Messerschmitt Me 210

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Messerschmitt Me 210
Bundesarchiv Bild 101I-363-2270-18, Frankreich, Flugzeug Me 210.jpg
Me 210 über Frankreich
Typ: zweimotoriger Zerstörer
Entwurfsland: Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Hersteller: Messerschmitt AG
Erstflug: 2. September 1939[1]
Indienststellung: 1941
Produktionszeit: 1941 bis 1944
Stückzahl: 702

Die Messerschmitt Me 210 war ein von der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg eingesetztes zweisitziges, zweimotoriges Kampfflugzeug der Klasse Zerstörer.

Beschreibung[Bearbeiten]

Sie war als Nachfolger der Messerschmitt Bf 110 geplant. Wie diese besaß auch der erste Prototyp, die Me 210 V1, anfangs ein doppeltes Seitenleitwerk, das aber bei allen anderen Maschinen durch ein großes einzelnes ersetzt wurde.[2] Aufgrund von Konstruktionsfehlern, die die Maschine ins gefährliche Flachtrudeln bringen konnte, musste die schon angelaufene Produktion nach 261 gebauten Maschinen gestoppt und die Fertigung der Bf 110 wiederaufgenommen werden.[3] 148 Exemplare der bereits gebauten Flugzeuge wurden auf langen Rumpf umgebaut und mit DB 605 ausgerüstet, wodurch die Probleme behoben werden konnten. 64 Flugzeuge mit langem Rumpf (incl. 12 V-Mustern) wurden aus Baugruppen erstellt, so dass aus deutscher Produktion insgesamt 325 Me 210 bis März 1943 gebaut wurden. In Ungarn wurde die Fertigung Anfang 1943 aufgenommen und insgesamt 377 Flugzeuge bis Juli 1944 produziert. Somit liegt die Gesamtproduktion der Me 210 bei 702 Flugzeugen und damit deutlich über allen bisher in der Literatur genannten Zahlen. Als Weiterentwicklung mit modifizierter Tragfläche und stärkeren Motoren vom Typ DB 603 wurde ab 1943 die Me 410 in Dienst gestellt[4].

Produktionszahlen[Bearbeiten]

Beladen einer Me 210
Version Verwendung Produktion Bemerkung
V-Muster Prototypen 12 aus Me 210-Baugruppen
A-1 Zerstörer 151 kurzer Rumpf
B-1 Aufklärer 4 kurzer Rumpf
A-1 Zerstörer 106 nur zum Umbau fertiggestellt
A-1 Zerstörer (148) aus Umbau mit langem Rumpf
A-1 Zerstörer 36 aus Baugruppen mit langem Rumpf
C-1 Aufklärer 16 aus Baugruppen mit langem Rumpf
Ca-1 Zerstörer 105 Neubau aus Ungarn
Ca-1 Zerstörer 272 Neubau, für ungarische Luftwaffe
SUMME   325 aus deutscher Produktion
SUMME   377 aus ungarischer Produktion

Quellen: Unterlagen aus dem Bundesarchiv/Militärarchiv Freiburg, Bestand RL 3, Produktionsprogramme

Technische Daten[Bearbeiten]

Dreiseitenriss der Me 210 A
Kenngröße Me 210 A-1[5] Me 210 Ca-1[6]
Spannweite 14,34 m 16,34 m
Länge 12,12 m 12,56 m
Höhe 4,28 m 5,21 m
Motor 2 x DB 601 F 2 x DB 605 B
Max. Startgewicht 10.690 kg 9.705 kg
Höchstgeschwindigkeit 538 km/h 580 km/h
Reichweite 1.620 km 2.400 km
Gipfelhöhe 8.900 m 10.000 m
Bewaffnung 2 x 20-mm-MG 151/20 im Bug,
2 x 7,92-mm-MG 17 im Bug,
2 x 13-mm-MG 131 in fernbedienten, seitlichen Lafetten
2 x 20-mm-MG 151/20 im Bug,
2 x 7,92-mm-MG 17 im Bug,
2 x 13-mm-MG 131 in fernbedienten, seitlichen Lafetten,
bis zu 1.000 kg Bombenlast

Vergleichbare Typen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Messerschmitt Me 210 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Messerschmitt Me 210. historyofwar.org, 16. März 2007, abgerufen am 16. November 2012.
  2. Messerschmitt Me 210. aviastar.org, abgerufen am 16. November 2012.
  3. Messerschmitt Me 210 A-1. sepsy.de, abgerufen am 16. November 2012.
  4. Vgl.: Kenneth Munson: Die Weltkrieg II-Flugzeuge - Alle Flugzeuge der kriegsführenden Mächte, Motorbuch Verlag, Stuttgart, 7 Auflage, (1977), Seite 191.
  5. 1000 Flugzeuge Naumann & Göbel Verlagsgesellschaft, S.256
  6. Messerschmitt Me 210 Schnellbomber. weltkrieg2.de, abgerufen am 16. November 2012.