farce, ein Rondo leicht anzüglicher Zweideutigkeiten und ein insgesamt herzlicher Film, in dem Cary Grant und Irene Dunne sich auf die charmanteste Art gegenseitig verfolgen.“[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film ging mit drei Nominierungen in die Oscarverleihung 1941, ohne einen der Preise zu gewinnen:

  • Beste Filmmusik – Roy Webb
  • Bestes Szenenbild (Schwarzweißfilm) – Van Nest Polglase, Mark-Lee Kirk
  • Bestes Originalgeschichte – Leo McCarey, Bella Spewack, Sam Spewack

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [The picture] is the sort of refuge we all can find pleasure in these days—a frankly fanciful farce, a rondo of refined ribaldries and an altogether delightful picture with Cary Grant and Irene Dunne chasing each other around most charmingly in it.