Sein Mädchen für besondere Fälle

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Filmdaten
Deutscher Titel Sein Mädchen für besondere Fälle
Originaltitel His Girl Friday
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1940
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Howard Hawks
Drehbuch Charles Lederer
Musik Sidney Cutner,
Felix Mills
Kamera Joseph Walker
Schnitt Gene Havlick
Besetzung

Sein Mädchen für besondere Fälle (eng. His Girl Friday) ist eine US-amerikanische Screwball-Komödie aus dem Jahr 1940. Sie basiert auf dem Theaterstück Reporter (Originaltitel: The Front Page) von Ben Hecht und Charles MacArthur. Cary Grant und Rosalind Russell spielen in dem Film die Hauptrollen, Howard Hawks führte Regie.

Handlung[Bearbeiten]

Walter Burns, ein charmanter Zeitungsherausgeber und Reporter, versucht seine Ex-Frau Hildy Johnson zurückzubekommen. Hildy ist seit einigen Wochen mit Bruce Baldwin, einem höflichen Mann aus dem Versicherungswesen, verlobt. Hildy und ihr Verlobter Bruce wollen am nächsten Tag in Albany heiraten. Am Vortag der geplanten Hochzeit reicht sie ihre Kündigung ein und wirft ihrem Ex-Mann alle Fehler vor, die er in den letzten Jahren gemacht hat. Walter, der sie als Journalistin und Frau sehr schätzt, trifft sich mit Hildy und ihrem Verlobten in einem Restaurant. Im Restaurant schlägt er ihnen ein Geschäft vor, das sie annehmen: Walter schließt bei Bruce eine Lebensversicherung ab, während Hildy den Todeskandidaten Earl Williams im Gefängnis interviewt. Earl Williams hat vor einigen Wochen einen Menschen erschossen und soll am nächsten Morgen hingerichtet werden.

Nachdem sie sich mit Earl im Gefängnis unterhalten hat, begibt sie sich ins Pressezimmer im Schwurgericht, um einen Bericht über Earl zu schreiben. Dieser Bericht soll den umstrittenen Fall nochmals aus einer anderen Sicht wiedergeben. Hildy behauptet, dass Earl unter psychischen Problemen leide und deshalb nicht hingerichtet werden könne.

Am selben Nachmittag erhält Bruce einen Scheck über 2.500 Dollar für die Beglaubigung der Lebensversicherung. Bruce versteckt diesen Scheck in seinem Hut, weil es ihm Hildy geraten hat. Als er das Gebäude verlässt, wird er bestohlen. Bruce meldet dies im Polizeirevier und ruft seine Verlobte an, die aus Wut den Bericht über Earl Williams zerreißt. Sie weiß sofort, dass der Dieb von Walter engagiert wurde, um den Scheck zurückzubekommen.

Am Abend begibt Earl sich zu einer psychiatrischen Untersuchung. Dr. Max J. Eggelhoffer und Sheriff Peter B. „Pinky“ Hartwell wollen nun klären, ob Earl wirklich psychische Probleme hat. Sie geben ihm einen Revolver, damit er sich in die Tat hineinversetzen kann. Hildy hat ihm bei seinem letzten Besuch vor ein paar Stunden gesagt, dass die Waffe zum Schießen da sei. Als Earl den Revolver in den Händen hält, schießt er Sheriff Pinky Hartwell an und flieht.

Zur gleichen Zeit verlässt Bruce das Polizeirevier und steigt in das Taxi ein. Ein paar Minuten später ist er erneut im Gefängnis, da er angeblich die blonde Taxifahrerin belästigt hat. Die Taxifahrerin wurde auch von Walter engagiert, um ihn ins Gefängnis zu bringen.

Hildy fängt erneut mit dem Artikel über Earl Williams an. Einige Zeit später taucht Earl am Fenster im Pressezimmer auf. Er hält den Revolver in der Hand und zielt auf sie. Als die Pressemänner an die verschlossene Tür zum Pressezimmer klopfen, versteckt Earl sich in einem Schreibtisch. Nachdem die Pressemänner wieder gegangen sind, erscheinen Bruce und Molly Malloy im Pressezimmer. Molly hat ihm am Tag vor dem Mord geholfen, als er hilflos im Regen stand.

Die Presse taucht nach einigen Momenten wieder auf und befragt Molly nach dem Aufenthaltsort von Earl. Molly weigert sich und springt aus dem Fenster. Durch ein ungeschicktes Geräusch macht sich Earl bemerkbar. Er wird herausgeholt und ins Polizeirevier zurückgeschickt. Im selben Moment erscheint Bruce, um mit Hildy den Zug um neun Uhr zu nehmen. Hildy weist ihn jedoch gedankenlos ab und schreibt an dem Artikel weiter. Als sie den Artikel verfasst hat, wird ihr klar, dass sie Walter immer noch liebt.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Die Besetzung des Films war schwierig. Die weibliche Hauptrolle wurde abgelehnt von Irene Dunne (die Studioboss Harry Cohn sehr mochte), Katharine Hepburn (die er nicht mochte), Margaret Sullavan, Jean Arthur (die stattdessen Arizona drehte) und Carole Lombard. Die Wahl fiel auf Rosalind Russell, die kurz vorher in Die Frauen eine glänzende Darstellung gegeben hatte und fast Norma Shearer und Joan Crawford die Show stahl.

Die Vorlage, das Bühnenstück Reporter (The Front Page) von Ben Hecht und Charles MacArthur, wurde mehrfach verfilmt. Howard Hawks machte aus dem Protagonisten eine Frau und die ganze Geschichte bekam so eine zusätzliche Dimension. Die übrigen Filmversionen sind:

Die US-amerikanische Organisation American Film Institute wählte diesen Film unter die 20 besten Filmkomödien aller Zeiten (Platz 19). Im Film kommt erstmals eine Technik zum Einsatz, die es dem Regisseur erlaubt, mehrere Dialoge gleichzeitig zu verbinden.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Sein Mädchen für besondere Fälle wurde 1993 im National Film Registry, einem Verzeichnis US-amerikanischer Filme, aufgenommen.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Der Klassiker von Howard Hawks sprüht nur so vor Witz. (TV-Spielfilm)
  • Die wohl beste Screwball-Komödie aller Zeiten, mit tollen Darstellern, genialem Drehbuch und spritzigen Dialogen. Die Neuverfilmungen mit Jack Lemmon/Walter Matthau sowie mit Burt Reynolds kann man getrost vergessen. (New-Video.de)
  • Eine süffisant-romantische Komödie von unglaublichem Tempo, kann Howard Hawks „His Girl Friday“ als eine der besten Screwball-Komödien überhaupt gelten. (Filmspiegel.de)
  • Ebenso amüsante wie rasante Komödie, die von ihrem Sprachwitz und -tempo lebt. Dank der hervorragenden Darsteller und des außergewöhnlichen Drehbuchs hat sie bis heute nichts von ihrer faszinierenden Wirkung verloren. (Lexikon des Internationalen Films)
  • „His Girl Friday“ ist eine in sich geschlossene, von unüberwindbarem Tempo gekennzeichnete Tour de Force der Dialoge und Schlagzeilen, die den ohnehin turbulenten Stil der Komödie maßgeblich beeinflusste. (Rajko Burchardt)

Literatur[Bearbeiten]

  • Ben Hecht und Charles MacArthur: Reporter. Ein Stück in drei Akten (Originaltitel: The Front Page). Für die deutsche Bühne bearbeitet von Rudolph Lothar. [Unverkäufliches Bühnenmanuskript.] Felix Bloch Erben, Berlin o. J.

Weblinks[Bearbeiten]